Energie-Polaritäten in der Traumsymbolik

Aufzählung einiger Traumsymbole, welche uns über unseren energetischen Zustand Aufschluss geben. (siehe auch Abschnitt – energetische Träume)

Unsere inneren Energien bauen auf einem Spannungsfeld von Wärme und Kälte auf. Dazwischen ist der ausgeglichene Zustand des Wohlbefindens. Diese Polaritäten von Heiß und Kalt erstrecken sich von der Körpertemperatur - im Extrem Fieber und Schüttelfrost bis hin zu den feinstofflichen Energien, welche der gleichen Polarität angehören, jedoch von anderem Ursprung sind als die Energien der Körperwärme.

Für die Energien im feinstofflichen Bereich gilt außer den Qualitäten Hitze/Kälte noch eine lokale Zuordnung von 

  • Hitze – Bereich des Abdomens 
  • Kälte – Kopfbereich 
  • Ein Energieausgleich entspricht der örtlichen Zwischenregion, dem Brustbereich.

Mond Yin weiß

kalt

Kopf Schnee, Wasser
Sonne

-

gelb

-

Brust Färbigkeit
Feuer Yang rot heiß Abdomen Vulkan, Schlange

 Mond, Yin: ist aus der Warte der Chakraübungen dem Ajna-Chakra, bzw. dem Kopf zugeordnet. Die symbolischen Erscheinungsformen sind meist in Gestalt von Schnee (weiß und kalt) oder Wind (Achtung: Wind besitzt oft auch andere Bedeutung, siehe Symbolik der Elemente). Bei hoher Medialität wird oft ein kühler Lufthauch vom Kopf her kommend empfunden.

 Feuer, Yang: hat seinen Ursprung im Muladhara bzw. im Hara (Bauch) - je nach Überlieferung, ob indisch oder taoistisch (bzw. tantrisch). Das Muladhara ist im Yoga das Erdzentrum. Erde ist die gebundene Yang-Energie. Yang, das sich nach oben hebt wird zu Feuer.

Yin Symbolik im Traum (kalt, weiß)

Yin als Traumsymbol in seiner Wechselwirkung, in seinem inneren Strömen wird sehr oft durch das Strömen des Wassers, z.B. Fluss, Wasserleitungen, Drainage ausgedrückt. Deutlich erkennt man die Symbolik in ihrer Zuordnung zur Yin-Energie bei energetischen Störungen, weil diese oft mit organischen Gegebenheiten verbunden sind und man dadurch die Traumsymbole durch körperliche Symbole in ihrer Zuordnung bestätigt finden kann. Hierfür typische Traumbilder sind: Wasserrohrbruch, Überschwemmungen, ins kalte Wasser fallen etc.

Wasser Traum: "Ich befinde mich in einer leeren Wohnung, die mit triefend nassen Spannteppichen ausgelegt ist. Auch die Mauern sind feucht benetzt. Ich wache auf und fühle mich fröstelnd. Ich nehme mir fest vor, dass mir gesundheitlich nichts passieren würde und schlafe wieder ein. Nach etwa zwei Stunden erwache ich erneut und bin ganz heiß und schweißgebadet. Am Morgen jedoch bin ich frisch und bei guter Gesundheit."

 Milch: Durch ihre ernährende Eigenschaft gilt die Milch als Symbol einer aufbauenden, harmonisierenden Yin Energie.

"Mit einer Gruppe von Leuten befinde ich mich auf einer Wiese. Da ruft jemand "Vorsicht" und wenig vor mir sehe ich eine Schlange, die in gleitenden Sprüngen durch die Gruppe eilt. Eine Frau stellt nun eine Schale Milch vor die Schlange hin. Um in die Schale zu schauen richtet sich die Schlange ein wenig auf. Die Frau ergreift nun die Schlange am Genick und hält sie über die Milch hin. Nachdem die Schlange, erst jetzt sehe ich, dass sie eine schöne silberne Zeichnung trägt, von der Milch gekostet hat, beginnt sie diese zu trinken.

