Die zwei Arten Yoga zu praktizieren

Es gibt zwei Arten von Yogapraktizierenden mit völlig unterschiedlichen Übungssystemen. Was für die eine Kategorie ein Heilmittel ist, ist für die andere Kategorie Gift. Ich will diese zwei Kategorien von Yoga-Praktizierenden willkürlich benennen, um die Unterscheidung im folgenden Text zu erleichtern. Die eine Kategorie will ich "Yoga für den Alltag" beziehungsweise "Integralen Yoga" nennen und die zweite Kategorie "spiritueller Tantra". Es gäbe noch eine dritte Kategorie, nämlich "Wellness-Yoga", in welchem eher Körperübungen praktiziert werden und über den ich hier nicht reflektieren will.

 Yoga für den Alltag (Integraler Yoga)

Zu dieser Kategorie gehören Menschen, welche Yoga praktizieren, um ihren Horizont der Lebensbetrachtung zu erweitern, um tiefere Einblicke in das Leben zu erhalten, um zu innerer Harmonie und Ausgeglichenheit zu kommen und dergleichen mehr. Für diese Menschen gibt es einen Yoga, der leicht durchführbar ist und zu zufrieden stellenden Ergebnissen führt. Eine der Hauptmethoden dieses Yogas sind Vorstellungsübungen.

 Spiritueller Tantra

Dies ist ein experimenteller Yoga, dessen Schwerpunkt veränderte Bewusstseinszustände sind. Vorstellungsübungen sind hierbei kontraproduktiv und verhindern veränderte Bewusstseinszustände.

 Das Problem mit Vorstellungsübungen

Ein Problem sind die Methoden "leicht gemacht". Man imitiert kosmische Zustände durch Vorstellungen. Sobald sich jemand daran gewöhnt hat, glaubt der durch Intensivierung der Vorstellung die Realität erreichen zu können. Damit landet der Yogapraktikant in einer Sackgasse – der gesamte Yoga mündet in mentaler Kopfarbeit und das "Nicht-Erzwingen-Wollen" und das "Geschehen-Lassen" verschwindet. Die Zustände mit aufmerksamer Passivität sind jedoch die Voraussetzung, dass sich UBW oder Überbewusstsein manifestieren können. Fast alle Yogapraktizierenden inklusive der Yogalehrer sind sich dieser Sackgasse nicht bewusst. Kosmische Zustände können sich nur dann ereignen, wenn das Ich zurück tritt. Bei der Kopfarbeit ist jedoch das Ego dominant, das etwas erreichen will. Die Leute bleiben durch die Vorstellungsübungen kopflastig und erlangen niemals authentische Erlebnisse.

 

© copyright Alfred Ballabene, Wien