Höllenebenen

 Höllen als Orte der Selbstbestrafung

Die Hölle schaffen sich die Menschen selbst, hier in unserer Welt und auch drüben, wo immer es sein mag. Sie schaffen sich die Hölle im eigenen Bewusstsein und machen auch anderen die Welt zur Hölle. Wir sind geneigt zu glauben, dass Gott die Menschen für die schlechten Taten bestraft. Das ist nicht so. Hölle ist ein Zustand, den die Menschen sich schaffen. Da sich innere Zustände in den Astralwelten nach außen als Umgebung zeigen, so gibt es auch hässliche äußere Welten, die in Wirklichkeit jedoch nichts anderes sind als die Spiegelbilder der Seelenzustände.

Warum finden sich in jenen jenseitigen Welten Menschen mit gleichartigen Charakterqualitäten? Das ist einfach zu erklären. Sie werden nicht zusammen geführt, sondern finden sich von selbst. Auf Erden neigen Menschen dazu sich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun. "Drüben" ist es dies sogar noch stärker ausgeprägt; es bilden sich "Orte" oder Bewusstseinsräume von Gleichgesinnten und diese Räume bezeichnet man als Hölle. Diese Orte entstehen aus der kollektiven aurischen Schwingung und Vorstellung der dortigen Menschen. Es sind keine Bestrafungsorte. Für jene sind diese Orte normal, weshalb sie sich weder bestraft fühlen, noch die Tendenz zeigen etwas anderes zu suchen. Jedenfalls gibt es keine außenstehende Instanz, welche in irgendeiner dogmatischen "Gerechtigkeit" Gemüter, welche nicht in die religiöse Schablone passen, bestrafen würde (dies ist meine Meinung). 

Es stellt sich die Frage, weshalb Menschen, die bösartig und ohne Reue zeitlebens gehandelt haben, wenn es kein Gericht gibt, ebenfalls in Höllensphären landen und nicht im Himmel. Die Antwort ergibt sich aus dem Gesetz: "Gleiches zieht Gleiches an". Diese Menschen gelangen nach ihrem Tod also dahin, wo sich Menschen ihrer gleichen Art finden. Das egoistische Verhalten all jener Menschen schafft Unfrieden, Unterdrückung etc. und bildet solcherart das Ambiente einer Hölle.

Falsche Reue und Selbstbestrafung

Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens Schuldgefühle angehäuft. Die Vorstellung für Schuld bestraft werden zu müssen, wird den Menschen durch Religion und weltliche Gerichtsbarkeit eingeprägt. Dies führt zu der irrigen Vorstellung, dass Schuld abgebüßt werden muss - überall, auch im Jenseits. Um den inneren Frieden finden zu können, setzen daher viele Menschen diesen Schuld-Vergeltungsmechanismus unbewusst in Gang. Diese Menschen schaffen dann aus ihrer Vorstellung heraus Orte der Qual, an denen sie ihre Schuldgefühle abtragen. Wie viel besser wäre es, wenn diese Verstorbenen im Jenseits versuchen würden, ihre früheren Verschuldungen durch gute Taten auszugleichen, um solcherart zu ihrem inneren Seelenfrieden zu finden.

Der Selbstbestrafungsmechanismus ist umso tragischer als oft nicht einmal Vergehen im ethischen Sinne vorliegen, sondern nur Verstöße gegen eine zeitbedingte weltliche oder religiöse Moralvorstellung. Wir wissen aus der Psychoanalyse, wie verheerend sich solch innerer Zwiespalt auswirken kann. Alle diese kranken, psychischen Muster werden in das Jenseits hinüber geschleppt und kommen gelegentlich in einer ersten kurzen Zeit zur Geltung. Sicherlich werden sich Helfer darum bemühen die Menschen aus dem selbstgeschaffenen Regelkreis heraus zu holen, aber sie tun sich hierbei oft sehr schwer.

Was die sich selbstpeinigenden Menschen dort benötigen ist eine Hilfe mit viel psychologischem Verständnis. Bisweilen können solche Schuldgefühle durch symbolische religiöse Handlungen getilgt werden (z.B. Seelenmessen, Anzünden von Kerzen, Gebete etc.). Die den Verstorbenen zugesendeten Gedanken werden durchaus empfunden, weil durch das Wegfallen der physischen Sinne die feineren Möglichkeiten seelischer Kommunikation sich besser entfalten können.

