Der Ätherkörper

Über die "Substanz" Äther

In aller Welt und in allen Kulturen war der Äther/Ätherkörper den mystischen oder magischen "Geheimlehren" bekannt und entsprechend gibt es auch sehr viele unterschiedliche und in ihrer Zuordnung bisweilen kaum noch erkennbare Bezeichnungen für den Äther. Je nach Religion, Denkungsart und magischen Gebrauch wurden diverse Aspekte unterschiedlich betont oder beschrieben. Daraus ergibt sich eine große Vielfalt von Vorstellungen, was zu Verwirrung und Missinterpretationen führt.

So wurde zum Beispiel in Indien der Äther (akasha) als die Grundsubstanz aufgefasst aus der sich Töne bilden. Das in diesem Zusammenhang benutzte Wort akasha - das sich von der Sanskritwurzel »kash«: »leuchten, strahlen« ableitet- muss hier in seiner Grundbedeutung verstanden werden. Es deutet auf eine aktive, ja schöpferische Eigenschaft des Raumes - auf etwas, das mit Bewegung, Schwingung und Strahlung zu tun hat (Auszug aus: Lama Anagarika Govinda: "Schöpferische Meditation und multidimensionales Bewußtsein", Freiburg/Breisgau, Aurum Verl., 1977.)

Visshuddha Chakra, Kehlkopfchakra, Sitz vom Element Äther

Historisches über den Begriff "Äther"

Der Begriff Ätherkörper wurde von den Theosophen geprägt, vornehmlich von Helena Petrova Blavatsky (1831-1891) und von Charles Webster Leadbeater (1847-1934). Paracelsus (Theophrastus Bombast von Hohenheim, 1493-1541) schrieb vom "siderischen Körper", unter dem er Ähnliches oder Gleiches wie den Ätherkörper verstand.

In der Theosophie wird der Ätherkörper als ein Bindeglied zwischen dem Astralkörper (transzendent) und der Physis (materiell) betrachtet. Nach den Lehren der Theosophie ist der Ätherkörper etwa eine Handbreit größer als der physische Körper.

Äther als unbelebte Substanz (sofern es das überhaupt gibt) und ein vom Menschen belebter Äther mögen so grundverschieden sein wie Materie im Reagenzglas und der Materie/Körper eines hoch entwickelten Lebewesens.

Nachweis des Äthers

Bislang konnte die Physik keinen Äther nachweisen. Es ist ein "Pech" für die okkulten Wissenschaften, dass man im Eifer der Entdeckungen, die bereits im 19-ten Jahrhundert festgestellten Phänomene neu entdeckter Strahlungen als Beweis für den okkulten Äther heranzog. Diese Vorgriffe, machten die Vertreter der "Äthertheorien" in der Wissenschaft unglaubwürdig. Die Oberflächlichkeit der Postulate war ein unverzeihlicher Fehler der Parapsychologen jener Zeit.

Sicherlich können paranormale Phänomene nach wie vor beobachtet werden. Physikalisch nachweisbar sind sie jedoch nach wie vor nicht. Bedenken wir, dass alle physikalischen Messmethoden auf mechanischen oder elektromagnetisch messbaren Größen beruhen. Alles, was außerhalb dieser Messbarkeit ist, lässt sich nicht nachweisen. Es ist somit nicht wissenschaftlich, alles was jenseits der Messbarkeit liegt von vornherein zu leugnen. Niemand würde in der Naturwissenschaft die Argumentation vertreten, dass nicht Nachweisbares gleichzeitig auch nicht existent sei. Betrachten wir etwa das Postulat, dass 90% der Energie/Masse des Universums aus schwarzer Energie und Materie besteht, wobei weder die schwarzen Materie noch die schwarze Energie messtechnisch nachweisbar sind.

