Raja Yoga

 Dieser Yoga befasst sich mit der Funktionsweise der inneren, ich-bildenden Vorgänge. Der Raja-Yogi versucht zu ergründen, was sein “Ich” eigentlich ist. Er erkennt, dass er nicht der Körper ist. Er erkennt, dass Einstellungen und Erfahrungen, die sich ja dauernd ändern, nicht sein eigentliches “Ich” sind, sondern es nur bereichern. In seiner Frage “Wer bin ich?”, was ist dieses “Ich”, erkennt er, dass dieses “Ich unvergänglich ist und ein Bewusstsein seiner selbst hat.

Als Endergebnis erlangt der Raja-Yogi eine vollständige Beherrschung der inneren Denk- und sonstigen Bewußseinsvorgänge.

© Copyright Gauri, Regensburg

 Die zentrale Aussage des Raja Yoga sind die 8 Stufen nach Pantanjali

1. Yama (Moral, Ethik)

2. Niyama (Selbstdisziplin)

3. Asana (Körperhaltung)

4. Pranayama (Atemtechnik)

5. Pratyahara (Zurückziehen der Sinne)

6. Dharana (Konzentration)

7. Dhyana (Meditation)

8. Samadhi (Instase, Alleinheit)

Die acht Stufen nach Patanjali sind eine oft zitierte und ausgezeichnete Einteilung der Yogamethoden. Es wird hierin der Weg nach Fortschrittsstufen und den dazugehörenden Methoden in Richtung zunehmender Innenversenkung gegliedert.

Da der Yoga seit mehreren Jahrtausenden besteht und jede Zeit und jede Religion bzw. Philosophie in ihm ihre Spuren hinterlassen hat, ist der überlieferte Yoga ein Bündel verschiedenster Anschauungen und Methoden. Je nachdem, welche Schwerpunkte man setzt, können die acht Stufen nach Patanjali entsprechend unterschiedlich interpretiert werden.

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 Interpretation der acht Stufen im Sinne der Versenkungsmethoden (hypoarousal)

Die acht Stufen nach Patanjali werden hier nach einem Weg interpretiert, der über Versenkung bis zur Innenschau und diversen instatischen Zuständen führt. Weiters werden unsere zivilisatorischen Gegebenheiten (z.B. Sitzen auf Stühlen und nicht auf dem Boden) in besonderem Maße berücksichtigt.

Worterklärung von Instase/Exstase:


Instase = außerordentlicher Zustand erreicht durch Versenkung (hypoarousal)
Ekstase = außerordentlicher Zustand, erreicht durch (meist durch religiös bedingte) 'Überwachheit' (hyperarousal)

Yama
Ethik - dies spricht für sich selbst und ich gehe hier nicht näher darauf ein.

Niyama
Zu Niyama gehören einige interessante Methoden der Selbstbeobachtung, Selbstanalyse und Achtsamkeit (Sattipathana)

Asana
Alle auf dem hier beschriebenen Weg durchgeführten Übungen kommen mit zwei Grundhaltungen aus: Liegen (Savasana) und Sitzen.

Pranayama
Atembeobachten im Sinne von "der Atem kommt, der Atem geht"

Dharana (Konzentration) Konzentration auf die Gedankenvorgänge

  • Konzentration auf ein Meditationsobjekt
  • Erhalten einer inneren Aufmerksamkeit trotz dem Verschieben des Bewußtseins von der Wachphase in Richtung 'Schlafphase' (Eintreten in Phasen von Alphawellen bis Deltawellen im EEG).

Samadhi (Schauung, kosmische Einheit)
Darunter verstehen wir Bewußtseinszustände mit 'kosmischen' Einblicken und Erlebnissen nicht-intellektueller Natur.

 

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