"Mit einer weißen Katze war ich während der ganzen Nacht eingesperrt; dabei drohte sie fast zu verhungern. Am Morgen konnte ich ihr endlich Milch geben, und sie trank diese ganz hastig und tauchte ihren Kopf fast in die Schale hinein."

-> Verschüttete Milch ist ein Zeichen für Verlust an Lebenskraft.

Feuer, Yang (heiß, rot)

 Blut als Yangsymbol "....im Traum. ..Der Knall war so stark, dass ich gleich vollbewusst war. Im selben Moment hatte ich das Gefühl, wie wenn ich vom Bett weggeschleudert und wieder zurückfallen würde. Es folgte eine sehr starke Belebung des ganzen Körpers. Dann schlief ich wieder ein und nun kamen ganz verworrene Traumbilder von roten Flüssen - Blut rann über Wasserfälle hinunter, oder Springbrunnen waren mit roter Flüssigkeit gefüllt."

Wein: Wein in seiner Qualität als Flüssigkeit und in seinem Hitze Aspekt (Alkohol), speziell Rotwein, stellt ein sehr zutreffendes Symbol für die Kundalini dar und fand Eingang in die Rituale von diversen Religionen (Judentum, Christentum) bis zum Tantra (in welchem der rituelle Konsum von Alkohol eines der fünf heiligen Rituale ist). Zudem galt Alkohol wegen seiner berauschenden Wirkung als Symbol für spirituelle Verzückung und den Geist Gottes. "Im Ashram hat es eine große Feier gegeben und wir sitzen danach alle am Mittagstisch beisammen. Wir haben auch Wein am Tisch stehen. Eigentlich wäre mir weißer Wein lieber gewesen, aber es ist nun mal roter. Dafür ist er recht kühl, um nicht zu schaden. Wir trinken ihn mäßig nach dem vegetarischen Mahl und in gehobener Schwingung. Der Wein beflügelt unseren Geist, jedoch ganz anders als drüben im Nachbarraum mit Gasthauspublikum. Es kommt nämlich darauf an, in welcher Verfassung man ihn trinkt. Bei uns herrscht sakrale Stimmung." "Gehe auf einen Weinberg auf einem großen ungegliederten Südhang. Viele Menschen arbeiten hier, es wird gepflügt, die Reben werden geschnitten und es herrscht ein reges Treiben. Ich spreche mit einem Mann, der mir sagt, dass alle Schlangen tot wären und nun erst fällt mir auf, dass der Erdboden fast ganz mit toten Schlangen bedeckt ist. Einige regen sich noch und ich erwache aus dem Traum." Deutung: der Wein stellt die sublimierten Triebkräfte dar. Zu den natürlichen Triebkräften, wie sie durch die Schlangen dargestellt werden, herrscht noch ein ambivalentes Verhältnis und es herrscht das Bestreben sie zu bekämpfen, abzutöten. Diese Einstellung wurde sicherlich vom Christentum als hiesiges Kulturelement übernommen. Es wird übersehen, dass die Triebkraft die Basis spiritueller Kraft ist (Sexualität und Erotik führt zu veränderten Bewusstseinszuständen).

 Gold - das "alchemistische" Verschmelzen von Yin und Yang (= Sublimation)

Die Verschmelzung von Yin und Yang bedeutet, dass der innere polarisierte Spannungszustand ausgeglichen wird - eine Harmonisierung. Vom Standpunkt des Yoga ist ein Ausgleich (Harmonisierung) im Prinzip wünschenswert. Die Tatsache, dass man sehr oft bewusst eine Polarisierung (Spannung) fördert, liegt darin begründet, weil dies belebend wirkt und weil dadurch das allgemeine Energieniveau gehoben werden kann. Der energetische Yoga besteht aus einem Spiel von aufputschen (Polarisierung) und Ausgleichen (zähmen der aktivierten Kräfte). Die Verschmelzung von Yin und Yang ist demnach kein Endziel, sondern eine Zwischenphase der Festigung eines erworbenen Energieniveaus. Der im Yoga angesteuerte Prozess (Durchlichtung, Spiritualisierung = Bewusstwerdung) geht nach wie vor weiter.