Äther in der Physik

Im 19ten Jahrhundert wurde in der Physik das Licht als Wellenerscheinung angesehen. Eine Welle bedarf eines Trägermediums, so dachte man damals. Da das Licht jedoch auch den leeren Raum durchqueren konnte, so konnte das Trägermedium nicht aus Materie im üblichen Sinne bestehen und man postulierte daher einen bis dahin noch nicht entdeckten Stoff, nämlich den Äther. Durch die Quantenphysik, welche Licht sowohl als Welle als auch als Teilchen definiert, wurde dieses Postulat hinfällig.

Die Kommunikation zwischen Physik und der Parapsychologie war durch die vorgegriffenen Interpretationen der Parapsychologen seit der Jahrhundertwende um 1900 gestört. In der Folge wurde von beiden Seiten der Begriff Äther unterschiedlich definiert. Man versuchte den Gegner mit Argumenten des Äthers nach eigener Definition und nicht nach der Definition der Gegenseite zu widerlegen. Eine Verständigung war dadurch von vornherein ausgeschlossen - man sprach aneinander vorbei und bezeichnete einander als Fantasten oder als engstirnig.

Neuerdings taucht in der Physik wieder der Begriff Äther auf, vornehmlich in nicht anerkannten physikalischen Randgebieten, um dort die Gravitation mit Hilfe eines 4 bewegten Äthers zu erklären (der Äther als Trägermedium für Licht wurde im 19ten Jahrhundert als statisch postuliert). Diese Postulate haben jedoch nichts mit dem okkulten Ätherbegriff zu tun.

Die wahre Natur des Ätherkörpers

Wenn man unter "Körper" einen Bewusstseinsträger versteht, mit den Funktionen der Wahrnehmung und der Handlungsfähigkeit, so trifft dies nicht für den "Ätherkörper" zu. Er ist kein Körper in der obigen Definition eines Körpers als Bewusstseinsträger. Es gibt auch keine "Ätherebene" als Lebensraum, etwa so wie es Astralebenen gibt. Äther ist vielmehr eine feinstoffliche Substanz, eng mit dem materiellen Körper verbunden, die einem Astralkörper anhaften kann, solange sich dieser in der Nähe des materiellen Körpers befindet. Mehr aus praktischer Sichtweise spricht man dann von einem Ätherkörper.

Bei dem Vorgang der Lostrennung eines feinstofflichen Körpers (Astralkörper) nimmt dieser mehr oder weniger Äthersubstanz mit sich. Durch diese mittransportierte Lebenssubstanz ändert sich die Qualität der Erscheinung und der Wahrnehmung. Diese Zwischenphase besitzt eine Reihe merkwürdiger und nur in ihr feststellbare Eigenschaften, weshalb eine eigene Bezeichnung für diese Art der Phänomene sich als praktisch erwiesen hatte.

Es entstehen große Missverständnisse dadurch, dass bei größerer Entfernung des "Ätherkörpers" die Substanz Äther zum Körper zurück kehrt und der Astralkörper ohne Äther verbleibt - nunmehr im Sprachgebrauch Astralkörper genannt. Als solcher setzt der Astralkörper die "Reise" fort - wobei für ihn nunmehr völlig andere Gesetzmäßigkeiten gelten als zuvor (als Ätherkörper). In der Praxis führt dies zu Verwirrungen: weniger theoretisch bewanderte Personen deuten die Unterschiede des Erlebens als Unterschiede der Wahrnehmung und ignorieren die Existenz eines Ätherkörpers. Beide Phänomengruppen lassen sich für sie nicht mehr abgrenzen. Das führt dazu, dass von vielen, etwa den Forschern um luzide Träume (LD, LT), beide Phänomene als ein und dasselbe Geschehen klassifiziert werden.

Weitere Bezeichnungen für den Äther oder damit verwandte Erscheinungen:

Bioplasma ist ein speziell von osteuropäischen Parapsychologen bevorzugter Begriff für die Äthersubstanz (kann nach dortiger Auffassung durch die Kirlianfotografie sichtbar gemacht werden). Der Begriff wurde 1966 vom russischen Wissenschaftler V.S. Grischenko geprägt, als Beschreibung des 5. Aggregatzustandes (die ersten vier sind: fest, flüssig, gasförmig, plasmatisch). Nach Grischenko ist Bioplasma mit der Lebenskraft gleichzusetzen.