Eine Hilfestellung von jenseitigen Helfern durch gutes Zureden oder ein therapeutisches Gespräch wird oft dadurch erschwert, dass jene Seelen jeglichen Kontakt meiden und nicht ansprechbar sind.

"Die Gefesselte"
,,Die andere Welt", 14. Jg.(1963) II, 8, Seite 609-610

Letzthin begegnete ich hier einer beklagenswerten Frau, der ich hoffentlich mit der Zeit werde helfen können. Ich will versuchen, euch ihre Geschichte zu erzählen.

Ich sah sie in unzählige Knötchen von winzigen Fäden verwickelt. Sie hätte diese leicht zerreißen können, doch sie bildete sich ein, gefesselt und außerstande zu sein, einen Schritt zu tun. Von ihrem Schutzengel, dessen Dasein sie übrigens nicht einmal ahnte, konnte sie nicht erreicht werden. Ihre Natur schreckte bei der geringsten - sogar völlig unbedeutenden - Unannehmlichkeit zurück, was ihr ganzes Erdenleben verdarb. Eine kleinmütige Natur!"

Ich werde vermutlich viel Ausdauer brauchen, bis ich ihr aus dieser Lage herausgeholfen haben werde.

Bild aus: A. Ballabene, "Die Tempelstadt", Verlag: SOLARIS Spirituelle Edition, Wien, ISBN 978-3-901975-33-2

"Eingebildete Armut"
,,Die andere Welt", 14. Jg. (1963) Tl. II, Nr. 8, Seite 609-610

Dieser Fall handelt von einem Menschen, der sein Leben lang sehr reich war. Schließlich kam die allgemeine Wirtschaftskrise und brachte ihn um den größten Teil seines Vermögens. Es blieb ihm jedoch genug übrig, um damit ein bescheidenes Dasein zu führen. Ihr und ich - wir wären damit gut ausgekommen. Ihn aber drückte das Gefühl der Armut seelisch nieder. Er kam sich vor wie ein armer Teufel, und die Last dieser vermeintlichen Armut bedrückte ihn dermaßen, dass seine Gesundheit darunter litt. Sein Körper verlor an Widerstandskraft und vor kurzem raffte ihn schließlich eine Grippe dahin.

Jetzt geht er hier in Lumpen einher! Sobald er sieht, dass jemand naht, verbirgt er sich vor Scheu.

Wie gern - oh wie gern! - möchte ich ihm sagen können, er sei nur arm in seiner Einbildung! Allein die Zeit, da er mich verstehen wird, ist für ihn noch nicht gekommen...

Die Lehre davon? Wer sich auf Erden in ein Gefühl des Elends versenkt, der ruft es hier ins Leben und muss gewöhnlich solange darin verharren, bis er seine Lage ganz und gar unerträglich findet. Dann steigt aus seinem Innersten die tiefe Sehnsucht empor, unsere einzige Retterin!

 Höllen als Orte der Lust und Aggression

Die folgende Ebene, die hier als Hölle bezeichnet wird, ist kein Ort der Bestrafung. Es gibt überhaupt keine Bestrafung im Jenseits, außer der Selbstbestrafung (siehe vorheriges Kapitel). Es zieht im Jenseits jeden dort hin, wo er sich je nach seinen Eigenschaften "wohl" fühlt.

Viele Menschen fühlen sich dort hingezogen, wo ihnen die Möglichkeit gegeben wird, all die Wünsche, die sie zeitlebens unterdrücken mussten, auszuleben. Das sind zumeist Ebenen mit ziemlich ausschweifender Lebensweise, mit unterschiedlichen Abstufungen von harmlos bis wüst. Dort findet sich die Möglichkeit, das im Irdischen aufgezwungene Biederleben endlich zu kompensieren. Da aus der "Erfüllung" der Wünsche nicht die erhoffte Zufriedenheit erlangt wird, stellt sich über kurz oder lang Frust ein mit daraus resultierenden Aggressionen. Sobald dies der Fall ist, setzt sich die Wanderung auf eine weniger schöne Art fort. Es geht stärker bergab, Hass und Zorn nehmen zu - eine Autodynamik, die von vielen nicht kontrolliert werden kann.

Zurück zu jenem Ort, an dem die Wünsche ausgelebt werden. Besucher aus "höheren" Ebenen mag das Leben dort abstoßend erscheinen, ist doch Denken und Fühlen völlig anders gelagert.

