Dem eigenen Selbst gewahr werden

Viele Menschen gehen ihrem Alltag nach und leben ohne überhaupt zu wissen, was sie wirklich wollen. Sie lassen sich von außen hin beeinflussen, durch die gesellschaftlichen Zwänge. Die meisten Wünsche und Lebensziele sind von außen hin injiziert. Man muss schön sein, erfolgreich, modisch bewusst, dauernd konsumieren, etc, etc. damit man in der heutigen Gesellschaft als ein vollwertiges Mitglied betrachtet werden kann. Man unterliegt also dem Druck des Kollektivs. Dies ist bis zu einem gewissen Masse lebenswichtig, denn anders würden wir gar nicht bestehen können. Ein Außenseiter zu sein ist auch keine Alternative.

Vielmehr ist es hilfreich, sich dem eigenen Selbst bewusst zu werden. Man muss versuchen, die eigenen Wünsche und Ziele zu erkennen und daran zu arbeiten, ein bewusster Mensch zu sein.

Dies geht aber nicht ohne mit sich selbst zu beschäftigen. Eine jegliche Arbeit an sich selbst fängt allen voran bei sich selbst. Um zu wissen, was man tatsächlich will und sich selbst erkennen, muss man mit dem eigenen Selbst in Verbindung treten.

Dies geht so vor:

© Gauri, Regensburg

Nehme eine bequeme Stellung ein, schließe die Augen und richte deine Aufmerksamkeit auf die Innere deiner Brust, dort wo der Sitz der eigenen Seele ist. Stelle diese Stelle so vor, als ob du dich über einen tiefen Brunnen gebeugt hast, und horchst. Das Brustinnere ist dieser Brunnen, und du horchst auf, was dir aus dieser Tiefe deines Selbst mitgeteilt wird. Dies erfordert eine stetige Konzentration auf dieser Stelle. Das Ergebnis kann unterschiedlich ausfallen. Manchmal steigt ein bestimmtes Gefühl hoch, oder ein bestimmtes Gedanke, womit wir gar nicht gerechnet haben. Man bekommt vielleicht eine Botschaft, in Form eines inneren Bildes. Oder man fühlt sich dabei einfach nur wohl, in Frieden mit sich selbst, und wenn man dann damit aufhört, ist man total ausgeruht und entspannt.

Wann diese Ergebnisse in Form von Gedanken oder Gefühle eintreten, ist unterschiedlich. Es kann auch später eintreten. Wichtig ist zu beachten. Man darf sich dabei nicht willenlos hingeben, d.h. nicht einfach da sitzen und aufnahmefähig sein für alles. Man darf den eigenen Willen nicht außer Acht lassen. Nicht alles für bare Münze nehmen, oder gleich für wichtig einordnen, was einem dabei hoch kommt. Warum? Weil am Anfang sehr gut sein kann, dass nur Blödsinn hoch kommt. Bis man in die Tiefe des „Brunnens“ gelangt, kommt zuerst das hoch, was oben schwimmt, und das von außen hingelangt ist. Das sind die Alltagssorgen und Wünsche, das sind unbewusste verdrängte Inhalte oder aber auch fremde Gedanken und Wünsche, die von außen hin in uns eindringen und die wir irrtümlicherweise für unsere eigenen Gedanken halten. Der Mensch ist mit den anderen verbunden was der Gedanken- und Gefühlswelt angeht. Denn beide sind energetische Bereiche. Sie werden nach außen geströmt. Daher können wir fühlen was der andere fühlt oder ungefähr erahnen was er von uns hält. Daher haben wir eine bestimmte aber nicht erklärbare Abneigung oder Zuneigung gegenüber einer Person, ohne erklären zu können warum. Dies alles hat mit der Energie zu tun, ob wir den anderen „riechen“ können oder nicht. Daher muss man alles was in einen hochkommt, wenn man mit sich selbst beschäftigt ist, hinterfragen. Nicht rational, sondern gefühlsmäßig.

Wenn ein Gedanke hoch kommt, dass uns fremd erscheint, dann richte deine Aufmerksamkeit auf das Wesen dieses Gedankens. Woher kommt er, was ist er? Viele Gedanken entpuppen sich daraufhin als leere Hüllen, als fremde Gedanken, und das spürt man sofort. Das größte Problem für viele Menschen ist es, dass sie fremden Gedanken nachgehen, weil sie sich nicht damit auseinander setzen, was zu mir gehört und was nicht. Man darf keine Angst haben sich mit dem Inneren in Verbindung zu setzen denn jede Heilung kommt von innen. Es kann von außen hin positiv beeinflusst werden, aber jede Heilung, ob körperlich oder geistig, kommt nur von innen. Denn der Mensch trägt alles Gute in sich selbst. Er muss nur den Zugang dazu finden. Dafür muss er mit dem Inneren in Verbindung treten. Das Innere wird die eigene Seele bezeichnet, das eigene Oberbewusstsein oder das Göttliche in uns. Namen sind nicht wichtig, wichtig ist es zu verstehen, dass sobald der Mensch anfängt, sich selbst zu erkunden, er auch damit angefangen hat, sich selbst zu heilen und sich zu entwickeln zu einem starken und bewussten Wesen.

 

© copyright Alfred Ballabene, Wien