Die vier Elemente

Noch einmal zur Wiederholung sei gesagt, die Bedeutung der Elemente ergibt sich aus ihrer Nähe zu uns. Die Transparenz ist ein Symbol für die Durchschaubarkeit. Die Härte ist ein Symbol für ihre Formbarkeit. Die Vielfalt der Erscheinungsmöglichkeiten der Elemente bietet auch die Möglichkeit zu einem differenzierten Einsatz ihres Symbolausdruckes.

 Erde

Die Erde ist der Bereich des Unterbewußtseins, als auch der Ursprung alles Körperhaften. Hier ist die Wiege von allem Sichtbaren, das uns umgibt, ob lebendig oder nur materiell.

Je tiefer wir in die Erde vorstoßen, in desto tiefere Bereiche des Unterbewußten stoßen wir vor. Alles was in der Erde (UBW) eingebettet ist, ist starr und unwandelbar. So auch psychische Inhalte, die erst, wenn sie ans "Tageslicht" gehoben werden, geformt und integriert werden können. Das heißt, einzig das Bewußtsein ist in der Lage umzugestalten. Durch dieses wird der seit Jahrmillionen unveränderliche Instinkt geläutert und veredelt (sozialisiert).

Ebenso in der Tiefe der Erde finden wir alles aus unserer Vergangenheit stammende, das in den Zustand der Erstarrung verfallen ist.

 Kristalle (durchlichtete Erde)

Der Kristall ist die Vollendungsform des Erdhaften. Er ist weder undurchsichtig, noch formlos, sondernlichthaft und nach innewohnenden Gesetzen geformt. Nicht umsonst haftet den Kristallen selbst im Traum der Nimbus eines Schatzes an. Es erweckt den Eindruck als ob Kristalle aus Gestalt gewordener Erdenergie bestünden. In manchen schamanistischen Richtungen wird dies auch geglaubt.

 Einzelne Symbolelemente der "Erde"

  • Fels: ein starrer, bzw. erstarrter Bereich, sozusagen der Urgrund
  • Stein: Ist die festeste und dauerhafteste Erscheinungsform der Erde.
  • Humus: oberste Schichte des Unbewußten und bereits im Übergang zum Bewußtsein. Die dynamischen (Gefühls-)Aspekte werden durch der Erde zugeordnete Tiere (Schlangen etc.) versinnbildlicht.
  • Erdarbeiten: aus dem UBW Dinge an die Oberfläche holen im Sinne einer Bewußtwerdung
  • Archäologische Ausgrabungen: Aufarbeitung vergangener prägender Erlebnisse
  • Schatzhebung: Erkenntnisprozess; alte Erlebnisse werden integriert und bereichern uns als Lebenserfahrung.
  • Gräberfunde: fast vergessene Erfahrungen, Gefühle werden in Erinnerung gebracht und erfahren eine Neubelebung.
  • Etwas begraben: einen seelischen Inhalt verdrängen. Es kann auch eine Differenz "begraben" werden ("einen Streit begraben"). Dies bringt, wenn zwar keine Lösung, so doch die Beilegung eines Konfliktes (aus akut wird latent).
  • Höhle: wenn die Erde ihre Umklammerung löst, so bildet sich der Hohlraum. Dieser ist, wenngleich noch im Dunkeln, dennoch bereits zugänglich. Der noch im UBW verankerte Inhalt befindet sich in einem Bewußtwerdungsstadium. Höhlen, Grotten sind Gebilde der Natur und symbolisieren instinkthafte Aspekte, die in einem Bewußtwerdungsprozess integriert werden. Die Rückbesinnung auf diese erdhaften Kräfte stärkt die Vitalität und Lebenskraft des Menschen. Somit stellt eine natürliche Höhle die Verbindung mit dem Urgrund dar, weshalb Höhlen in den verschiedensten Kulten und Religionen schon immer eine große Bedeutung hatten.
  • Keller, Gruft, Krypta: dies sind durch den Menschen geschaffene Hohlräume. In ihnen befinden sich Elemente als Symbol für Erlebnisse aus der Vergangenheit, die noch nicht verarbeitet wurden, irgendwie abgelegt sind und noch einer Klärung und Integration bedürfen.
  • Versteinerungen: Gefühlselemente die noch starr im UBW ruhen, in der gegenwärtigen Phase jedoch einer Aufarbeitung entgegensehen (und deshalb an das Tageslicht gelangen).

 Wasser

© Gauri, Regensburg

Wasser "schillert" in seiner Symbolbedeutung und hat mehrere Grundbedeutungen (die miteinander nicht im Widerspruch sind).

