Die Bedeutung der Träume

© Alfred Ballabene, Wien

 Warum für uns im Yoga Träume wichtig sind

Inneren Fortschritt erreicht man nicht indem man Vorschriften befolgt oder in äußeren Handlungen "Gut" und "rein" ist. In erster Linie muss im Yoga der innere Mensch entwickelt werden – die Persönlichkeit des Menschen muss stark werden und in sich in Harmonie sein. Damit unsere innere Entwicklung richtig abläuft und wir uns nicht Täuschungen hingeben benötigen wir einen Kontrollfaktor. Dieser Kontrollfaktor sind für uns die Träume. Träume belügen uns nicht, sondern sprechen immer die Wahrheit, mitunter auf unbarmherzige, jedoch ehrliche Art.

 Warum wir uns bisweilen Träume nicht merken

Leider kommt es oft vor, dass wir uns die Träume nicht merken. Das hat einen erklärbaren Grund: Traumeindrücke landen im Kurzzeitgedächtnis. Der Mensch hat zwei Gedächtnisspeicher Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis. Die meisten Eindrücke etwa wie wir uns bewegen und was wir um uns an unwichtigen Details sehen, sind es nicht wert für immer abgespeichert zu werden (das wäre für das Gehirn ein größerer Arbeitsaufwand und zudem würde man dann nicht mehr zwischen wichtig und unwichtig unterscheiden können, weil alles die gleiche Merkqualität hätte). Das Kurzzeitgedächtnis eines Eindruckes wird in ein Langzeitgedächtnis umgewandelt, wenn man sich damit mindesten 5 Minuten befasst. Solange muss man nach einem Traum wach bleiben und sich mit dem Trauminhalt befassen. Durch einen Wecker erfolgt ein Schock, und wenn man dann zusätzlich gleich aufsteht und an die nächsten Programmpunkte des Tages denkt, ist die Traumerinnerung weg.

Eine Hilfe sich Träume zu merken, die wir mitten in der Nacht haben ist es, den Traum kurz in Schlagworten zu charakterisieren und uns die Schlagworte einzuprägen und dann wieder weiter zu schlafen.

 Prinzipielles über die Sprache der Träume

(Diejenigen, welche in der im Yoga üblichen Art nicht per Du angesprochen werden wollen, bitte ich vorweg um Entschuldigung)

Stelle Dir vor Du bist taubstumm und kannst Dich auch nicht bewegen, um Dich solcherart durch Gesten und Gebärden mitzuteilen. Dafür hast Du jedoch als einzige Kommunikationsart die Möglichkeit bildhafte Szenen auf einen Computerschirm zu zaubern. Das ist Deine einzige Art Dich mitzuteilen. Genau so gilt es für Dein UBW im Traumzustand – es kann sich Dir nur in bildhaften Szenen mitteilen (nicht in Worten, weil dieses logische für die Wortbildung zuständige Gehirn-Zentrum im Schlaf ausgeschalten ist).

Jetzt versuche folgende Sätze in Szenen zu schaffen: ich habe Hunger, ich habe Durst, ich habe Angst. (es wurde eingewendet, dass diese Inhalte "negativ" seien. Mag sein. Die Mitteilung in einem Traum erfolgt jedoch über Szenen und die lassen sich mit obigen Themen leichter darstellen. Außerdem wird in einem Traum nicht gemeldet was in Ordnung ist, sondern das, wofür eine Aktion unternommen werden soll. "Ich bin satt" würde im Traum wahrscheinlich nicht mitgeteilt werden). 

 Vielschichtigkeit der Symbolik

Ein Traum kann in seiner Symbolik vieles gleichzeitig ausdrücken. Zum Beispiel: Du willst lernen, Wissen erwerben. Die symbolische Szene könnte sein: Du liest ein Buch, sitzt in einer Bibliothek, befindest Dich im Klassenzimmer Deiner alten Schule. Jetzt hast Du jedoch gleichzeitig im Schlaf ein Hungergefühl. Also wird die Symbolsprache überwechseln zu "geistiger Nahrung" oder bei Durst zu einem "geistigen Getränk" z.B. Wein (Weingeist). Das ganze wird in eine Umgebung versetzt. Den Tag zuvor warst Du z.B. im Kino und der Traum entnimmt dem Film eine geeignete Umgebung. Jetzt kann jemand deuten: der Traum sagt aus, dass Du lernen willst. Wer anderer wird deuten dass der Traum aussagt, dass Du Hunger hast. Der nächste wird sagen im Traum hast Du Dich an den Film vom Vortag erinnert. 

 Wie merke und notiere ich die Träume? 

Die Antwort darauf lautet: Traumtagebuch

 

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