Kundalini

Unter Kundalini versteht man einen Symptomkomplex, der sehr häufig bei veränderten Bewußtseinszuständen auftritt.

Laut der Lehre Tantra Yogas ist die Kundalini als Lebenskraft in jedem Menschen vorhanden. Sie ist nur unterschiedlich aktiv. Wenn sie aktiv wird, so erweckt sie nach dem Tantra Yoga, je nachdem, welches Energiezentrum (Chakra) durch sie angeregt wird, verschiedene Fähigkeiten. Es sollten hierbei solche Fähigkeiten angestrebt werden, welche tiefere Einblicke in die innere Natur des Menschen gestatten. Das ist das Ziel der verschiedenen Praktiken des Tantra Yoga und all seiner Spielarten wie Kundalini Yoga, Kriya Yoga und so weiter.

Die Kundalini ist nach dem Tantra Yoga nicht geheimnisvoll, wohl jedoch ihre Erweckung und das Entwickeln spezieller Fähigkeiten, zu denen durch die Kundalini der Zugang ermöglicht wird.

Die Symptome, welche dem Begriff Kundalini zugeordnet werden, sind relativ klar definiert:

Wellen, die den Rücken emporlaufen

Hitzeerscheinungen, bisweilen lokal, bisweilen den ganzen Körper erfassend.

Dazu kommen noch akustische Phänomene und exstatische Zustände.

Diese, der Kundalini zugeordnete Komplex von Symptomen und Zuständen ist schon seit Jahrtausenden bekannt und wird in den verschiedensten Kulturen beschrieben. Wenngleich die Ausdeutung je nach Religion und Kulturkreis unterschiedlich ist, so ist die beschriebene Symptomatik einheitlich. Es existiert ein gut entwickelter Erfahrungsschatz an Übungstechniken in jeder Kultur und Religion. Auch hier lassen sich einheitliche Grundzüge herausfinden.

Zu dem Begriff "aktive Kundalini".

Man verwendet diesen Begriff gerne dann, wenn sich auf Grund verschiedener Symptome die Kundalini in Aktivität zu befinden scheint. Die meisten Symptome sind eine Folge von Bewegung und Fluss und weniger eine Folge der Stärke (Energiemenge). Unausgesprochen nimmt man an, dass eine starke Kundalini automatisch in Bewegung kommt. Das muss nicht stimmen. Es kann aus dem Blickwinkel der Menge an Kraft wenig Kundalini vorhanden sein, dieses Wenige sich aber in einem starken Erregungszustand befinden. Etwa wie durch einen kräftigen Kaffee unsere Nerven aufgeputscht werden können. Eine aufgeputschte Kundalini ist kein erstrebenswerter Zustand. Er kann durch übermäßigen Sex, Stress oder falsch angewendete Übungen entstehen.

Durch das Internet ist die Konversation und der Informationsaustausch intensiver als er je in irgend einer Zeit oder irgend einem Land war. Das führt dazu, dass bislang kaum beobachtete Fakten in Erscheinung treten. Eine Beobachtung jüngerer Zeit ist folgende: eine Veranlagung zu einer starken Kundalinikraft kann vererbt werden. Das führt dazu dass es in der Bevölkerung viele Menschen mit ähnlichen Erfahrungen gibt, wie sie aus dem indischen Yoga bekannt sind. Dadurch wird ein breiter gestreutes und vielfältigeres Wissen um die Kundalini bekannt. Vielleicht gibt es dadurch in unserer jetzigen Zeit einen neuen Erkenntnissschub auf diesem Gebiet.

Vom Standpunkt einer spirituellen Entwicklung kann man sagen, dass eine gute Veranlagung erfreulich ist, man sie jedoch nicht überbewerten sollte. Es kann jemand viel mitbringen und nichts daraus machen. Und es kann jemand aus wenig viel, ja sogar sehr viel machen. Hier zeigt das Leben die innere Kraft des Menschen. Es ist nicht entscheidend was wir erben, sondern es ist entscheidend, was wir im Leben aus uns machen.

Erscheinungsbild der Kundalini in OBE´s und in der Meditation:

Wärme und Hitze-Wahrnehmungen
Vibrationen, Wellen, Stöße, Schütteln
Töne wie Rauschen, Pfeifen, Summen etc.
Empfinden von einem kühlen Lufthauch
Lichtwahrnehmungen
Veränderte Bewußtseinszustände
Mediale und paranormale Erscheinungen

Die Frage nach der auslösenden Kraft ist nicht leicht zu beantworten - oder überhaupt nicht. In den diversen Religionen wird diese Kraft als göttliche Kraft definiert (z.B. "Heiliger Geist") und ist deshalb in einen streng religionsspezifischen Rahmen eingebettet.