Butter: Die goldfarbene Butter ist ein Sublimat aus der Yin - Lebensenergie. Aus der weißen Milch (Yin) wird die goldgelbe Butter (Sublimation) durch einen Umwandlungsprozess erzeugt.

 Öl: Öl hat die Bedeutung "goldenes Wasser", aus ihm entsteht Licht. Es besitzt die Eigenschaften beider Gegensätze -- das Flüssige vom Wasser und das Brennbare vom Feuer. Diese Verschmelzung konträrer Elemente hat geradezu etwas Magisches an sich und es verwundert nicht, dass das Öl in Mythologie und Religion Bedeutung erlangt hat. Da unter Wasser (Wasser des Lebens) meist die Libido verstanden wird, so können wir Öl als die sublimierte und aufgespeicherte sexuelle Energie betrachten. Solcherart kann man aus der Warte des Yoga das Bibelgleichnis von Matthäus (25, 1-15) verstehen:

Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen: "Dann wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleichen, die mit ihren Lampen dem Bräutigam entgegen gingen. Fünf aus ihnen waren töricht und fünf klug. Die Törichten hatten zwar ihre Lampen bei sich, aber ohne Öl. Und die Klugen trugen in Krügen noch Öl für die Lampen bei sich. Der Bräutigam blieb länger aus und alle wurden schließlich schläfrig und nickten ein. Da, um Mitternacht, erscholl der Ruf: "Der Bräutigam! Auf! Gehet ihm entgegen!" Alle jene Jungfrauen erhoben sich und machten sich ihre Lampen zurecht. Da baten die Törichten die Klugen: "Gebt uns von eurem Öl! Unsere Lampen gehen aus!" Die Klugen aber sagten: "Das geht nicht an; es möchte sonst für uns und euch nicht reichen! Geht lieber zu den Krämern!" Sie gingen hin, um zu kaufen. Da kam der Bräutigam. Die bereit waren, gingen mit ihm zur Hochzeit ein und die Tür wurde geschlossen. Später kamen auch die anderen Jungfrauen; sie riefen: "Herr, mach uns doch auf!" Doch er erwiderte: "Fürwahr, ich sage euch, ich kenne euch nicht!" So seid denn wachsam, weil ihr weder den Tag noch die Stunde wisset!"

Aus "Dichter erzählen ihre Träume" von Martin Kiessig, 1976, I.Kurz, Seite 99 "Um das Jahr 1890 in Florenz, zu einer Zeit, wo ich vorübergehend an körperlicher und geistiger Gedrücktheit litt, die mir das Arbeiten erschwerte, erwachte ich eines Nachts durch eine Stimme von entzückendem Wohllaut, die mir rezitativisch ins Ohr sang: "Fehlt's deinem Lämpchen an Öl?" Es klang wie ein Arielgesang, halb neckend und zugleich liebevoll aufmunternd, und hallte noch melodisch im Raume nach, als ich schon erwacht war. Eine tiefe Beseligung blieb davon zurück."

Yin-Yang im Kundalini Yoga (Yin/Yang als Meditationserlebnis)

Im Kundaliniyoga wird versucht die in jedem Menschen vorhandenen und schwach aktiven Yin-Yang-Kräfte in höchstem Maße zu steigern. Dieses in Gang gesetzte gesteigerte Energieniveau setzt im Menschen innere Energieströme in Gang, die an sich das Bestreben haben, die getrennt lokalisierten Energieansammlungen (z.B. Kopf, Basis der Wirbelsäule) wieder auszugleichen. Der wahrgenommene Kundalinistrom ist demnach eine Art Entladung bzw. Ausgleich von inneren Ungleichgewichten (Polaritäten).

Die beiden Kräfte Yin und Yang fließen laut Yoga durch zwei Nadis (Kanäle) die sich um die Sushumna (Wirbelsäule) winden. Die Nadis heißen Ida und Pingala. In der Meditationspraxis vernachlässigt man den etwas verwirrenden Strömungsverlauf und übt einfach geradlinig auf die Wirbelsäule, indem man sich auf- und abströmende Kraftflüsse vorstellt.