Chi (chin.) Ki (japan.) Die Chinesen nennen die Ätherenergie Chi. In einer dem Yoga ähnlichen taoistischen Disziplin ist man der Auffassung, dass durch sexuelle Energie (Wasser, Abdomen) in Zusammenwirkung mit Feuer (Bauch) eine neue Form von Energie entsteht (Chi), ähnlich wie die Bildung von Wasserdampf aus Wasser und Hitze. Deshalb werden Gottheiten und Buddhas in China oft mit einem dicken Bauch dargestellt, zum Zeichen dafür, dass sie über ein großes Maß an Chi Energie verfügen.

Fluidalsubstanz Das ist ein Begriff, der von französischen Okkultisten geprägt wurde. Bekannt auf diesem Gebiet sind H. Durville und E. A. A. de Rochas 1) Hector Durville: "Die Physik des Animal-Magnetismus (Animismus)", Leipzig, 1912 2) H. Durville: "Der Fluidalkörper des lebenden Menschen" (Übersetzung von Friedrich Feerhow), Leipzig, 1912

Ektoplasma Ist ein im Spiritismus gängiger Begriff. Darunter versteht man einen sehr dichten ätherischen Ausfluss, der für Materialisationen und diverse Poltergeistphänomene verantwortlich gemacht wird. Ektoplasma entsteht durch einen inneren alchemistischen Prozess im Abdomen. Es kann vom Körper in unterschiedlicher Weise frei gesetzt werden. Deshalb werden Gottheiten und Buddhas in China oft mit einem dicken Bauch dargestellt, zum Zeichen dafür, dass sie über ein großes Maß an Chi Energie verfügen.

  •  Es kann wie feiner Nebel aus der gesamten Oberfläche des Körpers ausdunsten.
  • In seiner dichtesten Manifestation kann Ektoplasma aus Körperöffnungen (vornehmlich Mund) honigartig langsam herausfließen, wobei es an den Rändern verdampft.

In der Regel versteht man im üblichen Sprachgebrauch unter "Ektoplasma" jedoch die dichte Manifestation, die aus Körperöffnungen austritt. Die Farbe ist hellgrau bis dunkelgrau. Ektoplasma muss nicht homogen sein und kann granulatartige "Körnchen" enthalten. In einigen wenigen Versuchen konnte Ektoplasma fotografiert werden. Es gab Mess-Versuche am Ektoplasma, jedoch lieferten diese sehr gestreute Resultate (elektr. Leitfähigkeit) ohne Aussagekraft (Albert Freiherr v. Schrenk-Notzing, 1862-1929, München, Mediziner und Parapsychologe). Für die Suche nach Fotos vom Ektoplasma im Internet, sind folgende Begriffe geeignet: Ektoplasma, Teleplasma, ectoplasma, ectoplasm.

Od Od ist ein Begriff, der in der gegenwärtigen Esoterik selten zu finden ist. Ich betrachte dies als eine Wissenslücke, denn die mit dem "Od" verknüpften Beobachtungen sind eine wertvolle Ergänzung zu den östlichen Vorstellungen von Prana und Chi. Unsere abendländischen Forschungen, seien sie auch nicht anerkannt, ermöglichen uns vielleicht einen experimentellen Zugang zu den elementarsten esoterischen Gegebenheiten zu finden. Vielleicht gelingt es einmal dadurch Licht in den Dschungel vielfältigster Traditionen aus aller Welt zu bringen. Die Bezeichnung "Od" stammt von Karl Freiherr von Reichenbach. Reichenbach war Chemiker, Naturforscher, Industrieller und Entdecker des Kreosots und Paraffins. Reichenbach machte sehr ausführliche Untersuchungen mit Hilfe von Beobachtungen von "Sensitiven" auf dem Gebiet polarer Ausstrahlungen von Objekten und Personen.

