Seh-Übung

Seh-Übungen (nicht zu verwechseln mit vorgestellten Szenen und Bildern, meist als "Visualisation" bezeichnet!) führen zu bewussten Träumen und zu Astralreisen. Sie sind die beste Technik für Astralreisen, die ich kenne. Die angeführten Methoden sind kaum irgendwo zitiert und selten angewendet, da sie den meisten zu aufwändig sind.

 Die Wirksamkeit der Seh-Übungen ist auf folgende Gegebenheiten zurück zu führen: 

  • aufmerksames Schauen - erhöht die Bewusstheit. -> es wird auch beim Astralreisen eingesetzt, wenn man merkt, dass man in der Aufmerksamkeit absinkt.
  • Bewusstes Hinsehen(starren) zu einer beliebigen statischen Stelle festigt wieder die Bewusstheit und verhindert ein Abgleiten. 
  • Gedankenstille - verhindert dass man durch Denken/Vorstellungen ins Fabulieren kommt. Fabulieren führt fast immer zu unbewussten Träumen. Eine ausreichende Gedankenstille entsteht spontan durch das aufmerksame Hinschauen auf die Bilder am Augenhintergrund.

 Die Sehübungen kann man von zwei Ausgangspositionen her starten: 

  1. Üben auf Farben. Aus den Farbschlieren werden später farbige, plastische Bilder gebildet. 
  2. Üben auf Formen (zu Beginn graue Flecken, später schattige Konturen), die später zu farbigen, plastischen Bildern weiter entwickelt werden.

 Farbübung "Pünktchenmethode":

"Pünktchenmethode": Wenn man mit geschlossenen Augen auf den Augenhintergrund schaut, so kann man viele Pünktchen sehen von Weiß bis Dunkelgrau. Das grieselige Sehfeld entsteht aus einem Grundrauschen des Sehorgans. Es sind sehr viele winzige Pünktchen in allen schwarz/weiß Schattierungen. Der Augenhintergrund ist dunkelgrau bis leicht nebelig.

Wenn man länger auf die grauen Pünktchen schaut und versucht Licht und Farbe hinein zu bringen, so zeigen diese Pünktchen zunächst matte Farben, die mit der Zeit immer leuchtender werden. Gleichzeitig werden die ursprünglich winzigen Pünktchen größer und entwickeln sich zu Stecknadel großen Lichtbällchen. Zugleich wird der dunkelgraue Augenhintergrund zwischen den Pünktchen dunkelschwarz.

Farbpünktchen am Augenhintergrund

Konzentration auf Farben. Wenn man sich auf eine Farbe konzentriert, dann bekommt der Augenhintergrund zunächst einen Anhauch der betreffenden Farbe. Blau geht am Leichtesten. Man stellt sich keine Farbe vor, sondern "erkennt" leichte Andeutungen der Farbe.

Bei längerem darauf schauen wird die Farbe leuchtender, um dann in einem neon-artigen Licht zu strahlen

 

Einfache Farben gehen leichter heraus zu arbeiten. Mehrere Farben zugleich zu sehen ist schwieriger. In diesem Fall sind es meist Farbschlieren, die man wahr nimmt. Anfangs sind die Schlieren in ihren Farben angedeutet, dann matt und zuletzt leuchtend.

Leuchtende Farbschlieren wurden erst bei tieferer Versenkung gesehen

Wenn man parallel zu den Farbübungen Konturübungen (Dämmerungssehen) gemacht hat, so kann man, sobald die Farben gelingen, die Farbübungen mit der Technik des Konturen Sehens kombinieren. Hierdurch wird es möglich aus den ungestalteten Farben erwünschte Bilder zu bilden. Beispiel: "Zunächst entwickelte ich auf dem Augenhintergrund eine Wiese ohne Blumen. Sobald dies gelungen war, konzentrierte ich mich auf blaue Blumen, die auf der Wiese blühten. Bisweilen bekamen dadurch die Grashalme einen blauen Farbstich, aber das störte nicht weiter." Die Form der Blüten muss nicht gebildet werden, die Blumen entstehen von selbst.

blaue Blüten auf einer Wiese - bisweilen waren die Blüten neonfarbig

 Übung auf farbige Landschaften und Objekte.

Man stellt sich einen Regenbogen oder eine blaue Meeresbucht vor. Diese sind in der Farbe schwach angedeutet. Im weiteren Übungsprozess wird versucht die Farben zu intensivieren und die Plastizität zu erhöhen.