Die meisten dieser Ebenen sind relativ harmlos. In der Literatur und diversen Botschaften werden jedoch gerne die tiefsten Orte geschildert, teils zur Kontrastierung, teils zur Abschreckung. Selbstverständlich kann jemand immer tiefer hinabrutschen. Eine Besonderheit der jenseitigen Welten ist die Tatsache, dass es keinen einschränkenden Rahmen wie in der irdischen Welt gibt (keine Materie, die reagiert, keine Gesetzeshüter, die bestrafen). Jeder kann seine Fantasien voll ausleben und da es kein Feedback und keine Zwänge gibt, kann sich der Mensch dadurch dem Normalen immer mehr entfremden. Die Menschen werden dadurch in manchen Aspekten extremer. Aus diesem Gesichtspunkt her findet sich auch eine der Sinngebungen einer irdischen Inkarnation - durch die im Irdischen herrschenden einschränkenden Grenzen wird die haltlos ins Extreme geglittene Seele wieder in einen kollektiv vertretbaren Rahmen eingeordnet.

Aus: Franchezzo, "Ein Wanderer im Lande der Geister", Bietigheim, Württ., Turm Verlag, Seite 65-68, Tl.1, Kap.6, Zwielichtland

Eines Tages kam ich bei meinen Wanderungen durch dieses Land in das Gebiet einer großen Stadt inmitten einer weiten, trostlosen Ebene. Der Boden war schwarz und trocken. Er war am besten mit den Ablagerungen von Asche, Schutt und Schlacken zu vergleichen, die man in der Nähe großer Eisenwerke findet. Ich befand mich gerade zwischen den Trümmern einiger verfallener Hütten, die den Übergang von der unglücklichen Stadt zu jener trostlosen Ebene bildeten, als ich einen großen Lärm und Streit vernahm, der aus einer Hütte zu mir drang. Neugierde trieb mich an, nachzusehen, worum es sich handle und ob nicht etwa ein Schutzbedürftiger hier anzutreffen sei.

Das Gebäude, in welches ich eintrat, glich eher einem Stall als einem Hause. In einem Raume stand ein großer, rohgezimmerter Tisch. Um ihn herum saßen ungefähr ein Dutzend Männer auf kleinen hölzernen Stühlen. Welche Männer! Sie waren fast eine Beleidigung für das menschliche Geschlecht und eher mit Orang-Utans zu vergleichen. Ihre groben, aufgedunsenen, entstellten Gesichtszüge erinnerten in ihrem Ausdruck an die Physiognomie von Schweinen, Wölfen und Raubvögeln.

Es ist mir unmöglich, diese Gesichter, diese missgestalteten Körper und verdrehten Glieder zu beschreiben. In ihren zerschlissenen Gewändern, ihrer Kleidung im irdischen Leben ganz ähnlich, boten sie einen grotesken Anblick. Manche gingen in der Tracht früherer Jahrhunderte einher, andere waren nach neuester Mode gekleidet. Insgesamt aber sahen sie zerlumpt, gemein und schmutzig aus. Ihr Haar war ungekämmt und hing ihnen wirr um den Kopf; ihre Augen erglühten bald im Feuer heftiger Leidenschaft, bald starrten sie in finsterer Verzweiflung oder boshafter Tücke vor sich hin.

Die Geister, welche ich in dem erwähnten Gebäude antraf, waren über einen Beutel voll Geld, der auf dem Tische lag, in Streit geraten. Einer von ihnen hatte das Geld gefunden und es als Einsatz gegeben, damit die ganze Gesellschaft darum spiele. Der Zank schien dadurch entstanden zu sein, dass jeder den Beutel einfach an sich nehmen wollte, ohne irgendwie die Rechte des anderen zu beachten. Die Rechtsfrage war zur Machtfrage geworden, und man bedrohte sich bereits in heftiger Weise. Der Finder des Geldes - oder besser des geistigen Gegenstückes unseres irdischen Geldes - war ein junger Mann von verhältnismäßig gutem Aussehen. Wären nicht die Spuren der Leidenschaften so tief in sein Antlitz eingegraben gewesen, so hätte er in diese verkommene Gesellschaft nicht hineingepasst. Er behauptete, das Geld sei sein Eigentum und wenn er es auch gesetzt habe, damit ehrlich darum gespielt werde, so dulde er doch nicht, dass man es ihm mit Gewalt abnehme.

