Schwellen zu anderen Bereichen

 Was ist ein Schwellensymbol?

Wenn wir im Traumvon einem Bewußtseinszustand zu einem anderen wechseln oder im Zustand des Clairvoyance von "der Welt der Lebenden" zur "Welt der Toten", so ist dies nicht ohne einen gewissen inneren Aufwand möglich - wir müssen uns sozusagen umpolen. Durch die Umpolung überschreiten wir so etwas wie die Grenze zwischen zwei inneren Dimensionen. Symbolisch begegnen wir dieser Grenze als Schwelle. Ist der Übergang plötzlich, so ist die Schwelle kurz z.B. Tor, Fenster etc. ist der Übergang allmählich, so begeben wir uns auf eine Fahrt und "reisen" durch einige Zeit dem anderen Bereich entgegen. 

 Welche Arten von Schwellen gibt es?

 1. Schwellen zwischen Irdischem und Transzendenz

    "Ich komme an ein Tor. Ich öffne es und gehe hindurch. Wiederum komme ich an ein geschlossenes Tor. Auch diesmal öffne ich es und gehe hindurch. Nun komme ich zu einem dritten Tor. Dahinter erblicke ich ein wunderbares, unendlich weites Licht. Ich will auch dieses Tor öffnen, aber da vernehme ich eine Stimme: 'Jetzt noch nicht'."

 2. Schwellen zwischen Gegenwart und Vergangenheit

 3. Schwellen zwischen bewußt und unbewußt (verschüttete Erinnerung)

    "Auf der Flucht vor einem Verfolger komme ich zu einem tiefen Torbogen. Als ich unter ihm hindurch trete, geschieht etwas seltsames. Mir ist als ob ich aufwachen würde, mein Denken erreicht einen ungewöhnlichen Grad von Klarheit und alle Gefühle werden intensiver. Ich trete in einen weiten Hof ein, der von hohen Gebäuden umstanden ist, die sämtliche mit Plastiken und Reliefs verziert sind. Unter meinem Blick erwachen die Figuren zum Leben und wenden mir ihre Gesichter zu, wobei sie immer plastischer und färbiger werden."

 4. Schwellen zwischen Kindheit und Reife

    Aus: Erich Fromm, "Märchen, Mythen und Träume", S. 168
    "Ich soll einen Fluß überqueren. Ich suche eine Brücke, doch ist keine da. Ich bin klein, etwa fünf Jahre alt. Ich kann nicht schwimmen. Da erblicke ich einen großen dunklen Mann, der ein Zeichen macht, daß er mich auf den Armen hinüber tragen könne. Im ersten Augenblick bin ich froh und lasse mich von ihm aufheben, doch dann werde ich plötzlich von Angst gepackt. Ich weiß, wenn ich mich nicht davon mache, werde ich sterben. Wir sind schon am Fluß, da nehme ich all meinen Mut zusammen und springe aus den Armen des Mannes ins Wasser. Zuerst glaube ich zu ertrinken, doch dann beginne ich zu schwimmen und erreiche bald das andere Ufer. Der Mann ist verschwunden."

5. Schwellen zu verdrängten Erinnerungen und Emotionsbereichen

Das Gegenübertreten zu Schwellen, welche verdrängte Erinnerungsbereiche von unserem Bewußtsein abgrenzen, erzeugt oft alle möglichen Formen der Angst. Diese Schwellen erscheinen uns auch als Bild gefährlich und unüberwindbar. Oft werden sie von einem aggressiven "Hüter der Schwelle" bewacht, ist doch dieser Bereich ein Tabu-Bereich, den zu betreten oft Schranken der Moral oder Konvention überwunden werden müssen. Begegnen wir diesen Schwellen mit Mut und gelingt es uns die hiermit verbundene Einstellung (die oft mit einem Erlebnis gekoppelt ist, welches ebenfalls verarbeitet werden muß) zu integrieren, so verliert sich der Schrecken der Schwellen und die Aggression der Hüter.