  • Auf der Dunkel/Hell-Skala (UBW-BW-ÜBW) nimmt Wasser einen Stellenwert zwischen Erde und Luft ein.
  • In den Qualitäten ist Wasser weniger starr als Erde (Inhalte sind weniger starr)
  • Als Element ist es dem Gefühl zugeordnet
  • Energetisch kann ihm Yin (siehe Akkupunktur) zugeordnet werden (meist ist es dann Wasser, das in Leitungen, Drainagen und eventuell Flüssen fließt).

Auf dem Wege der Vergeistigung der Natur des inneren Menschen ist Wasser bereits weniger dicht als die Erde. Demnach ist Wasser ein Substrat, welches weniger als die Erde und mehr als die Luft verdeckt. In seinem Reinheitsgrad kann es alle Zwischenstufen von sehr trüb (oder schlammig) bis glasklar einnehmen und somit eine Art Barometer zur Nähe oder Enfernung der Bewußtwerdung bilden (symb.: durchsichtig = einsichtig). Auch kann im Wasser durch die Tiefe ausgedrückt werden in welch tiefer Versenkung sich der Inhalt befindet. Während des Prozesses der Bewußtwerdung sind Tauchexpeditionen oder Schwimmen in tiefe Bereiche hinab, häufige Traummotive. 

  Einzelne Symbolelemente des Wassers

  • Meerestiefe: Bereich des UBW

    T.: "Mit meinem Bruder bin ich nach Spanien gefahren. Wir entdecken im Meer in einer Tiefe von 3000 Metern eine Fundstätte von Büchern, die aus der Zeit der Bibliothek von Alexandria stammen sollen. Sie sind aber alle durch Mangan oder Magnesium versintert, und so völlig erhalten geblieben. Nun versuchen wir sie zu bergen. Wir lassen einen grellen Scheinwerfer hinunter, der die Fundstelle ausleuchtet. Ein Unterwasserstaubsauger holt die Bücher an die Oberfläche. Es entstehen aber durch das grelle Licht bereits Algen, die eventuell die Bücher angreifen könnten. Man muß etwas dagegen tun."

  • Wellen: Zeichen der Bewegung (Belebung).
  • hohe Wellen: aufgewühlte Gefühle
  • Sturzflut: Gefühle brechen über jmd. herein
  • trübe:
    • undurchsichtig = im Sinne des Nicht-Erkennen-Könnens (wenig bewußt)
    • unsauber = Gefühle stehen in Konflikt mit der Moral
  • Fluß:
    • im Sinne einer Zeitkomponente: Fluß des Lebens; Rückschau bzw Extrapolation der Zukunft, als eine mögliche Perspektive von der jetzigen Ausgangslage her gesehen. (siehe auch Wegsymbole). Kennzeichen dieser Träume ist, daß das Wasser nicht im Bedeutungszentrum steht, sondern eher die am Ufer vorbeiziehende Welt.

     

  • © Gauri, Regensburg

  • E.: "Vom Flugzeug aus sehe ich unter mir einen Fluß. Ich sehe Hügel, Berge, Täler und viele Nebenflüsse, von denen manche durch den Fluß hindurch fließen. Der Eindruck des blausilbernen Wassers ist sehr deutlich und ich weiß, der Fluß ist mein Leben, das durch die Begegnungen immer reicher wird. Jedes Zusammentreffen mit einem anderen Fluß ist eine Begegnung. Ich sehe auch deutlich wie manchmal ein Flußarm den Fluß verläßt."
    (Am Abend war ich sehr depremiert eingeschlafen. Ich dachte mein Leben nähme eine ungewisse Bahn, ohne Sinn und Ziel, ich werde geschoben und gedrängt und habe nicht die Macht und nicht die Kraft mein Leben zu lenken. Als ich aus dem Traum erwachte, wußte ich, daß der Fluß unaufhaltsam seinem Ziel zustrebt. Das Bild des Flusses war wunderschön und prägte sich in mir ein. Der Traum beendete eine Monate dauernde Krise und ich fühle heute noch wie aus der Erinnerung an ihn mir Kraft zufließt.)

    • als dynamische Bewegungskomponente: Wasser als Yin oder Primärenergie (Wasser des Lebens) in seinem (belebendem)Fluß durch den Körper.
    • als dynamische Bewegungskomponente: Fluß der Gefühle (hierbei wichtig: Menge, ob viel oder wenig; Dynamik: träg fließend oder reißend).

      In beiden der letzteren Symbole mit dynamischen Bewegungskomponenten ist das Wasser im Bedeutungsmittelpunkt und ist ein Element, das entscheidend auf seine Umgebung einwirkt - Überschwemmung, bewässern, verdörren lassen etc.