Die Kundalini äußert sich je nach Ebene, in der sie wirkt, unterschiedlich. Gemäß den Wirkungsebenen äußert sie sich: physisch, astral, mental, spirituell.

In der Tradition des Yoga ist die Kundalini eine göttliche Kraft, die dem Menschen innewohnt. Die für den Yoga relevanten Hauptaspekte des Menschen sind Bewußtsein, mythologisch-philosophisch Shiva als höchster Bewußtseinsaspekt des Menschen (alle anderen Bewußtseinszustände werden als getrübt oder traumhaft bezeichnet), und die Lebenskraft (eine schöpferische magische Kraft), genannt Shakti, deren aktivste Erscheinung die Kundalini ist, die als solche auch Kundalinishakti genannt wird.

Die Kundalini wird in der Philosophie des Yoga nicht so einfach gesehen, wie sie in den westlichen Schriften zumeist beschrieben wird. Nach den Lehren des Kriya Yoga und anderer Yogarichtungen existieren von der Kundalini verschiedene Qualitäten der Manifestation. Damit in Zusammenhang stehen auch verschiedene Zustände, die sich in ihrer Tiefe unterscheiden.

Die Kundalini, welche im Rückenmark in Richtung Schädel emporsteigt, besitzt einen materiellen Aspekt (die organische Zuordnung von Wirbelknochen und Rückenmark), einen Astralen-, Mentalen- und Buddhi-Aspekt, wenn wir die uns geläufige theosophische Terminologie verwenden wollen.

Die spontan erwachte Kundalini

Im Allgemeinen macht sich die Kundalini im Menschen kaum bemerkbar - sie schläft, so heißt es im Yoga. In diesen Fällen, so nach allgemeiner Auffassung, sickert oder fließt ihre Vitalkraft langsam durch den Körper. Sie verteilt sich mitunter nicht gleichmäßig im Körper - auch das merkt man nicht. Man spricht von Blockaden und meint damit verstopfte Energiekanäle, wenn Regionen schlecht mit dieser Energie versorgt sind. Solches wird als Störung aufgefasst. Zahlreiche alternativ-medizinische Heilmethoden befassen sich mit solchen "Blockaden".

Im Yoga befasst man sich nicht mit Blockaden und Störungen. Das Ziel in diesen Disziplinen ist es die Kundalini als Kraft zu stärken und in Zirkulation zu bekommen. Man spricht dann von der "Erweckung" der Kundalini. Die hierbei angewandten Methoden greifen nicht immer.

Wie schon früher erwähnt kommt es immer wieder zu spontanen Aktivitäten der Kundalini, unter Menschen, die sich nie mit ihr, mit Yoga oder Spiritualität befasst haben. Man könnte meinen: "die Glücklichen, sie bekommen geschenkt, was viele Yogis sich mühsam durch Übungen und oft auch vergeblich zu erarbeiten versuchen." Leider sind jene Menschen nicht darüber glücklich, obwohl sie es sein sollten. Sie wissen mit dieser Kraft nichts anzufangen.

Nach allgemeiner Auffassung und durch viele Einträge in diversen Kundalini-Foren bestätigt, verhält sich eine spontan erwachte Kundalini sehr unvorhersehbar. Man kann sie mit einem ungezähmten Pferd vergleichen, das uns statt ins Paradies der inneren Harmonie zu bringen, uns in die Hölle psychischer Tiefen und Störungen trägt. Von Vertretern aus Heiler- und Yogakreisen, die sich mit solchen erratischen Erscheinungsweisen der Kundalini befassen, wird behauptet, dass viele psychische Störungen auf die Kundalini zurück zu führen sind und mit anderen als mit medikamentösen Mitteln behandelt werden sollten. Es ist ein Grenzgebiet zwischen Medizin und Psychologie und gelangt schon deshalb in einen Konflikt der Kompetenzzugehörigkeit. Eine dritte Position, nämlich eine mit spiritueller Sichtweise, erhöht die Möglichkeit anfechtbarer Interpretationen.

Die Parapsychologie befasst sich mit einem weiteren Phänomenenkreis einer erwachten und nicht kontrollierten Kundalini, nämlich den Poltergeistphänomenen. Diese sind paranormaler Art. Im einfachsten Fall führt sie zu Störungen vornehmlich an elektrischen Geräten. Es können auch Telekinese, physikalische Hitze und Kältephänomene entstehen und in sehr seltenen Fällen Teleportationen.