6. Schwellen zwischen Paradigmen und unterschiedlichen Lebensweisen

Hier ein Traum wo jenseits der Schwelle "Indien" als die ersehnte heile, religiöse Welt wartet (im Gegensatz zum Alltag):

S.: "Durch eine wundervolle Landschaft führte mich ein leicht ansteigender Weg unter strahlend blauem Himmel und hellem Sonnenschein. Ganz von sakraler Schwingung erfüllt, sehe ich nach einem scharfen Wegknick nach rechts eine strahlend helle Brücke, die sich ein einem hohen, weiten Bogen über einen mächtigen Strom spannt. Ein kleines, fröhlich tanzendes Kind, das sich plötzlich zu mir gesellt hat, führt mich auf die Brücke, unter der, tief unten, der Strom, der die Länder trennt, in der Breite eines Meeres liegt.
Auf der anderen Seite der Brücke ist Indien. Erwartungsvoll betrete ich dieses Land. Das Kind läßt mich allein. Ich bin in einem kleinen Dorf an einer riesigen Bergkette angekommen."

7. Schwellen zwischen Schlafen und Aufwachen

Häufig befinde ich mich in solchen Übergangsphasen in einem Zug. Dort sitze ich und warte, spreche hin und wieder etwas Belangloses mit einem benachbarten Fahrgast. Unmittelbar noch während ich im Zug bin oder knapp nach dem Aussteigen wache ich auf.

8. Schwellen beim Einschlafen

Manchmal beim Morgenschlaf befinde ich mich auch im Übergang zum Einschlafen in einem Zug "ins Traumland". Bei diesen Schwellen gibt es keinen Hüter der Schwelle, sind es doch ganz natürliche Zustände. Gelegentlich kommt ein Schaffner, der eher nachsieht, ob alles in Ordnung ist.

    Einige Berichte:

    "Ich bin am Anfang einer Brücke, die aufgetaucht ist, während ich langsam in den Halbschlafzustand gesunken bin. Das Tagesbewußtsein schaltet nun mehr und mehr ab und ich begebe mich immer weiter hinaus auf die Brücke. Ich überquere sie so wie nebenbei."

    "Im Halbschlaf versunken ist es mir, als wäre ich unter Wasser; dennoch kann ich atmen. Doch alles um mich ist blau. Ich will auftauchen und schwebe so empor zur Oberfläche des Wassers. Ich durchstoße sie und komme in eine neue, luftigere Welt. Doch auch hier steige ich weiter auf; es ist wieder als erreichte ich eine Wasseroberfläche und ich durchstoße sie. Dieser Vorgang wiederholt sich immer und immer wieder fort:... Aufsteigen, Durchstoßen einer Oberfläche, Weitersteigen ..... bis ich endlich im Schlaf versunken bin."

    "Es ist der vierte Tag nach meiner Operation, ca. 4 Uhr morgens, ich bin gut ausgeschlafen, ohne Schmerzen und deshalb in gehobener Stimmung. Ich schließe die Augen, entspanne mich und drifte weg.
    Ich finde mich auf einer Zugstation wieder und habe gerade den Waggon verlassen. Im selben Augenblick werde ich halbbewußt. Ich sehe die vielen Menschen an mir vorbeiziehen, kome jedoch nicht so weit mich zu orientieren, da ich von einem Sog mitgerissen werde. Ich schwebe auf eine Person zu, von der ich weiß, daß es S. ist, jedoch kurz bevor ich ihn erreiche, erwache ich durch ein Geräusch eines Patienten neben mir."

9. Schwellen vom Wachen zur Trance

Hier gibt es indirekte Hüter der Schwelle, die uns an einem tieferen Eintauchen in den Trancezustand hindern: Juckreize, die so intensiv sind, daß man sie kaum aushält. Bei manchen Furcht vor dem Unbekannten (obwohl sie im Wachzustand bereit waren solchen Ängsten zu begegnen).

Ein häufiges Symbol ist der Tunnel (Bergstollen, Schacht etc.). Es gibt ihn nicht nur als Traumsymbol, sondern auch im Schamanismus und bei OBE (induzierte Zweitkörpererlebnisse), da er sich für Trancetechniken bestens als Einstieg eignet.

    "Ich machte am Morgen im Bett Traumübungen und zwar in der Art, daß man versucht vollbewußt in den Traum überzuwechseln (und seine Bewußtseinsklarheit beibehält = Luzidität). Da entstand auf einmal, wie wenn eine Klappe sich öffnete, ein dunkeler vierkantiger Schacht vor meinen Augen. Dazu kam gleichzeitig die Gewißheit, daß ich, wenn ich in den Schacht spränge, mit der Übung Erfolg hätte. Ich war jedoch darob so überrascht, daß ich aus dem Zustand fiel."

