Der Frosch im Milchtopf

Auf einem Bauernhof stand ein Eimer mit Milch. Es war heiß, ein Frosch kam vorbei und kletterte auf eine Blume. Von dort aus sah er das köstliche Nass. "Wie wäre es schön bei dieser Hitze ein Bad zu nehmen", dachte er und sprang hinein. Es war auch sehr schön dieses Bad, doch bald schon war er des Schwimmens müde.

Emsig hielt er Ausschau nach einem Stück Treibholz oder dergleichen, aber nichts war hier außer den hohen Mauern des Milchtopfes. Und da er nichts hatte, um sich abzustoßen, konnte er auch nicht hinaus springen.

Er war verzweifelt und ruderte um sein Leben. Er wollte nicht aufgeben. Er erinnerte sich an den Ausspruch seiner Großmutter:

"Immer wenn Du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgend wo ein Lichtlein her!"

Seine Großmutter war eine weise Fröschin und er hatte sie immer geliebt. Sie vor Augen und ihren tröstenden Spruch ruderte er weiter und gab nicht auf, obwohl er schon sehr müde war. Er war schon mehr als nur sehr müde und ruderte dennoch weiter. Auf einmal spürte er etwas Festes unter seinen Beinen. Es reichte noch nicht, aber es wurde bald mehr. Seine Großmutter war es, dachte der Frosch. Weil sie schon im Himmel war, konnte sie alles sehen und sie hatte ihm geholfen. Er wusste ja nicht, dass er die Milch gebuttert hatte, schließlich war er ja kein Bauer. Etwas ruhte er sich auf der Butter aus und dann sprang er mit einem großen Sprung aus dem Milchtopf, mitten in eine wunderschöne große Blüte hinein.

(von Vayu)