Der Taoismus ist bezüglich der Energieströme im Menschen etwas genauer und besser informiert als der Yoga, siehe z.B. die Akupunktur. Bei den Chinesen wird die Grundenergie Chi in Lichtenergie umgewandelt. Die Polarisierung in Yin und Yang ergibt sich daraus, daß das Chi in verschiedenen Spannungsfeldern kreist, umgewandelt und durchlichtet (verdichtet) wird. Diese Spannungsfelder oder "Generatoren" werden als körperliche Organe gedacht:

    - Das Herz steht für Feuer und Yang-
    - Das Abdomen für Wasser und Yin-

Durch das Vermengen von Feuer und Wasser (Yang u. Yin) erfolgt die Umwandlung in einen höheren "Aggregatzustand" (chin. alchemistisch wird das Wasser durch die Einwirkung von Feuer verdampft). Die Praxis beweist, daß diese Techniken zielführend sind, die Erklärungsversuche sind aber sehr problematisch. Es könnte genauso sein, daß die "höheren Energien" durch die Konzentration (Meditation) entstehen (die Organe wären dann bloß Konznetrationsobjekte). Die Wirkungsweise des taoistischen Yoga läßt sich also nicht aus den Organen erklären, vielleicht aber durch die Technik:
Das Hinunterdrücken der Hitze (des Feuers zum Wasser) erinnert an die Technik des gehauchten Herzensgebetes, bei dem der Atem hinuntergepreßt wird.

Das Hitzezentrum ist bei den:

  • Chinesen das Herz
  • Tibetern der Nabel (Manipuraregion)
  • Indern das Manipura Chakra (Nabel)

Auch im taoistischen Yoga begnügt man sich nicht Chi über Yin und Yang in Ching (goldfarbenes Sublimat) umzuwandeln, sondern genausowichtig ist die Nachbeschaffung von Grundenergien, die in den Umwandlungsprozess einbezogen werden.

Yang im Kundaliniyoga

Yang manifestiert sich im Kundaliniyoga als eine erdhafte körperliche Grundenergie, erkennbar als Vitalität, aber auch in Form von Hitze und Bewegungsphänomenen. Yin ist nicht so greifbar erdhaft und in seinem Ursprung und in der Möglichkeit seiner Wahrnehmung subtiler. Wenn wir von den etwas verwirrenden taoistischen Zuordnungen absehen, so ist Yin im Kopf beheimatet und mit den Denkprozessen im Kopf verbunden, mit deren Steuerung, was auch oft mit Willenskraft gleichgesetzt wird, denn diese ist dazu wohl nötig. Die Yin-Übungen sind demnach typischerweise Konzentrationsübungen, Kontrolle der Gedanken durch innere Stille, In-Sich-Hineinhören etc. Die Yin-Übungen sind allesamt sedierend, während die Yang-Übungen, oft verbunden mit Körperübungen, absolut belebend sind.

Kundalini in seiner Manifestation als Yang

Kundalini-Übungen sind belebend und stärken die Vitalität, weshalb viele Kundaliniübungen, die zur Hebung von Yang-Energie gedacht sind im Westen als Gesundheitsübungen übernommen wurden, in völliger Zweckentfremdung ihrer ursprünglichen Absichten (z.B. der Hath Yoga). Bei den Kundalini (Yang) - Übungen wird versucht im Menschen Hitzeströme zu aktivieren, die dann durch Verschmelzen mit Yin wieder ausgeglichen werden. Dieses Erzeugen von Hitzeerscheinungen erfolgt sowohl durch Muskelkontraktionen in verschiedener Höhe der Wirbelsäule, um gleichzeitig die damit einhergehenden Hitze-Vorstellungsübungen zu erleichtern. Gleichzeitig erfolgen Übungen auf die gesamte Wirbelsäule, um Blockaden zu beseitigen. Wenn merkbare Energieströme in Gang gesetzt werden, so bezeichnet man diese als Kundaliniströme.

