Die Nadis

Prinzipiell sind alle Objekte in einem energetischen Spannungsfeld zwischen Erde und Atmosphäre. Der Mensch ist ein Energiegenerator, der Energie zum Fließen bringt. Er hat ähnlich eines Magneten zwei Pole. Der eine Pol ist am unteren Ende der Wirbelsäule und der zweite Pol ist am Scheitel des Menschen. Die Energien fließen beim Menschen aufsteigend durch die Wirbelsäule und absteigend an der Oberfläche des Körpers wieder herab und auch etwas außerhalb des Körpers, nämlich an der Oberfläche des Ätherkörpers, der eine Handbreit größer als der materielle Körper ist. Die Energien von denen hier die Rede ist (indisch Prana, chinesisch Chi) fließen im Menschen durch bestimmte Bahnen. Diese Bahnen nennen die Inder "Nadi" und die  Chinesen "Meridian".

In der Regel ist in der Literatur nur von den Hauptnadis die Rede, nämlich Sushumna, Ida und Pingala. In den indischen Schriften wird bisweilen von 72, bzw. 14, bzw. 10 Nadis gesprochen. Die chinesische Akkupunktur arbeitet mit 14 Meridianen. Für die Nadis gilt (wie auch für die Meridiane nach alter chinesischer Medizin), daß sich diese bäumchenartig verzweigen können und hierbei Nebennadis von untergeordneter Bedeutung bilden.

Burang schreibt zum Verlauf der Nadis ("Tibetische Heilkunde, S.33-34):


"Der 'Doppelkörper', diese feinstoffliche Entsprechung der groben Körperhülle, wird angeblich von vielen tausenden gröberen und feineren Kanälen durchzogen, deren Gesamtzahl von manchen tibetischen Heilern auf nahezu hunderttausend geschätzt wird. Verschiedene schriftliche und mündliche Hinweise zentralasiatischer Ärzte deuten darauf hin, daß viele oder gar die meisten dieser Kanäle so angeordnet sind, daß ihr Verlauf mit denjenigen der Blutgefäße und Nervenstränge zusammenfällt, indem sie ihnen folgen und nicht selten, sich um sie herumwindend, die gleiche Richtung einhalten. Dies dürfte auch der Grund sein, warum viele asiatische Heilkundige dazu neigen, Blutgefäße und Nerven mit den gleichen Ausdrücken zu bezeichnen. Sie haben wohl in erster Linie diese feinstofflichen 'Leitungen' im Auge, wodurch die grobstofflichen Wahrnehmungen in den Hintergrund treten." 
(Th. Burang, "Tibetische Heilkunde", Origo Verl., Zürich, S. 33-34)

Die wichtigsten indischen Nadis sind:

Sushumna - Zentralkanal im Rückenmark
Ida - links neben der Sushumna
Pingala - rechts neben der Sushumna
Medha Nadi - dieses Nadi ist wenig bekannt und entlang der Achse auf der Vorderseite

 

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