In allen Fällen einer unkontrollierten Kundalini stellt sich die Frage: Wie kann man die Kundalini unter Kontrolle bekommen?

Das lässt sich nur sehr schwer, wenn überhaupt beantworten.

Sicherlich wäre es hilfreich, ein körperliches und seelisches Gleichgewicht zu finden. Aber schon hier stellt sich die Frage wie solch ein Gleichgewicht aussieht. Im Osten wird dieses Gleichgewicht durch viele Lebensvorschriften angestrebt, mit der Ernährung beginnend bis zu Bewegung, Atmung und innerer Ausrichtung. Diese Ratschläge fußen zumeist auf ideologisch-religiös orientierten Auffassungen.

In der westlich orientierten Gesellschaft verschiebt sich das Augenmerk mehr von der äußeren Lebensweise hin zur Psyche. Es wird hierbei die Ansicht vertreten, dass in erster Linie psychische Kräfte für das Ungleichgewicht der Kundalini verantwortlich sind.

Wie immer man die Ursachen ansiedelt, so empfiehlt es sich, auf unser Inneres zu lauschen. Das ist zwar schwer durchführbar, kann uns aber die Ursachen von Störungen entdecken lassen, so wir bestrebt sind ehrlich uns selbst gegenüber zu sein.
Wenn man etwas Zeit aufbringen kann, gibt es eine Reihe von Hilfen zur Harmonisierung innerer Kräfte, wie etwa Ausgleichsport oder diverse Bewegungsübungen wie Tai Chi, Sonnengebet und andere Übungen dieser Art.

Kundalini und Sexualität

Sexualität ist von größtem Einfluss auf die Kundalini. Aus diesem Grund gibt es auch Praktiken, in denen versucht wird ausschließlich durch Sexualität die Kundalini anzuregen. Natürlich nicht durch puren Sex, sondern mit entsprechender innerer Ausrichtung, in der Absicht die frei werdenden Kräfte zu lenken. Ich glaube, dass es in erster Linie nicht der Sex ist, der hierbei wirkt, sondern der Zustand unseres Gehirns. Unser Gehirn arbeitet bei Sex, aber auch bei Erotik und Verliebt-Sein anders als im Normalzustand. Es werden hierbei besondere Botenstoffe freigesetzt, welche uns in einen gehobenen, euphorischen oder verklärten Zustand bringen, je nachdem, ob ein Orgasmus oder Verliebt-Sein der Auslöser ist.

Sexualität kann den Anstoß für das Erwachen der Kundalini geben. Sie ist jedoch mit einem Feuerstein vergleichbar. Ein Feuerstein kann eine Flamme entzünden, er kann sie aber nicht nähren. Dazu bedarf es eines anderen Materials. In unserem Fall ist es Liebe, die liebevolle Zuwendung zu allem was lebt. Solcherart versuchen wir den Funken zu einem immer währenden Feuer zu entzünden.

Es ist ein großer Unterschied, ob ein Orgasmus oder lang anhaltendes Verliebt-Sein praktiziert wird. Im Orgasmus können die tiefsten, kosmischen Zustände erlebt werden, Lichtphänomene und all das, was man sonst der Kundalini zuschreibt. Aber der Zustand hält nur kurz an. Er kann uns tiefe Erlebnisse bringen, die neue Einsichten in die Grundfragen Mensch und Kosmos bewirken. Was jedoch einen gelebten Yoga kennzeichnet ist letztlich die Umgestaltung der Persönlichkeit und das spirituelle Heranreifen. Hierzu sind jene Zustände besser geeignet, die zwar weniger beeindruckend sind, jedoch in einer gleichmäßigen Flamme durch längere Zeiträume wirken. Diese gleichbleibenden gehobenen Zustände können wir zum Beispiel einsetzen, um uns bei Spaziergängen mit der göttlichen Allkraft zu verbinden und ihr Wirken in all dem grünen und flatterndem Leben um uns zu erkennen. Wir können dadurch Liebe, Spiritualität und Religiosität in uns zur Entfaltung bringen.

Energieströme

Je nachdem wie die Energieströme fließen oder auch nicht fließen, zeigen sich diverse Nebeneffekte - Begleiterscheinungen der Kundalini.