Beim Erwachen der Kundalini sind "Feuer"-Träume Gang und Gebe. Häufige Symbole sind folgende:

  • Feuer (Einheizen als Symbol der Meditationstätigkeit)
  • Vulkan, Erdbeben, Lava
  • Gas, Gasrohre (Gas als geistiges Sublimat von Yang, Rohre stehen für Nadis, meist für die Sushumna)
  • Elektrische Leitungen (Kundalini plus Nadisymbol)

 Feuer: Beim Traumsymbol Feuer läßt sich der Hinweis auf Yangüberschuß nur in größerem Zusammenhang (z.B. mit energetischen Meditationen) deuten und von Feuer als Symbol eines heftigen psychischen Transformationsprozesses unterscheiden. Was den Umgestaltungsprozess durch Meditation anbelangt, wobei Yang als reinigendes Element eingesetzt wird, kann man dies sehr gut mit einem herdfeuer vergleichen: Nur wenn das Feuer gezähmt und unter kontrolle gehalten wird, ist es nützlich. Befindet es sich außer Kontrolle, so verbrennt mitunter das Haus. Im selben Sinne kann die außer Kontrolle geratene Kundalini zerstörend wirken.

Ratnasambhava, Feb.1981
"In der Wohnung eines Bekannten, mit dem ich viel Gemeisamkeiten habe und der in diesem Traum die Züge eines Magiers hatte, stand ein sehr großer Ofen in der Ecke. Der Kamin war sehr gut belüftet und gelbes Feuer loderte darin, so heftig, daß Flammen und Rauch über einen halben Meter weit in das Anschlußrohr geblasen wurden. Es gab noch ein zweites, horizontales Anschlußrohr und auch hier schlugen die Flammen hinein. Gegenüber der gelbrot erleuchteten Nische, in welcher der Ofen stand war ein großer eiserner Apparat mit vielen Röhren und Kolben. Er sah unheimlich aus und hatte irgend etwas mit der Kraftversorgung des Hauses zu tun. "Das ist ja eine richtige Esse!", rief ich. - Da kamen von irgendwo her, aus dem ungewissen Dämmer des Raumes, weiße Vögel geflogen, die in kühnen Schwüngen durch die flammenleuchtende Esse wie durch eine Kuppel aus Feuer kreisten."

Kommentar: Ich hatte gerade eine Erkältung hinter mir, in der ich immer wieder weißes Licht eidetisch wahrnahm und außerdem von Kopfschmerzen gepeinigt wurde. Ich hatte die Erkältung dadurch zu überwinden versucht, indem ich viel auf Wärme übte und mir feuriges Orangelicht um den Körper herum vorstellte. Außerdem waren die Orang-Visualisationen am Vorabend sehr gut gelungen. Noch den ganzen Tag war ich stark aufgeschwungen und von lichter Wärme durchströmt. Zugleich war ein Wetterumschwung, der endlich nach der nassen Kälte Sonne brachte.

 Vulkanträume: Oft wird in Vulkanträumen auch von Erdbeben geträumt. Erdbeben sind direkte Empfindungen von kinetischen Kundalinimanifestationen (auch im Wachzustand, im Bett liegend hatte ich oft den Eindruck, und ebenso viele Yogis aus meinem Bekanntenkreis, daß das Bett von einem Erdbeben geschüttelt würde). Ist die Stauung der Kundalini-Energie sehr groß, treten Träume mit Vulkanausbrüchen auf.. Die rotglühenden Lavaströme sind ein Symbol für die Hitzeströme, die nun auftreten, sich über den Körper ausgießen und lokale Hitze-Stauungen verursachen.

Vayu: "Die Menschen fliehen aus der Großstadt. Irgendwo in der Steeiermark läuft die Straße knapp an einem frisch ausgebrochenem Vulkan vorbei. Er spukt Feuer und Lava fließt herab. Wir riskieren noch vorbei zu kommen und haben Glück. Hinter uns wird die Straße von Lava verschüttet."

Die Umwandlung von Yin und Yang zu Licht

Dies ist die gelungene Transformation der "materiellen" Erscheinungsformen von Yin/Wasser und Yang/Erde zu Mond-Licht und Feuer-Licht --- das Materielle wurde (in uns) wieder zum kosmisch-spirituellen Urgrund zurückgeführt.

