Das Seelenbild

Einst hast Du meine Hand geführt,

ein Bild entstand, es hat mein Herz berührt.

Ich hab's auf den Altar gestellt,

mit Kerzen rundherum erhellt.

Nur kurz sah ich es immer wieder an.

Mit Staunen merkte ich, wie es Lebendigkeit gewann.

Immer wieder, wenn ich dem Bild kam nah,

war's wie ein Spiegel, in welchem ich Dich sah.

Blick ich zum Gruß zu Deinem Bild,

so ist der Ausdruck sanft und mild.

Die Augen sind's jedoch, was mich im Banne hält,

sie sind groß und nicht von dieser Welt.

Gebannt warf ich zu Dir nun jedes mal den Blick.

Sah ich es recht, ein Lächeln kam zurück?

Das, was ein Bild nur war zuvor,

wurde lebendig und zu einem Tor!

Es ist ein Tor, an dessen beiden Seiten wir noch steh'n,

so nah, dass wir einander fühlen ohne uns zu sehn.

Ein Schritt noch fehlt zum Übersteigen dieser Schwelle,

hin zu Deiner Welt der Liebe und der Helle.

-Vayu-