Die Silberschnur

In der Literatur sind mehrere Bezeichnungen gebräuchlich: Silberschnur, Astralschnur, Astralkabel. Im Englischen: silver cord, manchmal silver chord, astral cord.
Ich bevorzuge den Term "Silberschnur", weil es sich meines Erachtens bei ihrem Auftreten um ein ätherisches Phänomen handelt und jede Bezeichnung, die auf "Astral" Bezug nimmt irreführend ist.

Durch mehrere Jahre versuchte ich mich oft und erfolgreich mit meinem Subtilkörper vom physischen Körper zu lösen. Hierbei war ich in sitzender Haltung (in einem Fauteuille mit schräger Lehne). Am Anfang hatte ich große Schwierigkeiten mich aus dem physischen Körper zu begeben, denn ich war wie durch tausende elastische Gummibänder mit der Physis verbunden, die mich nach jeder Schaukelbewegung (die ich vollführte, um aus dem Körper zu gelangen) mich wieder in den Körper zurückzogen. Ich versuchte die Amplitude der Schaukelbewegung zu vergrößern und mich zusätzlich abzustemmen, was mir dann letzendlich immer zu einem Erfolg verhalf. Später ging das alles viel leichter.
Wenn ich mich aus dem physischen Körper trennen konnte, hatte ich den Eindruck, als ob viele Bänder reißen würden. Vielleicht sind diese Bänder auch nicht gerissen, sondern haben sich zu einem einzigen Band verzwirbelt; ich weiß es nicht. Meinen Beobachtungen zufolge blieb jedoch ein Band bestehen, das ein sich Entfernen über einen Abstand von ca. 50 m zu meiner Physis unmöglich machte. Ich spürte dann einen Zug in meinem Rücken und alles Dagegenstemmen half nichts.

Berichte diverser Autoren können gemäß der oben beschriebenen Erfahrungen interpretiert werden, nämlich, daß die Silberschnur sich aus vielen Verbindungsschnüren zusammensetzt; z.B zu lesen bei Monroe, Robert: "Journeys out of the body". German Ed. 1972, p.164. Hier ein Bericht von: Yram: "Practical Astral Projection"; New York: Samuel Weiser, Inc.; 3rd Impression, 1977, p.75, paperback

"Where the cord joins the double it consists of thousands of very fine, elastic threads, which seem to suck the double into them."

Über die Funktion der Silberschnur

Die Fluidalsubstanz des Ätherkörpers ist ausschlaggebend für die Vitalität und innere Kraft. Ein Verlust hätte nicht nur ein Gefühl der Schwäche zur Folge, sondern könnte zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Einem Verlust wird deshalb von Natur aus vorgebeugt: Wenn ein Teil der Äthersubstanz den Körper verläßt, so bleibt diese mit dem Körper verbunden, so daß die Substanz jederzeit wieder zurückgeführt werden kann. Die Verbindung der dissoziierten Äthersubstanz mit dem Körper ist die Silberschnur.

Über das Aussehen der Silberschnur

 

An der Stelle, an welcher die Silberschnur in den physischen und in den fluidalen Körper einmündet, verbreitet sie sich kegelförmig.

Die Farbe wird als weiß bis silbern beschrieben.

Die Stärke der Silberschnur

"Wenn der Astralleib", sagt Muldoon, "10 Zentimeter vom physischen Körper entfernt ist, zeigt die Silberne Schnur eine Dicke von 4 Zentimetern. Bei 3 Meter Entfernung ist die Dicke 2 Zentimeter, bei 5 oder 6 Meter Entfernung beträgt sie nur noch einen 3/4 Zentimeter."

Von einem Bekannten von mir wurde beim Ertasten der Silberschnur ein Durchmesser von ca. 10 Zentimeter erfühlt, bei einem Körperabstand von ca. 2 Metern.

H. Durville schreibt: "Dieses Band, das bei Beginn der Spaltung immer sehr dick ist, reduziert sich später auf die Dicke eines kleinen Fingers. Indessen bei einigen Medien bleibt sie merklich größer, besonders an seiner Austrittsstelle".

Aus welchen Körperstellen geht die Silberschnur weg?

Prinzipiell kann die Silberschnur von jeder Körperstelle aus weggehen, jedoch werden einige Stellen bevorzugt. Folgende Stellen werden zumeist angegeben:

  • Stirn
  • Hinterhaupt (Nacken)
  • Brust
  • Milzgegend
  • Magen

Abb. Austreten aus der Fontanelle (ind./buddhistisch: Pho-Wa)
Abb. aus S. Muldoon & H. Carrington:The Phenomena of Astral Projection
S.Weiser Verl., New York, 1974
Es ist anzunehmen, daß in diesem Fall die Silberschnur mit der Fontanelle verbunden ist.