 Auflistung von Schwellensymbolen

Abgrenzungen

  • Tor, Türe: Der dahinterliegende Bereich ist in eine greifbare Nähe gerückt, hat er doch einen menschengerechten und zu öffnenden Zugang (wenn man weiß wie).

    • Offene und geschlossene Türen: verboten bzw. erlaubt
    • halboffene Türen: halb bewußt bzw. halb verdrängt
    • Das Öffnen der Türen: die Art, wie wir dies bewerkstelligen gibt uns Aufschluß, wie wir das Problem angehen (mit Überlegung, mit Gewalt, mit Intuition [Schlüssel]).

"Ich habe die Aufgabe Türen in einem Haus zu öffnen. Die erste Türe, es ist eine Holztüre, ist leicht zu "Knacken". Die weiteren Türen öffne ich mit einer anderen Methode, ich öffne sie von der Seite. Es handelt sich dabei um Glastüren, die ich mit dem Stemmeisen leicht öffnen kann. Ich wundere mich, wie schnell und einfach es geht und will es nicht verraten, das diese Glaswände zu einem Juweliergeschäft gehören, in dem sicherlich wertvolle Steine und Schmuck sich befinden."

    • Aussehen: Festigkeit = Stärke des Verbotes; Höhe = Bedeutungsbetonung
    • mehrere Tore: Betonung des Tores bzw. des Grenzbereiches. Hierbei ist die Zahlensymbolik zu beachten (z.B. 3 od. 7 = magische Zahl des Absoluten - siehe Märchen).

Luzider Traum: "Ich betrat ein Gebäude mit sieben Hallen, eine jede von einer speziellen Gefahr durchdrungen. Ich wußte, daß ich weder nach links, noch nach rechts schauen durfte, sondern nur geradeaus auf den Weg. Das tat ich, unbeirrt allen Geheules und aller Schemen, die ich aus dem Augenwinkel wahrnahm. So durchquerte ich alle sieben Hallen. Am Ende der letzten Halle öffnete ich das Tor in eine wunderschöne, friedliche Landschaft."

Bild: Ein Bild ist wie ein Guckloch durch den Zaun; es läßt uns den anderen Bereich bereits sehen, ermöglicht uns jedoch zumeist nicht den Zugang, es sei den, wir betrachten das Bild mit Interese und verlieren uns in ihm.

"Das Bild im Kloster": "Ich komme in ein klosterartiges Gebäude, wo ich mir die verschiedenen Sehenswürdigkeiten ansehe; es sind abendländische Bilder und Plastiken. Da bin ich auf einmal sehr erstaunt, als ich auf einer Türe eine Darstellung von Ramana Maharishi finde. Ich frage mich verwundert, wie dieses Bild hier her kommt. Es ist kein gewöhnliches Bildnis, sondern erscheint etwa wie eine entsprechend geschliffene und gefärbte Glasscheibe. Ein Strahlenkranz umgibt das Gesicht in Mandalaform. Zugleich bildet dieses Bild auch eine Art Türe. Ich habe mir aber keine Gedanken gemacht, wohin diese Türe führen könnte."

Fenster: Das Fenster ist ähnlich wie das Bild, nur ist uns der erschaute Bereich näher; er ist auch nicht "dargestellt", sondern "wirklich". Während die Türe einen Raum zum Handeln frei gibt, ermöglicht das Fenster das Erkennen im Sinne von Erschauen und nicht im Sinne des Begreifens.

"Das Panoramafenster": "Zusammen mit unbekannten Leuten sitze ich in einem arenaartigen, halbkreisförmigen Raum vor einer riesigen Panoramascheibe. Dahinter ist eine wunderschöne Landschaft mit grünen und blauen Hügeln in unirdischen Farben. Darüber ein zartfarbener Hügel und weiches Licht. Tiefer Friede erfüllt mich. (ich hatte eine ziemlich hohe Bewußtheit)."

  • Trübe Scheibe: trübe Wahrnehmung (Bewußtseinstrübung).

