Die bekanntesten Yogaarten

  Bhakti Yoga

Der traditonelle "Bhakti-Yoga" beinhaltet verschiedene Praktiken der Verehrung des göttlichen Prinzips in verschiedenen personifizierten Erscheinungsformen (Götter). Dazu gehören Japam = das Wiederholen von Gebetsformeln, Bajans = Lieder der Verehrung. In der neueren und westlich orientierten Form versteht man unter Bhakti Yoga das Entwickeln von Liebe und Verständnis zu unseren Mitmenschen und zur Natur.

 Jnana Yoga

Der Jnana-Yoga ist der Yoga der Denker, der Sucher, die durch intellektuelles Forschen die Schöpfung begreifen wollen. Der Schlüssel ihres Fortschrittes heißt “viveka”, das Unterscheidungsvermögen. Kaltes, nur logisches Verstandesdenken würde ihm aber nicht weiterhelfen, es würde ihn nur isolieren. Was der Jnana-Yogi also benötigt, sind Mitgefühl und Toleranz, um von der Warte des anderen die Probleme sehen zu können. Dann vergleicht er diese Einstellung mit der seinen - und lernt daraus. Er bereichert somit seine Erfahrungen mit den Erfahrungen der anderen. Vom Denken findet der Jnana-Yogi zum “Herzdenken” und von diesem zum Einklang mit dem göttlichen Allgrund.

 Kundalini Yoga, Kriya Yoga - das Erreichen von Zuständen über Körper-Techniken (Atemtechniken, Positionen, energetische Übungen) und Vorstellungsübungen.

 Raja Yoga

Dieser Yoga befasst sich mit der Funktionsweise der inneren, ich-bildenden Vorgänge. Der Raja-Yogi versucht zu ergründen, was sein “Ich” eigentlich ist. Er erkennt, dass er nicht der Körper ist. Er erkennt, dass Einstellungen und Erfahrungen, die sich ja dauernd ändern, nicht sein eigentliches “Ich” sind, sondern es nur bereichern. In seiner Frage “Wer bin ich?”, was ist dieses “Ich”, erkennt er, dass dieses “Ich unvergänglich ist und ein Bewusstsein seiner selbst hat.
Als Endergebnis erlangt der Raja-Yogi eine vollständige Beherrschund der inneren Denk- und sonstigen Bewußseinsvorgänge.

Die zentrale Aussage des Raja Yoga sind die 8 Stufen nach Pantanjali

  • 1. Yama (Moral, Ethik)
  • 2. Niyama (Selbstdisziplin)
  • 3. Asana (Körperhaltung)
  • 4. Pranayama (Atemtechnik)
  • 5. Pratyahara (Zurückziehen der Sinne)
  • 6. Dharana (Konzentration)
  • 7. Dhyana (Meditation)
  • 8. Samadhi (Instase, Alleinheit)

 Hatha Yoga

Es ist der in Europa am häufigsten gelehrte Yoga.

Das Wort “hatha” besteht aus zwei Silben, nämlich ha= Sonne und tha= Mond; es drückt die symbolhafte Verbindung zwischen dem Äußeren, sinnlich Erkennbaren, und dem Inneren, dem empfangenden Menschen aus. Die Basis des Hatha-Yoga ist die Atemschulung, sein Ziel ist, von der Körperbeherrschung zur inneren Beherrschung, von der Körperruhe zur inneren Ruhe zu gelangen. Der Weg sind die Asanas.

 Was sollten Philosophie und Techniken eines modernen Yoga beinhalten?

  • Der Yoga sollte für den Menschen verständlich sein und das Wissen und die Sprache seiner gegenwärtigen Zeit berücksichtigen.
  • Der Yoga sollte zentrale Seinsfragen zufriedenstellend erklären, denn je nach Wissensstand und Paradigma ändern sich diese im Laufe der Zeit wesentlich.
  • Der Yoga sollte auf die Lebensbedürfnisse des Menschen Bezug nehmen, die sich ebenfalls mit der Zeit ändern.
  • Er sollte Lösungsvorschläge für Lebensprobleme liefern.

Orthodoxer, dogmatischer Yoga (auch wenn er den Bedürfnissen vieler Jahrhunderte entsprechen konnte) erfüllt nicht die Anforderungen unserer Zeit. Ein Yoga, der eine fremde Kultur und eine fremde Zeit atmet, trägt die Gefahr in sich, Menschen in eine Weltfremdheit zu drängen.

 

© copyright Alfred Ballabene, Wien