Meinem Gefühl nach gab es hier nichts für mich zu tun. Nachdem ich diesen wüsten Ort verlassen hatte, hörte ich hinter mir ein lautes Gebrüll von Entrüstungsrufen und Verwahrungen. Kaum war ich ein kurzes Stück Weg gegangen und befand mich gerade bei einem anderen verlassenen Hause, als die ganze wilde Bande streitend und kämpfend aus der Hütte kam, um an den jungen Mann mit der Geldbörse heranzukommen. Sie drängten einander weg, während der Vorderste von ihnen den Ärmsten schlug, mit Füßen trat und ihm den Beutel zu entreißen suchte.

Als dies gelungen war, stürzten sich alle auf ihn, so dass der junge Mensch Fersengeld gab und auf mich zuzulaufen begann. In diesem Augenblick entstand ein gellendes Geschrei. Man schickte sich an, den Fliehenden wieder einzufangen und ihn wegen Betrugs zu züchtigen, da der Beutel statt des Geldes nur Steine enthielt. Es war gleich dem Feengold im Märchen verwandelt worden, jedoch nicht in welke Blätter, sondern in harte Steine.

Der unglückliche junge Mensch hatte sich eben an mich geklammert und mich laut gebeten, ihn vor diesen Teufeln zu schützen, als die ganze Bande in Verfolgung ihres Opfers auf uns losstürmte. Den armen Menschen mit mir reißend, sprang ich mit Blitzesschnelle in das leere Gebäude und zog die Türe hinter mir zu. Um unsere Verfolger auszusperren, stemmte ich den Rücken gegen die Tür. Großer Gott! Wie schrieen, stampften und tobten sie bei ihren Versuchen, durch die Türe einzudringen, und wie spannte ich meinerseits alle Kräfte des Geistes und Körpers an, sie abzuhalten! Damals wusste ich noch nicht, dass unsichtbare Mächte mir beistanden und die Türe zuhielten, bis endlich die Angreifer bemerkten, dass sie dieselbe nicht zu bewegen vermochten. Schließlich zogen die Ruhestörer enttäuscht und ärgerlich ab, um anderswo einen Anlass zu neuem Streit zu suchen.

Zu der obigen Geschichte möchte ich noch etwas in Hinblick auf die Festigkeit und Stabilität der Türe aus eigenen Beobachtungen hinzufügen. Es ist ja bemerkenswert, dass eine brüchige Türe von den vielen düsteren Gestalten dort nicht eingetreten werden konnte.

Aus: "Die Schicksalsbücher"
Als die beiden Freunde in das Vorfeld der ersten Bretterbuden traten, versperrte ihnen ein verwahrloster, breitschultriger Mann den Weg.

„Sieh mal an, Besuch“, grinste jener breit. „Ihr kommt wohl, um hier etwas Abwechslung zu finden oder uns zu verschaffen“, fügte er hinzu. „Jedenfalls bleibt ihr hier und macht mit oder bereut eure falsche Entscheidung.“

Als er merkte, dass er weder mit seiner Erscheinung noch mit seinen Worten den gewünschten Eindruck erweckte, pfiff er sein Gefolge herbei. Sofort erschienen von allen Seiten wenig vertrauensvolle Gestalten und umringten die beiden Freunde. Doch weder Albin noch Antonio hatten Lust sich zu unterwerfen. Der Boss der Gruppe deutete das Zögern richtig und riss eine Latte aus der Baracke, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Er ging auf Antonio zu und holte aus. Doch Antonio wehrte den Schlag mit seiner Hand mühelos ab. Ein kleiner Kampf war nichts, was Antonio beeindruckte, gab es doch in seinem vergangenen Leben mehr als genug davon.

Bezüglich Antonio verunsichert, versuchte es jetzt jener Typ bei Albin. Albin seinerseits war auch niemand, der sich gerne einen fremden Willen aufzwingen ließ. Er wehrte genau so ab wie Antonio. Hierbei spürte er, dass sich um seinen Arm, mit dem er die Latte abfing, so etwas wie ein Kraftfeld aufbaute, das den Schlag abbremste, so dass die Latte nicht einmal seinen Arm zu berühren vermochte. Noch einmal versuchte es der Bandenführer und er holte noch weiter aus. Jedoch die Latte glitt neben Albin vorbei. Albin war kaum ein wenig zur Seite getreten, hatte nichts weiter getan. Allein die innere Zuversicht und Bereitschaft wirkte als wäre ein unsichtbarer Schutzkäfig um ihn. Es war schwer zu sagen, wen dies mehr erstaunte, Albin oder den Bandenchef. Der Kerl versuchte es noch einige Male, schlug immer wilder und schneller zu, doch vergeblich.