"Reinigung der Fenster": "Ich reinigte die Fenster. Nach den ersten Reinigungsversuchen waren sie noch immer milchig und undurchsichtig und so putze ich noch einmal darüber. Jetzt wurden sie rein und durchsichtig. -Ich blicke durch sie auf einen Platz, wo auf einem Podium Theater gespielt wird. Die Schauspieler tragen vielfältige Kostüme und ich denke mir, die Leute, die hier wohnen, haben es wohl schön, wenn sie einfach durch ihr Fenster dem Theater zuschauen können."

Vorhang: Der Vorhang ist etwas Verhüllendes, das sich jedoch leicht zur Seite schieben läßt. Manchmal hat er auch das Wesen eines Theatervorhanges, der nicht nur Schwelle, sondern auch Betonung für das Nachfolgende Bühnen-(Traum-)Geschehen ist.

"Der Zeit-Vorhang": Im Traum schaute ich wie zufällig durch ein Fenster. Ich blickte hinaus, eine Straßenbahn fuhr vorbei, ich hörte aber kein Geräusch, was mich sehr verwunderte.
Da schwang auf einmal vor das ganze Bild ein prachtvoller, schwerer Vorhang. Kurz darauf teilt er sich, und ich blicke auf eine völlig andere Landschaft. Männer in den Uniformen der Conquistadores kämpften. Ich sah, wie ein junger Mann scheinbar schreiend zu Boden fiel, hörte jedoch auch diesmal nichts. Ich war halbbewußt und versuchte jedes Detail in mich aufzunehmen.Da schwang auch schon wieder der Vorhang vor das Bild.
Wieder teilte er sich und ich blickte auf eine andere Szene. Es war eine noch frühere Zeit, jedoch kann ich mich an Details nicht mehr erinnern."

 Auge: kommt in der Magie bisweilen als Schwellensymbol vor, manchmal auch beim Visualisieren.

Ich würde davor abraten durch solch ein lebendiges Auge einzutreten, denn symbolisch ist das Auge die Pforte zu einem anderen Bewußtsein.

 Nebel

 Mauer: Die Mauer ist ein festes, erdhaftes Hindernis, das nur durch ein Tor (Lösung der Schwierigkeit) oder durch ein Überwinden der Schwere (fliegen, klettern) zu bewältigen ist.

 Felswand: Dies ist eine Steigerung der Mauer.

    "Mein Großvater starb vor ungefähr 5 Jahren. Diesen folgenden Traum hatte ich knapp vor Allerheiligen. Er ist insoferne ungewöhnlich, als ich nie von Verstorbenen träume.
    Ich will meinen Großvater in einem Haus in der Linzer Altstadt besuchen. Die Gegend kommt mir bekannt vor (sie hat mit der echten Altstadt wenig zu tun). Ich suche die Straße, in der Großvater wohnt. Aber eine Felswand trennt mich von ihr. Da entdecke ich eine Ritze im Granit, schlüpfe hindurch und stehe auf einer sonnigen Straße. Es ist aber noch nicht die gesuchte. Vom Ziel trennt mich eine weitere Felswand. Ich werde in meinem Bewußtsein etwas klarer und kann mir nun vorstellen, wie Großvaters Haus zu seinen Lebzeiten wirklich ausgesehen hat. Während sich diese Erinnerung konkretisierte, bemerke ich im Felsen einen Stollen, den Großvater hindurchgegraben hat (er hat in Wirklichkeit einmal einen kleinen Luftschutzkeller in die Granitwand hinter seinem Haus gemeisselt). Da steht auf einmal links neben mir mein Großvater. Beide freuen wir uns über das Wiedersehen und führen ein Gespräch."

 Fluß: Der Fluß ist eine Grenze, oder ein Hindernis, zu einem anderen Bereich.

Dieser andere Bereich kann vieles sein: Realität vs. Phantasie, Irdisches vs. Transzendenz, Gegenwart vs. Vergangenheit, Kindheit vs. Reife usw. Jedenfalls sind wir mit jenen Bereichen mit Herz und Seele verbunden, und wir können nicht zum anderen Ufer ohne von einer Welle der Gefühle erfaßt zu werden. Während Abgrund und Gebirge ihre Betonung in der Vertikalen haben und Hindernisse der Bewußtseinsklarheit sind (UBW = unklar, verborgen, ÜBW = hellklar), so ist der Fluß in seiner Betonung auf die Horizontale ausgerichtet. In seiner Bewegtheit findet sich ein Hinweis auf die vorbeifließende Zeit oder den Fluß des Geschehens (dasselbe trifft zu beim Überqueren des Acheron, der die Welt der Lebenden von der Schattenwelt trennt [griechische Mythologie]) .