Viele sind stolz darauf, dass ihre Kundalini "aktiv" ist. Sie begründen dies mit Hitze-Erscheinungen in der Wirbelsäule, Druck am Steißbein etc. Da liegt ein großer Irrtum vor! Die "aktive" Kundalini wird hierbei nach Begleiterscheinungen beurteilt. Je stärker die Begleiterscheinungen sind, desto aktiver, glauben jene, ist die Kundalini. Die Begleiterscheinungen entstehen jedoch dann, wenn es sich reibt oder staut, also dann, wenn die Energiekanäle im Verhältnis zur Energiemenge zu schwach sind. Bei einem optimal angepassten Körper kann man die Stärke der Kundalini nicht mehr auf Grund von Begleiterscheinungen feststellen. Man erkennt dann die aktive Kundalini an der inneren Kraft, die man besitzt und nicht an Hitze, Kribbeln, Druck oder dergleichen. Es ist wie bei einem Stromleiter - ist das Kabel zu dünn und der Strom stark, so erhitzt sich das Kabel. Jetzt zu glauben, dass nur dann Strom fließt, wenn das Kabel heiß wird, ist sicher ein Irrtum.

In unserem Körper verlaufen die verschiedensten Energieströme. Außer den Energieströmen, die an der Oberfläche des menschlichen Körpers verlaufen gibt es auch solche, in denen sich ein Energieaustausch zwischen Innen und Außen vollzieht. Ein wesentlicher Energieaustausch, der als "der Kundaliniaufstieg" bezeichnet wird, fließt vom Boden den Zentralkanal (Akupunktur) oder die Wirbelsäule (Yoga) hinauf und tritt an den Chakras, jedoch vornehmlich am Scheitel wieder aus, um sich von dort aus auf der Oberfläche zu verteilen und abwärts zu fließen.

Der innere Energiefluss beginnt dort wo wir den Boden berühren - bei den Yogis, die sitzen, an der Basis der Wirbelsäule oder am Damm. Es wird generell so gesehen, dass die Kundalini von dieser Region her aufsteigt. Abweichend hiervon sind einige Methoden im Chassidismus (jüdische Mystik) wo man die Energien von den Fußsohlen her hochleitet (z.B. Vokalübungen IEOUA - Jehova).

Im indischen Yoga (Tantra) gibt es noch die Auffassung, dass um den Zentralkanal zwei weitere wichtige Kanäle (Nadis) in dreieinhalb Windungen sich nach oben schlängeln. Diese zwei Kanäle heißen Ida und Pingala. Sie führen einen warmen und einen kühlen Energiestrom. Es scheint, dass eine bildliche Darstellung dieser Lehre von den zwei Kanälen, die sich um den Hauptkanal winden, als Hermesstab über den Orient bis nach Europa vorgedrungen ist.

Hermesstab

Die Auswirkung der Kundalini auf die Chakras

Bezüglich der Position der Chakras heißt es: je höher ein Chakra positioniert ist, desto feiner und höher ist seine Schwingung und ebenfalls die Schwingung der feinstofflichen Substanzen, die hindurch strömen. Wenn die Kundalini aktiv ist und aufsteigt, verstärkt sie mit ihrer Kraft die Wirkungsweise jenes Chakra dass in dem Menschen am meisten aktiv ist bzw jenen Bewusstseinszustand in dem der Mensch sich befindet. Und hier zeigt sich die Komplexität der Kundalini: je nachdem was zu ihrer Erweckung führte, macht sie sich nun auch bemerkbar. Wird sie z.B. durch Drogen oder niedere magische Handlungen stimuliert und erweckt, macht sie sich die Kundalini lediglich als energetische Kraft in das herrschende Chakra dass bekanntermassen ein niederes ist, bemerkbar. Ihr innerer Aspekt, der geistig- spirituelle tritt gar nicht zur Geltung. Die Kundalini ist hier mit einem Brandfeuer vergleichbar. Es ist ein gefährliches Unterfangen, den es wird durch sie jenes Bewusstseinszustand noch verstärkt, dass dem geistigen Fortkommen des Menschen hinderlich ist. Hier wirkt die Kundalini also nur als Kraft, nicht aber als innerer Lehrer.

Je höher also die Bewusstseinsausrichtung des Menschen, desto höher die Entfaltung des wahren Wesen der Kundalini.

Es ist jedoch noch unklar, welche Instanz für die Schwingung ausschlaggebend ist, ob es die Chakras sind, die Kundalini oder ein Gesamtbefinden (das sich in der Aura zeigt).

Die Kundalini als innerer Lehrer

Viele glauben/ten ursprünglich, dass man durch Übungen die Kundalini empor steigen lässt, von Chakra zu Chakra. Oben angelangt macht es Klick und man ist erleuchtet. So einfach ist es (zum Glück) nicht, denn sich entfalten, dem vielfältigem, großem und alles durchseelendem All-Bewusstsein entgegen zu streben, bedeutet auch innerlich zu reifen und zu lernen. Die Kundalini ist Energie. Sie ist nicht Erleuchtung, selbst dann nicht, wenn wir uns von Licht eingehüllt wahrnehmen. Eine Lichtwahrnehmung mag Sekunden oder Minuten andauern und der Zustand mag "Erleuchtung genannt werden - für diese kurze Zeit. Auf das Leben bezogen ist man deshalb noch lange nicht erleuchtet.