Hämisch grinsend verfolgten die Bandenmitglieder das Geschehen. Es hatte den Anschein, als ob sie dem Boss wohl gehorchten, aber diesen keineswegs liebten und ihnen dessen Niederlage Freude machte. ...

Der Bandenboss war für Albin schon längst uninteressant geworden, aber jenes eigentümliche Kraftfeld, das er bei den Attacken erspürt hatte, beschäftigte Albin. Er grübelte nach und endlich sprach er es Antonio gegenüber aus. Dieser gestand, dass er die gleiche Erfahrung gemacht hatte und es auch ihm unverständlich wäre. Sie besprachen die verschiedensten Erklärungen, aber nichts von dem schien ihnen logisch zu sein. Letztendlich entschieden sie sich, es auszuprobieren.

Sie blieben stehen. Albin riss einem Strauch einen Ast ab und mit diesem schlug er leicht auf Antonios Schulter. Der Ast rutschte drei Handbreiten vor der Schulter Antonios ab. Albin versuchte es noch zwei mal in schaler Absicht und schlug beim dritten Mal heftiger zu. Nunmehr kam der Ast näher an Antonios Schulter heran, ehe er abglitt. Es war fast nur noch eine halbe Handbreite Abstand. Auch dies war eine neue Erkenntnis. Es hing offenbar mit der Willenskraft zusammen. Nicht Objekte und Körper waren es, die aufeinander prallten, sondern Wille gegen Wille.
Als Antonio auf Albin zuschlug, bestätigte sich dies.
Aus: Alfred Ballabene, "Die Schicksalsbücher", Verlag: SOLARIS Spirituelle Edition, Wien, ISBN 3-901 975-32-2

Bild aus: "Die Tempelstadt" von A. Ballabene

Anscheinend sind die Ebenen weniger homogen als es auf den ersten Blick zu sein scheint. Es gibt in ihnen Einschlüsse von Örtlichkeiten mit höherer oder tieferer Schwingung. Hier ein Beispiel aus einer eigenen Erfahrung.

"Kirche mit gestürzten Figuren" (eigenes Erlebnis)
Ich fand mich auf einer unauffälligen Stadtstraße, als ich ein klares Bewusstsein erlangte. Alles um mich war wie ausgestorben. Etwas ratlos schritt ich die Straße entlang und dachte nach, ob ich mich in einem bewussten Traum oder in einer Astralwelt befände, als ich die Rückseite einer Kirche erblickte. Es war eine hohe, schmucklose Steinwand aus großen, grauen Quadern. Diese fensterlose Rückseite der Kirche trug etwas an Verheimlichung in sich, so empfand ich es. Damit war auch meine Neugierde geweckt und ich ging näher heran.

Beim Näherkommen erblickte ich zwei unauffällige, geschlossene Holztüren, von denen ich eine durchschritt. Sie öffnete sich in einen Vorraum, von dem aus einige Stufen in den Keller führten und einige Stufen empor zur Kirchenhalle. Ich schritt letztere Stufen empor und befand mich zu meinem Erstaunen in einem domartigen Kirchengewölbe, anscheinend ohne Dach und im Tageslicht. In der Mitte war ein Schuttberg, den ich erkletterte. Hierbei gewahrte ich, dass ein Großteil der Steine aus gestürzten Figuren von buntem Marmor bestand. Gerade wollte ich diese Figuren genauer untersuchen, als ich durch das Tor der Vorhalle zwei riesige Vogelbeine erblickte. Der Rest war von meinem Blickpunkt aus nicht zu erkennen. Doch ich erahnte, dass es sich um eine menschenähnliche Gestalt von ca. 3 bis 4 Meter Größe handeln musste. Mein empathischer Sinn sagte mir auch, dass diese Gestalt einen stählernen Panzer trug. Die Ausstrahlung dieses Wesens war erdrückend und machtvoll und nahm an Intensität schnell zu. Meine Anwesenheit wurde anscheinend bemerkt. Ich sah mich durch diese machtvolle Ausstrahlung von Hass in höchster Gefahr und suchte schleunigst das Weite. Ich durchquerte zwei Seitenhallen und gewahrte zu meinem großen Glück eine eingestürzte Wandstelle, durch die ich ins Freie springen konnte.