  • Durchwaten: obwohl wir das Wasser überqueren, ist die Erde - als tragendes Element noch gegenwärtig. Wenn wir Wasser hier als ein mit einem Erlebnis gekoppeltes Gefühl betrachten, dann ist dieses Erlebnis nahe dem Bewußtsein und der so erreichbare Inhalt (anderes Ufer) leichter zugänglich - allerdings unter viel Mühe, je nachdem wie breit das Gewässer ist und wie stark seine Strömung.
  • Durchtauchen: hier müssen tiefer liegende Schichten durchquert werden.
  • Durchschwimmen: hierbei sind wir voll vom Wasser umgeben, jedoch an der Oberfläche, d.h. es müssen zum Erlangen des anderen Ufers (Bewußtseinsbereich) wohl die Gefühle gemeistert werden, ein Abstieg in tiefere Schichten des UBW ist jedoch nicht nötig.
  • Fähre: hier erfolgt die Überquerung vermittels der Hilfe einer anderen Person (Therapeut, Elternteil oder der "innere Helfer", als Seelenaspekt oder transzendente Hilfe aufzufassen).
  • Brücke: Hier führt bereits ein Weg mit fester Oberfläche (unser Bewußtseinsbereich) über den Strom des Veränderlichen oder der Gefühle. Die uns entgegentretenden Probleme (Fluß) können mit Vernunft (Geist/Luft) bewältigt werden.

 Brücke: die Brücke stellt eine Verbindung zu zwei unterschiedlichen Bereichen dar (sie "überbrückt" die Gegensätze).

Hierbei kann sie auch zu einem Ort der Begegnung werden (mit einem Vertreter des anderen Bereiches). In der germanischen Mythologie (und nicht nur dort) gibt es eine Brücke, die zum Himmel führt - den Regenbogen. Eine Brücke kann auch Symbol für eine Beziehung zu einem anderen Menschen sein (z.B. "Differenzen werden überbrückt").

 Gebirge: Das Gebirge stellt eine Abgrenzung dar, die zwar scheinbar unüberwindlich hoch, aber durch Mühen überwunden werden kann.

Sehr oft wird hinter dem Gebirge eine höher gelegene Landschaft vermutet (da das erklommene Gebirge eine Bewußtseinserhöhung darstellt. Gebirge und Abgrund sind Hindernisse der Vertikalen, d.h. der Bewußtseins-Höhe oder -Tiefe. Symbolisch (oder religiös) führen sie in den Himmel oder die Hölle.

Abgrund, Schlucht: eine Schlucht stellt ein Verbot dar - das gegenüber liegende Land darf nicht betreten werden; versucht es der Unbefugte trotzdem, so droht ihm der Sturz in die (geistige) Tiefe, die Vernichtung. Will man sie dennoch überwinden, so muß man in tiefere Bewußtseinschichten absteigen (und sich mit ihren Botschaften konfrontieren).

Staats-Grenze (-balken): das eigentliche Hindernis an einer Staats-Grenze stellt nicht etwa die Schwierigkeit eines Weges dar, sondern eine Autorität, von deren Akzeptanz es abhängt, ob man passieren darf.

"Der Friedhof an der Grenze": Ich fahre mit der Eisenbahn durch die Schweiz. Es ist eine Landschaft, so wie sie auch in Wirklichkeit vorstellbar ist; ein Hügelland mit blaßgrünen herbstlichen Wiesen, grauem Himmel, etwas nebelig. Dann fährt der Zug über die Grenze nach Österreich. Gleich an der Grenze ist ein Friedhof. Es sind Wiesengräber mit Birkenkreuzen. Hinter jedem Kreuz stehrt ein großer, blühender Strauch. Die Blüten sind goldgelb und scheinen zu atmen. Ich werde von Freude und Überraschung erfüllt."

 Übergangsphasen:

 Stiege -> "Abstieg in die Hölle". Oft sind dies Kellerstiegen, die zu labyrinthartigen, vernachlässigten Räumen mit Staub und Gerümpel führen.

