Kommerzialisierung und Verflachung

Im Bestreben Astralreisen durch Bücher oder Seminare einem breiten Publikum zugänglich zu machen, beziehungsweise die angebotene Methode zu einem garantierten "Erfolg" werden zu lassen, werden Fantasiereisen als Astralreisen deklariert. Oft ist die Methode mit Begleitmusik verbunden. Begleitmusik verhilft zu einer besseren Entspannung, für Tieftrance ist sie jedoch ungeeignet, da einem die Töne immer wieder in die Außenwelt rufen und aus der Tiefenversenkung herausholen oder sie führen zu einem Einschlafen. Als Astralreisen ausgegebene Tagträume oder Fantasien mögen interessant sein, sie sind jedoch nie faszinierend. Keineswegs führen sie zu veränderten, euphorischen Bewusstseinszuständen. Jedoch war es die euphorische Gefühlswelt mit veränderter Wahrnehmung, welche mich zeitlebens am Astralreisen so faszinierte. Hier die Beschreibung einer solchen Art der Wahrnehmung aus dem ebook "Lilith":

Wir gingen Hand in Hand, bewunderten die Blumen und betrachteten die verzierten Hausfassaden. Es war kein gewöhnliches Schauen. Lilith übertrug auf mich sehr starke Emotionen. Mit ihr an der Hand war alles so schön, dass es mich in Verzückung brachte. Ich nahm Erde in die Hand und roch daran. Sie hatte einen köstlichen, unvergesslichen Geruch. Es war keine bloße Erde im üblichen Sinn. Es war der Nährboden allen Lebens, etwas dem man nur mit Ehrfurcht begegnen konnte. Ich hob einen abgefallenen Ast vom Boden. Vor meinem inneren Auge entstand eine Nähe zu allem was Holz ist, als Körper der Bäume und auch als formbares Material, das die Bäume den Menschen als Gabe schenken. Ihr eigenes Leben, das sie den Menschen opfern, wofür die Menschen bei jedem Brett und jedem Scheit, das sie zur Hand nehmen, danken sollten.

Diese besondere, in kosmische Dimensionen erhobene Wahrnehmung vermittelte mir Lilith. Ich geriet in einen Rausch der Verzückung. Mein Bewusstsein tauchte in ihr göttliches All-Bewusstsein ein. Wir verschmolzen zu einer einzigen Persönlichkeit, mit gleicher Wahrnehmung und gleichem Empfinden.

Wie schon oft wurde mir auch diesmal bewusst wie wunderbar schön die Schöpfung ist. Ich lernte ihren unglaublichen Reichtum lieben. Alles, jedes Sandkorn, war durchwoben von Erinnerungen. Alles trug in sich Prägungen von oft endlosen Zeiten, die auf jedem Objekt ihre Spuren hinterlassen hatten. Es war in diesem Zustand kaum Leidvolles zu entdecken, denn Leid löste sich in diesem Glück auf. Leid erschien aus dieser Perspektive ein kurzer Zwischenzustand, ein kleiner Umweg zum Glück der kosmischen Einheit, dem Urgrund der Schöpfung.

 

© copyright Alfred Ballabene, Wien