Durch die Kundalini können wir uns öffnen und das Leben um uns direkter und in einem Prozess der Identifikation erleben. Die Kundalini lehrt uns das Schöne, aber auch unsere Schattenseiten zu sehen und sie zu akzeptieren. Sie lehrt, mahnt, zwingt uns die Fehler zu korrigieren. Sie bringt Licht in die Dämmerung unserer Seele. In diesem Licht ist es möglich sich dem göttlichen Prinzip zu nähern. Für jeden Schritt, den wir tun, kommt uns das göttliche All-Bewusstsein drei Schritte näher. Wenn wir bereit sind, können wir auch die Nähe der göttlichen Allkraft erspüren, ja sogar wahrnehmen - als die Göttin in Gestalt unserer Shakti oder als männliche spirituelle Führung.

Die Auswirkung der Kundalini auf die Chakras.

Die Kundalini lehrt uns auf unterschiedliche Art.

    Krankheiten
Gleich vorweg: die Kundalini verursacht nicht die körperlichen oder psychischen Störungen, sondern sie verstärkt sie. Sie ist eine starke innere Kraft, die sich vielleicht über placebo oder nocebo Wirkungen manifestieren kann oder auf andere Art.

Solange jemand nicht in der Lage ist nach innen zu hören, um zu erkennen wie die Energien fließen, wo sie stocken und was sie zum Stocken bringt, lehrt die Kundalini auf äußere Art, nämlich über den Körper - die Menschen werden krank und bleiben das so lange, bis die innere Fehlhaltung korrigiert ist. Die Krankheit existiert chronisch weiter und vermutlich liegt es an einer Fehlhaltung in der Lebensweise oder in der Psyche, die sich psychosomatisch auf den Körper auswirkt.

Krankheiten, die durch die Kundalini verursacht werden, sind eigenartig. Solche Krankheiten kennt man aus dem afrikanischen und eurasiatischen Schamanentum: der Mensch leidet unter einer körperlichen Störung, die kein Arzt in der Lage ist zu heilen. Sobald die von den "Ahnen Erwählten" den Weg des Schamanentums gegangen waren, waren sie von einem Tag auf den anderen geheilt, obwohl sie schon durch Jahre an der Krankheit gelitten hatten. Diese Menschen sind nach dem Glauben jener Schamenentraditionen von den Ahnen gezwungen worden den Schamanenweg zu gehen. Sind sie Schamanen geworden, so waren sie augenblicklich geheilt. Haben sie sich geweigert, so hatte sich die Krankheit immer mehr gesteigert, mitunter bis zum Tod. So wurde es in jenen Völkern geglaubt und hat es sich auch oft und oft bewiesen. Natürlich ging jeder von ihnen zuerst zum Arzt und versuchte alles Mögliche. Der innere Weg jedoch ordnete alles neu; das Leben und auch die inneren Kräfte.

    Auswirkung über die Psyche
Hier gilt alles, was über die chronischen Krankheiten des Körpers geschrieben wurde. Depressionen sind sehr häufig. Ein vernüftiger Mensch wird jedoch immer zuerst den Arzt aufsuchen und erst dann, wenn alle Mittel nicht helfen nach Alternativen suchen.

    Nach innen Lauschen
Durch ein nach innen Lauschen bekommt man ein Gespür für die inneren Geschehnisse. Ab nun geht es steil nach oben, vollkommen gleichgültig ob die betreffende Person nun Yoga praktiziert oder nicht - der Kundalini ist dies gleich. Eine innere Harmonie und Ausgeglichenheit ist bald erreicht.

    Innere Kommunikation
Hier läuft alles bestens. Wenn irgend etwas nicht klappt, wird eine Frage nach innen gerichtet und es erfolgt sofort eine Antwort mit dem Hinweis, was zu ändern wäre oder wie weiter vorgegangen werden soll. Wer diese innere Antwort gibt ist allerdings in den meisten Fällen nicht geklärt. Die Botschaft kommt von innen, wer oder was die Botschaft weiter gibt lässt sich zumindest im Alltag nicht erkennen. In Trance ist eine Zuordnung leichter möglich, wenngleich Zweifel an der Interpretation durchaus legal sind und auch gesund, weil sie den Menschen für Neues offen lassen und nicht in eingefahrene Bahnen zwingt.

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