Welche Stelle als Ansatzstelle für die Silberschnur bevorzugt wird, hängt von er Subtilkonstitution ab und von der Tatsache, ob der Subtilkörper mit der Vorder-, Rückseite oder Flanke dem physischen Körper zugewandt ist. Als Ansatzpunkt der Silberschnur finden sich niemals Körperstellen wie Knie, Hände etc, obwohl dies theoretisch möglich wäre. Am häufigsten wird berichtet, daß die Silberschnur durch den Kopf oder dem Sonnengeflecht mit dem Körper verbunden war.

    Ansatzstelle der Silberschnur in der Magengegend
    "Nachdem ich geübt hatte, schlief ich wieder ein und hatte folgendes Erlebnis:
    Während des Übens im Bett wünsche ich mir mit dem Ätherleib auszutreten und verlagere meine Aufmerksamkeit auf die Bauchgegend. Nach einem zweiten Versuch mit erhöhter Konzentration gelingt es mir, mich aus dem physischen Leib zu lösen und ich befinde mich waagrecht schwebend darüber, etwa 50 cm. Es gelingt nur für kurze Zeit, dennoch sehe und fühle ich das Silberband, das von der Magengegend wegführt. Es ist sehr stark, etwa 10 cm im Durchmesser." (AL)

Diverse Berichte

Rotation des Fluidalkörpers
"Schon längere Zeit auf dem Rücken liegend, um die Ischiasschmerzen zu lindern, pendelte ich zwischen Wachsein, Halbschlaf und Schlaf. Auf einmal empfand ich, wie ich mich emporhob (mit dem feinstofflichen Körper) und langsam über dem materiellen Körper waagrecht zu rotieren begann, mit dem feinstofflichen Kopf als Achse. Durch dieses Ereignis aufmerksam gemacht, steigerte sich meine Bewußtheit bis zu einer tagwachen Beobachtungsfähigkeit. Nun versuchte ich die Rotation zu beschleunigen, in der Hoffnung den Fluidal dadurch vom materiellen Körper frei zu bekommen. Der Fluidal rotierte nun rasch, blieb aber weiterhin gebunden." (Bal)

Fortsetzung der Beobachtung: "Als nächstes Experiment versuchte ich die Drehachse vom Hinterkopf in die Lenden zu verlagern, was ohne Schwierigkeiten gelang und der Fluidalkörper drehte sich nun um die Mittelachse."

Ein Bericht von Frau Huber-Ring in: Arabella 7 (1977), Seite 80 (Dokumentation von M. Speich): "Dann fühlte ich mich plötzlich, wie ich vielleicht 10 - 20 cm hoch über mir selber horizontal schwebte. Aber gleichzeitig fühlte ich einen ebenso starken Zug zwischen meinem physischen und meinem "astralen" Kopf.

Ich bekam die Vorstellung von "weißen, elastischen, flachen, nach unten verbreiterten Gummibändern". Es war nicht angenehm. Der Druck ging über in ein dumpfes Klopfen und die Bänder waren ganz straff gespannt.

ein zweites Bild zum Bericht von Frau Huber-Ring

Geräusch beim Lösen der Silberschnur vom materiellen Körper


    "Ich befand mich im Zustand zwischen Schlafen und Wachen, als ich durch ein lautes Geräusch und einem "Schmerz" in der Nackengegend aufschreckte und erwachte.
    Dieses Geräusch zu beschreiben fällt mir schwer, weil ich es kaum mit irgendetwas vergleichen kann. Am ehesten könnte ich es so beschreiben, als ob ein dickes Gummiband auseinandergezogen und dann in der Mitte reißen würde. Genauso war auch das Gefühl, das ich dabei hatte. Ich spürte, daß von meinem Nacken und oberen Rücken etwas ähnliches wie Gummibänder ausgingen, die dann sehr plötzlich zurückklatschten und auch noch nachfederten. Es war ein richtiger "Schlag" im Nacken, den ich nach dem Aufwachen noch genau spürte." (Sh)

Die Wahrnehmung der Silberschnur durch Zweitpersonen

Zu den Berichten über die Silberschnur aus eigener Erfahrung gibt es auch Berichte, denen zu Folge die Silberschnur auch von beobachtenden Medien gesehen wurde. Hier ein Bericht aus S.Muldoon, H.Carrington, "The Phenomena of Astral Projection", p. 71:

    Der Fall Hout 2
    Dr. Hout hatte die Gabe mitunter den Fluidalleib seiner Patienten während der Operation zu sehen, wie er sich frei im Raum bewegte.
    "....in allen beobachteten Fällen konnte ich zumindest für kurze Zeit die Silberschnur wahrnehmen, die den physischen Leib mit seinem ätherischen Doppel verband. Ich nahm die Silberschnur als silbernen Lichtstrahl wahr, der sich durch den Raum wand, ähnlich wie Rauch in unbestimmter Weise seinen Weg nimmt. Wenn die magnetische Kraft den Fluidalleib jedoch mehr an den physischen Körper heranzog, wurde die Silberschnur besser sichtbar, so als ob sie sich, ähnlich einem Gummiband, zusammengezogen hätte...."

Die Silberschnur in der Überlieferung

Im Taoismus wird durch das "Kreisen des Lichtes" die Bildung eines Lichtleibes angestrebt. Bei einem Großteil der Darstellung eines solchen Lichtleibes wird ein Band gezeichnet, das den Lichtleib mit dem Scheitel des Meditierenden verbindet. Genau genommen ist es im Taoismus die Fontanella, durch die sich der Geistleib vom materiellem Körper befreit (siehe auch PHO-WA Techniken).

Aus: "Geheimnis der Goldenen Blüte", von Richard Wilhelm, mit einem Kommentar von C.G. Jung, Seite 129.
Bildtext: Meditation 3. Stadium: Ablösung des Geistleibes zu selbstständiger Existenz
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Gemäß der indischen Mythologie trägt Yama, der Totengott, ein Seil bei sich, mit dem er die Verstorbenen gefesselt in die Unterwelt führt.

Yama ist auf diesem Bild nicht sichtbar. Es liegt sehr nahe dieses Seil aus der Mythologie mit der Silberschnur in Verbindung zu setzen.
Aus L'art de l'himalaya von Madanjeet Singh, Weber Verlag 1968 (UNESCO)

Schamanen

Erläuterungen von Mircea Eliade zum "Rope-Trick" in "Schamanismus und archaische Ekstasetechnik", Rascher Verl. Zürich, Seite 402 bis 405:

"Der Seiltrick (rope-trick) hat in Indien eine lange Geschichte und ist mit zwei schamanischen Riten zusammenzustellen, nämlich mit der Initiations-Zerstückelung des künftigen Schamanen durch die "Dämonen" und mit der Himmelfahrt. Wir erinnern uns an die "Initiationsträume" der sibirischen Schamanen, in denen der Kanditat der Zerstückelung seines eigenen Körpers durch die Seelen der Ahnen oder durch böse Geister beiwohnt. Darnach werden seine Gebeine gesammelt, und mit Eisen gelötet, das Fleisch wird neu gemacht und der künftige Schamane hat, wenn er aufersteht, einen "neuen Körper", der ihm erlaubt, sich mit Messern zu stechen, mit Säbel zu durchbohren, weißglühendes Eisen zu berühren usw., ohne daß es ihm etwas anhat. Bemerkenswerter Weise schreibt man den indischen Fakiren die Ausführung der selben Wundertaten zu. Beim "rope-trick" vollziehen sie an ihren Helfern gewissermaßen die "Initiationszerstückelung", die ihre sibirischen Kollegen im Traum über sich ergehen lassen. Übrigens begegnet der rope trick, obwohl er eine Spezialität des indischen Fakirismus geworden ist, auch in so weit entfernten Gebieten wie China, Java, dem alten Mexiko und dem mittelalterlichen Europa. In Europa erwähnen genug Texte, spätestens vom 13. Jahrhundert an, genau die gleichen Wunder bei Hexen und Zauberern, die auch die Fähigkeit des Fliegens und des sich Unsichtbar machens besaßen - ganz wie die Schamanen und Yogi. .....Vermittels eines Seiles oder einer Leiter (wie übrigends auch über eine Liane, eine Brücke, eine Pfeilkette usw.) steigen die Götter auf die Erde hinab und die Menschen (Schamanen) zum Himmel hinauf. "
Weitere Stellen von Eliade im selben Buch: Seite 330 (Marokko, Mexiko)

Tibet: Heinrich Harrer "Impressionen aus Tibet", S. 16 Tibet, Bon: Eliade , wie oben, Seite 405

Bekannt sind bei den Germanen und Griechen die drei Nornen (Urd, Werdandi und Skuld), die den Lebensfaden spinnen, bemessen und zuletzt abschneiden.

 

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