Kukkuripa und seine Hündin

Während seiner Wanderungen durch Indien erblickte Kukkuripa eine halb verhungerte Hündin, die sich in einem Gestrüuch verkrochen hatte. Der flehende Blick der Hündin erweckte das Mitleid von Kukkuripa und er nahm die Hündin zu sich. Er teilte das Essen mit ihr und beide waren fortan unzertrennlich. Wo immer Kukkuripa war, ob er meditierte oder sich auf Wanderung befand, die Hündin war immer als treue Begleiterin an seiner Seite. Als Kukkuripa eines Tages eine geeignete Höhle fand, die zum Wohnen einlud, blieb er dort und widmete sich seiner spirituellen Vervollkommnung.

Die Jahre vergingen, zwölf Jahre waren es nun, als die Bewohner der 33 Himmel auf ihn aufmerksam wurden. Sie luden ihn ein in den Himmel zu kommen. Kukkuripa willigte ein. Sie gaben ihm zu Ehren Feste und versuchten ihn zu verwöhnen. Doch Kukkuripa interessierte das alles nicht, denn in seinen Gedanken war er bei seiner Hündin. "Ohne meine Hündin kann ich hier nicht glücklich sein", teilte er mit. Als die Himmelswesen meinten, dass eine Hündin im Himmel nicht zugelassen sei, erklärte er, dass dann der Himmel für ihn kein Ort des Bleibens wäre und er zurück zur Erde zu seiner Hündin wolle. Niemand konnte ihn mehr im Himmel halten und er kehrte zur Erde zurück.

Traurig und abgemagert fand er dort seine Hündin. Als sie ihn sah sprang sie ihm überglücklich in die Arme. In der weiteren Geschichte verwandelte sich die Hündin in seine Shakti, seine mystische Gefährtin, und half ihm die letzten Stufen der Vollendung zu erreichen. Kukkuripa wirkte bis in ein hohes Alter zum Wohle der Menschen. Bis in die heutige Zeit werden seine Lieder gesungen. Eines seiner Lieder will ich hier bringen. Es ist für mich von tiefer Weisheit geprägt.

Oh wie fern ist doch Buddha all jenen,
die sich um inneren Fortschritt mühen und plagen!
Wie sinnlos sind auch Rituale und Opfer.
(Weil das Ich es ist, welches all das anstrebt!)

Dann, wenn Buddha gegenwärtig ist,
und die Begnadeten sich selbst vergessen im Glück,
werden sie es dann überhaupt erkennen?
(ohne Ich, das darüber reflektiert?)