"Ich gehe mit ein paar Leuten in Floridsdorf in den Keller hinab. Das ganze Haus ist in gewisser Weise verändert. Der Keller scheint mehrere Etagen zu besitzen. Der Weg scheint zwar immer tiefer ins Mysterium zu dringen, aber da unten lauert etwas ganz Gefährliches, das spüre ich ganz genau. Große Angst erfaßt mich."

 Tunnel: ein Weg, der durch den Bereich des Unterbewußtseins führt.

"Gemeinsam mit einem Begleiter ging ich durch eine weitläufige Bahnhofsanlage. Wir gelangten in gewölbeartige Räumlichkeiten in eine tunnelartige Bahnhofstation. In dieser waren viele Sinnlosigkeiten.
Plötzlich gab es einen Ruck , und der Wartesaal setzte sich in Bewegung. Die Seitenwände fielen ab und wir fuhren aus einem Tunnel heraus in eine helle, strahlende Landschaft mit unbeschreiblichen Farben, so etwa wie kurz vor Sonnenuntergang. Neben den Schienen lagen unzählige Figuren mit Symbolcharakter. Wir rollten über einen Höhenkamm mit Aussicht über die weitläufige Landschaft."

 Weggabelung, Wegkreuzung: Die Wegkreuzung ist ein magischer Ort der Begegnung, die Weggabelung ein magischer Ort der Entscheidung. Dies gilt nicht nur für den Traum sondern findet sich auch in Jenseitsberichten oder bei Hellsehern.

Hören wir dazu den Bericht eines "Spökenkiekers" (Geisterseher).

Aus: Karl Schmeing, "Seher und Seherglaube", Themis Verlag, Darmstadt, 1954, S. 40
"Sylvester 1941/42 geht sie im Vorharz in einer von Nebel eingehüllten Schneelandschaft durch Tannenwald und kommt an eine Stelle, wo drei Wege zusammenlaufen. Sie sieht aus dem einen von Nebel verhangennen Wege einen endlosen Zug von Soldaten kommen und im Nebel wieder verschwinden. Es fällt ihr auf, daß keine Spuren im Schnee sind. Die Soldaten tragen Stahlhelme, aber keine Waffen; die Kennzeichen der Waffengattung, Farbe der Aufschläge u.a. sind gut zu erkennen. Fast alle haben kein Gesicht, das Gesicht ist wie leerer Nebel. Nur wenige, ihr bekannte, sind gut erkennbar. Unter diesen sind einige, die schon im Krieg gefallen sind, andere, die damals noch nicht gefallen waren, aber inzwischen - einige Monate später - fielen, und wieder andere, die damals noch nicht mit ihrer Einberufung rechneten, inzwischen aber eingezogen wurden. Der Zug war endlos, sie glaubt ihn länger als eine Stunde beobachtet zu haben."

 Zug, Bus etc.

 Sehr breiter Fluß, Meer

"Während einer Krankheit hatte ich eine Reihe merkwürdiger Jenseitsträume. "Gemeinsam mit einer unübersehbaren Anzahl von Menschen machte ich mich für die Überquerung eines Ozeans bereit.

Eine Seefahrt von kosmischen Dimensionen, über unschätzbare Weiten steht allen bevor, die sich an diesem Strand einfinden. Die Zeit, die die Fahrt in Anspruch nimmt, so scheint es mir, ist in Äonen zu zählen. In unzähligen Booten, Schiffen, selbst auf Floßen machen sich die Menschen auf die Überquerung.
Ich bin am anderen Ufer, in einem geheimnisvollen Land und mache mich auf den Weg, um möglichst viel zu lernen....."

 Übergangszustände

Diese treten sehr häufig bei Trancemethoden auf, gelegentlich auch in Träumen

  • Nebel
  • Finsternis
  • Stille
  • Mosaike, Farbschleier

 Zeitraffer

Wenn beim Übergang von einem Zustand zum anderen Zeitläufte übersprungen werden sollen (z.B. verschiedene Leben beim Eintauchen in vergangene Perioden), so werden die dazwischenliegenden Zeiten oft symbolisch durchschritten.

  • Buch, das durchblättert wird
  • Fotoalbum
  • Film
  • Abstrakte "heilige und kosmische" Symbole

 

© copyright Alfred Ballabene , Wien