Prana Prana ist ein Begriff aus dem indischen Yoga. Man versteht darunter eine Vitalenergie, die man durch Atemtechniken im Körper anreichern kann.

Die Vitalitätsströme nach Leadbeater C.W. Leadbeater, "Die Chakras", Hermann Bauer Verl., Freiburg, 1965, S. 40

Gemäß der Lehre des indischen Yoga werden der eingeatmeten Luft "sonnenhafte Vitalkräfte" entzogen. Diese werden im Menschen in verschiedene Qualitäten gespalten und zur Erweckung der Chakras (Energiezentren) verwendet. Es gibt 5 Arten von Prana-Energien, den Pranavayus: Prana, Apana, Samana, Udana, Vyana.

Das hiervon beeinflußte Chakra: (der Reihenfolge nach): Anahata (Herz), Muladhara (Steissbeingegend), Manipura (Nabel), Vishuddha (Kehlkopf), gesamter Körper.

Die Prana-Energien fließen in verschiedenen Kanälen durch den Körper, ähnlich den Meridianen in der Akupunktur. Die wichtigsten Energiekanäle sind:

  • Sushumna - Zentralkanal im Rückenmark
  • Ida - links neben der Sushumna
  • Pingala - rechts neben der Sushumna
  • Medha Nadi - dieses Nadi ist wenig bekannt und verläuft entlang der vertikalen Mittelachse auf der Vorderseite des Körpers.

Die Übungen, welche sich mit Prana und der Lenkung der Energien befassen, finden sich in den verschiedensten Yogaarten und werden als Techniken zur "Erweckung der Kundalini" gebracht.

Kurze Gegenüberstellung der Begriffe "Ätherkörper" und "Astralkörper"

Astralkörper = Jenseitskörper - damit wandern wir durch die nichtirdischen Welten. "Ätherkörper" = zusammengesetzt aus Astralkörper und ätherischen Emanationen des physischen Körpers, welche mit letzterem durch die Silberschnur verbunden bleiben und bei größerer Entfernung zum physischen Körper (10 - 20 m) wieder 9 zurückgeholt werden. Die außerkörperliche Erfahrung (AKE) mit dem "Ätherkörper" wechselt danach zu einer Astralwanderung.

Robert Crookall schrieb in "The Techniques of Astral Projection" (Wellingborough, Northamptonshire: The Aquarian Press, 1981, Paperback Ed., p.88):

"Medial veranlagte Personen haben einen gelockerten Vitalkörper und tendieren dazu Teile ihrer Äthersubstanz frei zu setzen und diese mit dem Astralkörper auszusenden - diese Substanz, welche den Astralkörper umhüllt, kehrt in der Regel über die Silberschnur wieder in den physischen Körper zurück, so dass das Double nicht mehr zusammengesetzt ist, sondern aus einem einfachen Astralkörper besteht."

Der Glaube an einen Ätherkörper findet sich schon im alten Ägypten. Dort wird er Ka, die "Hauchseele", genannt. In den Darstellungen wird Ka als "Doppelkörper" mit einem Finger auf den Mund weisend gezeigt - Hinweis auf den "Hauch". So wie in anderen Kulturen wird der Äther mit dem Atem in Verbindung gebracht z.B. "die Seele aushauchen".

Chnum erzeugt auf der Töpferscheibe den materiellen Körper und den Hauchkörper. Hathor belebt beide mit dem Ankh-Zeichen (Symbol für das Leben).

Weitere Synonyme für den Ätherkörper:

Fluidalkörper Der Begriff "Fluidalkörper" wurde von französischen Forschern verwendet und hat sich ebenfalls eingebürgert. Besondere Verdienste um die Erforschung des Fluidalkörpers/Ätherkörpers haben zwei französische Forscher - Durville und de'Rochas - erlangt. Beide Forscher sind mittlerweile bei uns in Vergessenheit geraten.

Vital Körper (Theosophie) 

linga sharira (Theosophie, Yoga) 

Ätherischer Double, Fluidal Körper (Okkultisten) 

pranamaya kosha (Yoga)

 

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