  • Quelle: aus dem Urgrund (UBW) hervorkommendes Wasser des Lebens (belebend)

  • © Gauri, Regensburg

  • Springbrunnen: sehr dynamischer (Gefühls-) Prozess einer Belebung aus der Tiefe des UBW.
  • Regen: kommt vom Himmel = das Wasser des Lebens (Gefühle) wird vom Geist (Luft, Höhe) belebt und erneuert fällt es belebend und Fruchtbarkeit bringend auf die Erde. Im Traumleben versinnbildlicht es eine Form der Umwandlung und Neuwerdung.
  • Gewitter: im Gewitter vereinigt sich der Regen mit Sturm und Blitz. Der Regen gehört als Wasser der Gefühlssphäre an, während der Sturm das Zeichen einer heftigen geistigen Bewegung ist. Der Blitz ist ein Einbruch der intuitiven Sphäre, ein Erleuchten, Erkennen, mit dem gefährlichen Aspekt die alte Ordnung zu zerstören. Das Gewitter ist somit Ausdruck einer heftigen Gemütsbewegung, eines seelischen Aufruhrs.
  • Nebel: Symbol der Verdeckung, Verschleierung, Umnebelung Der Nebel kann erstens ein Symbol dafür sein, daß das Bewußtsein durch eine Verschleierung die Dinge nicht klar erkernnen kann.

  • © Gauri, Regensburg

    Als zweites kann der Nebel ein Schwellensymbol sein - die andere Sphäre, die hinter dem Nebel liegt (Bewußtseinssphäre wie UBW, BW, oder die Welt der Toten, Jenseits) ist nicht erkennbar, kann jedoch betreten werden, wenn man es wagt durch die Verschleierung zu gehen.

  • Schnee, Eis: wenn Schnee und Eis in strahlendem Weiß uns entgengenleuchten, so ist es wahrscheinlich, daß beide Symbol einer vergeistigten Yin-Energie sind (Ajna-Licht).
    Sind Schnee und Eis ohne Lichtkraft, so deuten sie auf eine Gefühlskälte oder Gefühlserstarrung hin und zwar auf unsere eigene oder als Attribut auf die Gefühlskälte eines anderen Menschen. Es ist schwer, zwischen mangelnden Gefühlen und unterdrückten Gefühlen zu unterscheiden, die sich beide im Schnee äußern können, denn Schnee ist ja nicht nur kalt, sondern deckt auch zu. Dieses Zudecken (Unterdrücken) kann eine Folge starker seelischer Belastungen sein und die Folge einer Lebensweise, in welcher die Umwelt jegliche Art von Eigenmanifestation verbietet.

  • © Gauri, Regensburg

    Für mich typisch sind hierbei Schneeträume, wobei ich mich im Umfeld des Bundesheeres befinde oder im Heim (während der Mittelschulzeit lebte ich mehrere Jahre in einem Heim) oder in der Firma meines Vaters (der war mir und anderen gegenüber despotisch). Gleichzeitig stapfe ich in diesen Träumen mühselig durch den Schnee und komme kaum weiter (Symbol für die behinderte innere Entfaltung in jenen Zeiten). Selbstverständlich kann Schnee und Eis im Traum auch eine Tagesrückwirkung sein (das gilt ja für alle Symbole, aber hin und wieder kann es nicht schaden darauf hinzuweisen, weil im Interpretationseifer gerne darauf vergessen wird).

  • Wüste: auf Grund der Wasserarmut kann die Wüste auf eine Gefühlsarmut hinweisen. Die Wüste kann jedoch auch als Symbol für eine alles ausdörrende Hitze sein, also für Yang-Überschuß (siehe Akkupunktur) (in der Ausdeutung der Traumsymbole wird hier beonderer Bedacht auf Trainig in der Meditation und Energetik genommen - und hier kommen solche Symbolhinweise auch häufiger vor als im Alltagsgebrauch).
  • Ausgedörrter Flußlauf bzw. Wasserbecken: ein trockener Flußlauf weist auf Wassermangel durch zu wenig Zustrom hin - also Energiemangel (und nicht Hitzeüberschuß wie bei der Wüste). Der Energiemangel kann auf einen Mangel an Libido, sexueller Energie oder mangelnde Lebenskraft hindeuten.
  • Hebung eines Schatzes aus dem Meer: kommt häufig bei Psychoanalysen vor und zwar dann, wenn das analytische Verfahren in die Tiefe dringt und das innere Problem einer Lösung nahe bringt. (Beispiel siehe Rubrik "Meerestiefe")  

     Luft

    Im ersten Augenblick ist man geneigt, dem Sphärenbereich der Luft in den Träumen eine Seltenheit zuzusprechen. In Wirklichkeit ist jedoch unser ganzer Lebensbereich der Luftsphäre zugeordnet. Auch wenn wir nicht wie die Vögel durch die Luft fliegen, so sind wir doch von Luft umgeben und atmen Luft. Somit entspricht die Luft unserem normalen Lebensbereich und unserem üblichen Bewußtseinsbereich.