Seh-Übungen mit der Ausgangsbasis "Konturensehen"

Aus dem ebook "Carols Lichterweg",  "Sinnesübungen", von A. Ballabene:  Als letztes erfolgten Anleitungen zum Visualisieren. Es sollte nicht ein Bild vorgestellt werden, sondern real gesehen werden. Insofern unterschieden sich die Übungen, die Carol von Satibaba erlernte, gewaltig von all den vielen "Visualisationsübungen", die man in der Esoterik, im Standard-Yoga oder über Internet lernt. Im Gegensatz zu den Vorstellungsübungen, die Film artig ablaufen oder komplizierte Kombinationen beinhalten, waren die optischen Sinnesübungen, die Carol erlernte inhaltlich einfach. Satibaba sagte hierbei zu Carol: "Schließe die Augen und schau mit Deinen Augen in eine stockdunkle Umgebung. Es ist genau so, als ob Du in einer stockdunklen Nacht versuchst zu sehen. Zunächst siehst Du gar nichts. Alles ist finster. Dann hellt sich Dein Sehfeld etwas auf und Du siehst einige hellere 14 Flecken in einem sonst dunklen Raum oder einige dunkle Flecken in einem sonst dunkeldämmrigen Raum. Ab da beginnen Deine Übungen."

Bei den Übungen zur Wahrnehmung von Seheindrücken, durfte sich Carol kein Bild vorstellen. Gleichzeitiges Vorstellen würde einen Erfolg verhindern, wurde Carol gesagt.

Was Carol nicht wusste und ihm Satibaba auch nicht gesagt hatte war, dass das Erlernen willentlicher Sehwahrnehmungen eine wesentliche Grundlage für das luzide Träumen und Astralreisen sei. Carol beobachtete: Wenn er mit genügend Aufmerksamkeit auf den Augenhintergrund sah, dann bemerkte er, dass dieser fleckig wurde. Es bildeten sich auf dem Augenhintergrund wolkenartig hellere und dunklere Areale. Nunmehr konnte Carol eine Selektion treffen. Er konnte vorgeben, dass bei diesem Dämmerungssehen in Grautönen die Konturen von Wolken oder auch von Hügelketten zu sehen wären. Die Selektion zu Wolken oder Hügelketten erfolgte nicht durch eine Vorstellung, sondern dadurch, dass er nicht passende Formen ablehnte und passende Formen durch konzentriertes Hinschauen förderte.

Wolken

Hügel

Zunächst übte Carol auf Hügelketten. Allmählich "adaptierten sich seine Augen auf die dunkle Dämmerung" oder es wurde allmählich eine aufgehellte Dämmerung. In die Schattenbilder kam durch das aufmerksame Hinsehen zunehmend Licht. Die Konturen der Hügelketten wurden deutlicher, der Himmel hob sich besser ab und die rückwärtigen Hügelketten wurden zu Gebirgen mit Schneegipfeln. Eine Variation hiervon waren Meeresbuchten. Hier konnte Carol versuchen das Blau des Wassers aus der Dämmerung heraus zu entwickeln, was ebenfalls gelang. Es stellte sich Erfolg ein und Carol freute sich darüber.

Die nächste Sehübung war schon wesentlich schwerer, jedoch eine wichtige Basis zum Verstärken innerer Licht-Energien. Carol bekam die Aufgabe Wolken zu sehen, um dann aus den Wolken den Mond oder die Sonne hervor kommen zu lassen.

Wolken konnte Carol relativ bald sehen. Es war auch noch relativ einfach Wolken mit einem aufgehellten Lichtrand zu sehen. Jedoch den Mond aus den Wolken hervor zu holen war sehr schwierig. Es gelang nur im Zustand einer tiefen Entspannung.

Langsam hellten sich die Wolken auf und es kam der Mond hervor Lichtübungen sind heikel und eine begleitende Kontrolle durch einen erfahrenen Lehrer/in ist empfehlenswert.

Vor dem Erschauen einer strahlenden Sonne ist abzuraten. Eine Morgensonne ist in Ordnung. Eine Mittagssonne kann gefährlich werden, da die Lichtintensität plötzlich enorm anwachsen kann. Schädliche Folgen sind aus meinem Nahkreis nicht bekannt, da die Übungen in solchen Fällen von allen, inklusive mir, instinktiv, verbunden mit Angst, abgebrochen wurden. Es ist empfehlenswerter Sonnenübungen als Vorstellungsübung auf den Brustraum durchzuführen.

 

© copyright Alfred Ballabene, Wien