Siehe: Alfred Ballabene, "Die Schicksalsbücher", Verlag: SOLARIS Spirituelle Edition, Wien, ISBN 3-901 975-32-2

"Die Helias-Höhle"
,,Die andere Welt", 1965/II, 16. Jg., Nr. 10, Seite 939-940

Die Vorgeschichte: Eines Abends las ich in einer Zeitschrift unter "Rat in menschlicher Bedrängnis" die Bitte einer hilfesuchenden jungen Frau. Sie klagte, dass Hassgedanken an ihre kürzlich verstorbene Mutter sie Tag und Nacht verfolgten. Sie schilderte ihre freudlose und vor allem lieblose Jugend voller Ungerechtigkeiten und Aufregungen, verursacht durch ihre herzlose Mutter, die auch an ihrer unglücklichen Ehe und überhaupt ihrem verpfuschten Leben schuld sei. Der unbezähmbare Hass übers Grab hinaus mache sie seelisch und körperlich krank. "Wer kann mir helfen?" fragte sie.

Mit der Absicht, ihr am nächsten Morgen zu schreiben, schlief ich ein. In der Nacht stand plötzlich die lichte Gestalt meines Schutzgeistes und Lehrers vor mir, der freundlich einladend zu mir sagte: ,,Komm mit!"

Ich verließ meine Körperhülle, und neben meinem Führergeist schwebte ich über eine kahle graugrüne Ebene, die wie von umnebeltem Mondlicht dämmrig beleuchtet war. Durch diese bedrückende Öde eilten wir einem hohen Gebirge oder Felsmassiv entgegen und landeten dort vor einer in die Tiefe führenden Öffnung. Mein Geistführer bedeutete mir gütig: ,,Steig dort hinab, du bist beschützt'."

Mich in seiner starken Obhut fühlend und bereits gewöhnt, geistige Dinge zu erleben, ließ ich mich durch den Felsspalt abwärts gleiten; wie mir schien, ging es in bodenlose Tiefen. Dann fühlte ich doch Halt unter den Füßen und befand mich in einer fast finsteren Höhle. Am Boden sah ich zerlumpte Kleiderbündel liegen; bei näherem Hinschauen erkannte ich jedoch, dass sie sich bewegten.

Da kam ein in Lumpen gehülltes, mageres altes Weib auf mich zugekrochen. Die Gedankenverbindung lag nahe, dies könne wohl die böse Mutter der unglücklichen jungen Frau sein. Der Anblick dieses armseligen Weibes erfüllte mich mit großem Mitleid, und als sie sich an mich herandrängte, richtete ich sie auf in dem Glauben, mein Besuch in der Unterwelt stehe im Zusammenhang mit dieser armen Seele.

In Unkenntnis der Gesetze nahm ich das Weib in meinen linken Arm und sagte ihr, dass ich ihr helfen wolle. In einem Liebesimpuls versuchte ich nun, mit dem rechten Arm in weitem Bogen einen magischen Lichtkreis um uns zu ziehen, mehrmals inbrünstig den heiligen Namen unseres Erlösers rufend, der Gewalt hat im Himmel und auf Erden... Aber, Oh Schreck! - Kein Laut kam über meine Lippen, so sehr ich auch in äußerster Anspannung versuchte, das Lichtwort zu sprechen. Plötzlich erkannte ich, dass an dieser Stätte der Finsternis und Gottesferne alles ,,schalldicht" ist und ewiges Schweigen herrscht.

Die Unselige entglitt meinem Arm und fiel zu Boden, wo sie regungslos liegen blieb.

