Der Weg

Während Fortbewegungsmittel Symbol für die uns innewohnenden Möglichkeiten des Weiterkommens sind, symbolisiert der Weg die äußere Situation, durch die sich unser Lebensweg bahnt. Der Weg als Zukunftsperspektive oder Beschreibung des Gegenwärtigen kann sowohl vitale Aspekte als auch solche der inneren und äußeren Problembewältigung beinhalten.

© Gauri, Regensburg

Jeder (betonte Symbol-) Weg ist nicht nur Ausdruck einer möglichen Daseinsbewältigung, sondern ist auch mit einem Ziel, untrennbar verbunden - der Traum ist dann oft Experimentierfeld in welchem Lösungsvarianten durchgecheckt werden. Es kann der Weg auch eine Rückschau darstellen, ein Symbol für den in der Vergangenheit bewältigten Weg. Weiters kann der Weg ein Schwellensymbol sein, nämlich der Übergang von einem Bewußtseins-Bereich zu einem anderen.

Was die Aussage des Wegzustandes anbelangt, so gibt es zumeist in der Ausdeutung keine Schwierigkeiten. Selbst in unserer täglichen Sprache sind uns diese Symbole gegenwärtig: es kann, wie es der Sprachgebrauch zum Ausdruck bringt, jemand auf seltsamen Wegen wandern, auf dem Holzweg sein, stets den kürzesten Weg gehen, einen dornigen Weg vor sich haben etc. Zu einer zielführenden Ausdeutung und einer daraus resultierenden Erkenntnis sind alle Details wie Richtung, Verlauf, Aussehen, Zustand und dergleichen zu beachten. Auch wie sich das Ziel zeigt ist wichtig: es kann sowohl verschleiert, völlig unbekannt als auch sehr nahe sein.

 Arten des Weges: (Zukunfts-)Perspektiven, Wegtendenzen der Gefühle, mentaler Problemstellungen etc.)
Hindernisse: Widrigkeiten der Problembewältigung, körperliche Beschwernisse.

© Gauri, Regensburg

Weg-Charakteristika

  • Weg zu Wasser und in der Luft: siehe unter den Elementen
  • Weg zu Land: unsere übliche Art der Fortbewegung erfolgt zu Land, weshalb keine zusätzliche Symbolbedeutung darin zu suchen ist.
  • Kurvig: keine klaren, geradlinigen Aussichten
  • Schmaler Weg (Saumpfad): wenig begangen, wenig augenscheinlich
  • Breiter Weg: bewußter und leichter Weg
  • Steigung: kann bedeuten a) ein mühsamer Weg oder b) Weg, der zu einer Bewußtseinserhöhung führt.
  • Abwärtsweg: Abstieg in tiefere Bewußtseinszonen
  • Bergauf und bergab: im Sinne von es geht bergauf, bergab.
  • Sackgasse:
    a)sich vergeblich um etwas zu bemühen
    b) an Grenzen stoßen
    c) sich in etwas verrannt zu haben.
  • Hohlweg, Begrenzungen durch Mauern: Weg ohne Ausweichmöglichkeiten und ohne Sichtmöglichkeiten nach Alternativen und das Umgebende.
  • Weg in einer Schlucht: Steigerung des Hohlwegaspektes (beengt, bedrückt, unfrei).
  • Gabelung:
    a) Scheidepunkt divergierender Wünsche, Ziele etc.
    b) Notwendigkeit sich zu entschließen
    c)Wendepunkt im Leben
    links und rechts sind mitunter nicht gleichwertig, sondern können bedeuten links: Gefühl, rechts Verstand. Je nachdem, ob man den Weg des Gefühles oder Verstandes geht, wird sich die Zukunft unterschiedlich gestalten. Deshalb ist es diesbezüglich interessant, was der Traum nach der Entscheidung an Zukunftsaussichten bietet.
  • Kreuzung: wie bei der Gabelung, jedoch mit der Möglichkeit weiterzumachen wie bisher.
  • Fluß: Im Unterschied zur Straße zeigt der Fluß vor allem die "forttragenden Kräfte" auf. Steht auch für einen gefühlsbetonten Weg. Das Fließen des Wassers gibt einen Hinweis auf die ständige Verwandlung und auch das Verrinnen der Zeit. Die Quelle ist der Ursprung und das Meer das Ende der Entwicklung (des Geschehens, Lebens etc.).
    • flußaufwärts (zur Quelle): ein Zurückgehen in der Zeit
    • flußabwärts: eine Vorausschau in der Zeit
    • Ausmünden in das Meer: Lebensabschluß
  • Steinig: Hindernisse, Schwierigkeiten
  • Teile des Weges sind fortgeschwemmt: Emotionen verhindern das Fortkommen
  • Erdspalte tut sich auf: Einbruch des UBW
  • Verwachsen: Gefahr sich im chaotischen Gewucher des UBW zu verlieren
  • Morast: das Fortkommen droht in den nicht steuerbaren Sog unbewußter Kräfte zu geraten. Kann Triebhaftigkeit, die in Konflikt mit anderen Wünschen, der Vernunft etc. stehen, bedeuten.
  • Brücke: das Überschreiten einer Grenze zu einem anderen Bereich (siehe Schwellensymbol).
    • Steinbrücke: ein fester, solider Weg mit Erdbetonung
    • Seilbrücke: Betonung des Luftelementes. Birgt Gefahren in sich, da zu sehr dem Erdhaften enthoben.
  • Tunnel: ein Weg, der in oder durch das Unbewußte führt (siehe auch Schwellensymbole).

     

    © copyright Alfred Ballabene, Wien