Sehr häufig finden sich durchlichtete Yinbilder als Zustandsbilder während der Meditation. Zustandsbilder sind eidetische, kurz aufblitzende Bilder, welche für den Meditierenden ein Indikator seines Jeweiligen Zustandes sind (deshalb der Name). Solche typischen Yin-Zustandsbilder sind Autoscheinwerfer, Straßenbeleuchtungen, Kerzenflammen, weiße Sonne, Mond, Sterne, leuchtender Schnee.

 Yin

Wasser - Schwan - Mond

Hier symbolisiert der Schwan den Prozess der Vergeistigung (bei den Alchemisten galten Vögel als Symbol für Dämpfe). Der Schwan ist vergeistigte Yin-Kraft, die sich vom "stofflichen" Wasser (elementare Yin-Kraft) abhebt und dem Kosmischen (Mond, Spirituelles) zustrebt.

    Aus: H.Wittmann-Kirschbaum, "Träume des Lichts", 1967, S.34
    "Heute Nacht war ein weißer Schwanenprinz mein Freund. In einem Walde ging er zu meinen Füßen nieder. Auf seinem Kopf trug er eine goldene Krone mit Edelsteinen. An ihren Spitzen glänzten diamanten. Ich spielte mit dem Schwan, und wir hatten uns sehr lieb. Da kam plötzlich ein böser waldgeist durch die Luft dahergefahren, der wollte mir den Schwan fortnehmen. Er trug an seinem Leibe ein zerrissenes Federkleid, und über der einen Schulter hing ihm ein toter Schwanenkopf. Ich sagte, daß ich um den Schwan kämpfen wolle, wer der Stärkere sei, dürfe ihn behalten. Ich mußte einen großen Holzstock mit einem Hieb auseinanderspalten. Das habe ich auch getan, mit einer Axt, die ich vom Zauberer bekam. Als das geschehen war, entschwand der böse Geist, doch sein böser Bann hielt meinen Schwanenfreund umfangen. Er lag wie tot auf der Erde und hielt seine Augen geschlossen. Da dachte ich nach, wie ich ihn wieder zum Leben erwecken könnte. Ich hob ihn von der Erde auf und trug ihn zu einem See, legte ihn ins Wasser, das sehr rein und durchsichtig war. Da schlug der Schwan die Augen auf und war vom Zauber erlöst."

Yang

Wird das Energieniveau des Yang weiter gehoben und zwar nicht im Sinne von Feuer (Mehrung der Energiemenge), sondern im Sinne von Licht (Qualität), dann erscheint es als Strahlungsquelle, etwa im Symbol der auf oder untergehenden Sonne. Gleichzeitig wirkt die Umwandlung zu Licht ausgleichend und heilend (die energetischen Ungleichgewichte wie Hitzestau lösen sich auf). Gleichzeitig ist diese Umwandlung von Yang zu Licht (gilt auch für Yin) in den Träumen deutlich als eine Umwandlung in Richtung Bewußtheit zu erkennen (dies ist ja auch die Zielsetzung des Yoga) - ich habe eine größere Anzahl von Sonnenträumen gehabt (sowohl rote, gelbe als auch weiße Sonnen = Yang, Ausgleich, Yin) und in praktisch allen Träumen wurde ich durch dieses Traumereignis bewußt mit einer zumeist inneren euphorischen Gehobenheit.

Vayu: "In glücklicher Stimmung ging ich einen breiten Weg durch einen sommerlichen Laubwald. Der Weg führte leicht bergan auf die Kuppe eines kleinen Hügels. Oben angelangt öffnete sich der Wald zu einer Lichtung, die eine wunderbare Perspektive bot. Vor mir lag ein stiller See mit klarem Wasser und über dem See erhob sich soeben die Sonne in einem strahlendem Orange der Morenröte. Vom Anblick gebannt, blieb ich andachtsvoll stehen."

 

© copyright Alfred Ballabene, Wien