  • © Gauri, Regensburg

  • Die Vögel sind Wesen, welche sich von unserer Lebenssphäre (der Oberfläche) abheben und einem Bereich zwischen dem Kosmischen und unserem Bereich angehören, beziehungsweise zwischen beiden Bereichen vermitteln (siehe z.B. ein Mensch mit Flügeln, nämlich ein Engel, ist ein Repräsentant der Himmelssphäre).

    Luft als Element gilt als Symbolelement des Denkens, des Verstandes.

     Einzelne Symbolelemente der Luft

    • Wind: Der Wind trägt eine Dynamik in sich und ist Symbol für eine augenblickliche, mitunter heftige geistige Bewegung. Altes wird in Frage gestellt, Neues tritt auf den Schauplatz des inneren Geschehens. Es ist gut, wenn der Mensch zu diesem Zeitpunkt gefestigt ist und sein inneres Gleichgewicht behält. Das Kentern eines Schiffes (auf dem wir uns befinden) ist eine Warnung vor innerem Gleichgewichtsverlust. Es ist dies eine Warnung, denn ein echter Gleichgewichtsverlust äußert sich in chaotischen und bedrohlichen Träumen mit hoher Emotionalität. Siehe auch Wind als Traumsymbol bei Abhebungen des feinstofflichen Körpers.
    • Flugzeug:
      • Flugzeuge als technische Produkte stehen für Ideen und Wünsche (diese sind mentale Konstrukte). Man kann noch hinzufügen, daß diese Ideen und Wünsche wenig realitätsbezogen (bodenverhaftet) sind. Sehr häufig kommt es dann auch zu Flugzeugabstürzen, was die Nichterfüllung solcher Vorstellungen bedeutet (Wünsche od. Vorstellungen sind "zu Bruch " gegangen).
      • Flugzeuge als eigene Transportmittel haben eine andere Bedeutung: es ist das schnelle geistige sich Fortbewegen von einem Ort (Bewußtseinsraum) zum anderen. Als solches kann das Flugzeug auch ein Schwellensymbol sein und den Übergang von einem Zustand zum anderen vollziehen (z.B. vor dem Aufwachen - Übergang vom Schlaf- zum Wachbewußtsein).
      • Feindlicher Flugzeugangriff (mit Beschuß). Dies sind mentale Angriffe uns gegenüber (Verbreiten schlechten Rufes, Beschimpfungen etc.)
  • Regenbogen: verbindet Himmel (Licht) und Erde, sowie Luft und Wasser.

  • © Gauri, Regensburg

    In seiner harmonischen Vereinigung aller vier Elemente ist der Regenbogen ein Symbol der Ganzheit und Vervollkommnung (zumeist eine Ankündigung einer Vervollkommnung). Dies kann sich auch auf einzelne Aspekte oder Inhalte beziehen.

  • Feder: Teilsymbol, das für den Vogel steht.

     Licht/Feuer

  • © Gauri, Regensburg

    In der Alchemie ist Feuer das vierte Element, denn mit Feuer konnte der Alchemist arbeiten, es entflammen und durch Feuer die verschiedensten Prozesse einleiten. Als kosmisches Prinzip galt jedoch selbst in der Alchemie das Licht, symbolisiert durch Sonne, Mond und Sterne.

    In üblichen Träumen treten die hohen kosmischen Prinzipien, nämlich als leuchtende Sonnen- oder Mondträume, selten in Erscheinung. Gelegentlich jedoch als Folge von Lichtmeditationen oder Lichtvisualisationen. Sonnenträume sind meist von einer euphorischen Emotionalität begleitet und auch meist luzid.

    Wenn Feuer nicht als bedrohliches Hitzesymbol auftritt, dann kann es durchaus dem Lichtbereich zugeordnet werden. Im Feuer wird Abgelegtes, Belastendes (=unrein) durch einem Umformungsprozess in Licht und Luft übergeführt, d.h. bewußt gemacht und in die Persönlichkeit als wertvolle Erfahrung integriert.

     

    © copyright Alfred Ballabene, Wien