Die Gut-Böse Polarität

Nach den Erfahrungen von  Lustvoll = gut  und  Schmerzhaft = böse  teilt das Kleinkind seine umgebende Welt in zwei Kategorien ein:

Begehren des Guten und Ablehnen des Bösen.

Erst später erfolgt eine weitere Differenzierung.

Je weniger der Mensch differenzieren kann, desto unentwickelter ist er (er lebt nach pauschale Kriterien).

Das Gute
Geborgenheit und Wohlbefinden

Der Lernprozess eines Säuglings beginnt mit emotionalen Kopplungen von Erlebnisinhalten. Selbst in unserem Erwachsenenalter gibt es kein rein intellektuelles Lernen, so sehr wir dies auch glauben mögen; alles Gelernte ist mit Emotionen verbunden - oder wir werden es uns nicht merken. Je mehr Emotionen wir in einen Merkinhalt legen, desto plastischer und tiefer wird dieser im Gedächtnis haften bleiben (eine interessanterweise späte Erkenntnis der Human-Medizin).

Der Lernprozess erfolgt nach einem einfachen Schema. Es ist ein einfaches Muster, das sich schon für das Lernverhalten der Tiere seit Äonen bewährt hat. Dieses Muster besteht aus einer polaren Einteilung der Welt in "Gut" und "Böse" mit später immer feineren Differnzierungen und Kombinationen. Der Prozess beginnt beim Säugling mit einem Schema von angenehm und unangenehm. Die mit den sensorischen Lebenseindrücken gekopelten Emotionen werden als Etikette dem Lerninhalt angeheftet, womit die Lerninhalte mit Qualitäten behaftet werden - etwa den Qualitaeten "gut" und "böse". 

Mit zunehmender Erfahrung werden die Vernetzungen immer komplexer und abgestufter. Kontraste schwächen sich, es gibt ein "viel Gut" vereint mit "wenig Schlecht" und so weiter. Trotz dieser Abstufungen bleibt das Grundschema von Gut und Böse erhalten. Damit auch beginnen die ersten Ansätze eines religiösen Weltbildes und auch die künftigen Widersprüche innerhalb gereifter, komplexer philosophischer und sozialer Systeme. Zusammenfassend kann man sagen: Symbole sind psychische Qualitätsmarken von erlernten Inhalten. 

Somit greift die Symbolsprache des UBW auf keine geheimnisvollen kollektiven Ressourcen der Menschheit zurück, sondern auf einfache Strukturen, die jedem Menschen funktionell angeboren und aus diesem Grund kollektiv sind.

Im Gegensatz zu unserer semantischen Kommunikation, die linear-kausal ist, ist die Symbolik des UBW holistisch, gemäß dem dreidimensionalen Raum, in dem sich der Mensch orientiert und von dem das innere Beurteilungsschema abgeleitet ist.. Die ersten Grunderfahrungen, welche die Umwelt in angenehm und unangenehm, gut und böse einteilt, bleibt als holistische Symbolstruktur bis in kleinste Objektdetails erhalten, ähnlich einer Kristallstruktur, die ebenso wie für den großen Kristallkörper, genauso für seine Splitterelemente gilt. Die innere Symbolsprache ist somit keine geheinmnisvolle psychische Umformung der Objekte unserer Welt, sondern ist die bewertende Etikettierung, die jedem Objekt und jedem Geschehen anhaftet.

Der Gradmesser für die Stärke der Bewertung in "Gut" und "Böse" ist die anhaftende Emotion. Sind Objekte und Geschehen ohne Emotionen, so sind sie zumeist raumgestaltendes Beiwerk.

  Das Dämonische im Traum

Psychische Aspekte - Neigungen und Wünsche, welche keine moralische, soziale, religiöse Akzeptanz finden und deshalb verdrängt werden, zeigen sich in eben der Agression, die ihnen entgegengebracht wird.

Im Traum sind diese Inhalte demnach von dämonischer oder tierisch aggressiver Natur und versetzen den Träumer in Angst und Schrecken. Flucht hilft hier nichts, sondern nur Toleranz, Liebe, Verständnis und letztendlich die Akzeptanz eines Stückes Natur, das wir geerbt haben und dem wir uns als "geistige Überwesen" nicht stellen wollen. 

 

© copyright Alfred Ballabene, Wien