Nun sah ich mich weiter um in diesem schaurigen Verließ. Jetzt nahte, schemenhaft aus der Dunkelheit auftauchend, eine kleine gnomenhafte Gestalt. Sie trug ein großes achteckiges beleuchtetes Schild vor sich her, auf dem wie im Kino bunte Filmszenen abliefen. Damit näherte sich die Gestalt langsam der Frau. Voll Entsetzen fuhr diese auf mit in wilder Abwehr erhobenen Armen. ,Nein, nein, ich will nichts sehen!" Es war ein verzweifeltes Sich auflehnen, bis sie erschöpft auf den Boden zurücksank. Mir war klar, dass es sich um Widerspiegelungen der Taten ihres schuldbeladenen Erdenlebens handeln musste; denn alle Gedanken, Worte und Werke sind in Ursache und Wirkung im ,,Lebensbuch" jedes einzelnen aufgezeichnet. Ich erkannte auch, dass hier nur die ,,Stimme des Gewissens" sprechen durfte. Die verstockten Herzen werden so lange gemahnt, bis sie ihre Verfehlungen eingesehen und bereut haben. Erst dann ist auch für sie der Läuterungsweg offen, der sie in die ewige Heimat zurückführt.

Bald kam wieder Leben in das beklagenswerte Wesen. Vorsichtig kriechend strebte sie fort. Ihren Blicken folgend, bemerkte ich einen schmalen Felsenspalt. Die Gedanken der Frau waren mir offenbar; sie beabsichtigte, durch diese Öffnung hinabzuspringen; wie sie glaubte, ins "Nichts", nur hier heraus aus dieser grauenvollen Finsternis und den immer wiederkehrenden Anklagen. Noch andere abstoßende Gestalten folgten ihr spähend und kriechend in der gleichen Absicht.

Nun sah ich etwas abseits zwei vor Felsspalten stehende größere Geistwesen. Sie schauten wie gebannt hinaus auf eine ferne, sonnenbeleuchtete Frühlingswiese. Intuitiv erkannte ich darin eine Spiegelung, die den beiden etwas fortgeschrittenen "Wächter"-Seelen ein Rückerinnern an lichte Erdentage vermitteln sollte, um auf diese Weise in ihrem verdunkelten Geist die Sehnsucht nach Licht zu wecken. Ich war erschüttert, dass an diesem Ort der Verbannung und Verzweiflung doch eine langsame Weiterentwicklung möglich ist, denn die unendliche Liebe des himmlischen Vaters lässt keines seiner verirrten und schuldbeladenen Kinder für alle Ewigkeit verloren, sondern lässt jedem einen Rückweg und die Heimkehr ins Vaterhaus offen, sei es auch nach einem langen Läuterungsprozess in unvorstellbaren Zeiträumen...

Inzwischen hatten die beiden "Wächter" die Fluchtversuche bemerkt. Sie wandten sich um und drängten mit ausgebreiteten Armen alle in die Höhle zurück.

Mein Verweilen in der Tiefe schien beendet, und ich strebte hinaus. Das am Boden kauernde Weib erkannte mein Vorhaben. Sie kroch mit giftig funkelnden Augen auf mich zu, hängte sich an mich und schrie: "Du Falsche, was hast du versprochen?" Und schon kamen andere elende Wesen geschlichen und umdrängten mich. Da verließ mich meine vertrauensvolle Sicherheit und ich rief inständig um Hilfe.

Ein breiter Lichtstrahl von oben umfasste mich. Erfreut dachte ich: ,,Hilfe ist da - aber wie komme ich hier heraus?" Doch schon pendelte ein armdickes Seil vor meinen Augen. Ich hielt mich daran fest, und beim Verlassen dieser unseligen Stätte wurde mir die Antwort auf meine Frage: "Helias-Höhle!" (von Hel).

Oben empfing mich lächelnd mein geistiger Führer und erklärte mir, jenes gedanklich gespiegelte Seil wäre unnötig gewesen, wenn sich mein Bewusstsein allein auf den Lichtstrahl konzentriert hätte.

Von meinem Führer zurückgebracht, erwachte ich in einem unerklärlichen Zustand: meine untere Körperhälfte war bis zum Herzen eiskalt, vom Herzen aufwärts alles brennend heiß. Nicht wenig erschrocken, versuchte ich, dieses schmerzliche Missverhältnis mit Beten, Atemübungen und Massagen zu beseitigen. Nach längerer Zeit erst wurde mir begreiflich gemacht, dass dieser disharmonische Zustand der gleiche sei, wie ihn die Unseligen in der "Helias-Höhle" empfinden und der mir bewusst bleiben sollte.

Nachdem sich meine Körperfunktionen wieder normalisiert hatten, überdachte ich lange dieses ungewöhnliche Erlebnis und schrieb es nieder. Vielleicht kann mein Bericht auch manchem anderen Leser zum Nachdenken anregen.

 

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