Teil-Loslösung feinstofflicher Körperteile

 Hierunter versteht man das Empfinden, dass sich Teile des Körpers, zumeist Arme oder Beine, als Doppel abheben. Es fühlt sich so an als wäre man noch im materiellen Körper, wobei meist Arme und Beine nicht mehr gebunden sind und willentlich frei bewegt werden können oder spontan Eigenbewegungen durchführen oder höher zu schweben scheinen. Letzteres geschieht meist an den Beinen, die spontan empor driften und einem Empfinden ähnlich sind als würde man in einer Badewanne mit Salzwasser sitzen. Ich habe das sehr oft erlebt. Sehr oft hatte ich hierbei ein Doppelbewusstsein, in dem ich sowohl die materiellen als auch die feinstofflichen Körperteile fühlen konnte.

Beispiele:

Eigene Erfahrungen bei spätabendlichen Meditationen: Teilloslösungen von Gliedmaßen erlebte ich in den ersten Yogajahren häufig, da ich oft am späten Abend in ermüdetem Zustand zu meditieren versuchte, um mein Pensum einzuhalten (was ein großer Unsinn war). Der Ablauf war dann ungefähr so: Ich übte und machte trotz Übermüdung weiter, wobei ich halb eindöste. Da der Körper beim Wegdösen nach vorne kippte, war ein Einschlafen unmöglich und ich wachte durch diese Bewegung wieder auf. Es kam zu Übermüdungserscheinungen mit interessanten Begleitphänomenen: Hören von Stimmen und deutlich fühlbare Scheinbewegungen von Kopf und Gliedmaßen (meistens die Arme).

Ich merkte wie mein Arm eine eigenständige Bewegung machte

In Extremfällen kann es zu einem Herauskippen mit einem feinstofflichen Zweitkörper. Ich glaube, dass die Bewegungen von Teilloslösungen in einem feinstofflichen Double erfolgen und keine hypnagoge Täuschung vorliegt. Bestärkt werde ich hierin durch zwei Fälle, in denen ich das Zimmer, bzw. den Schreibtisch aus einer anderen Perspektive gesehen habe.

OBE-Brief 73:   Ab und zu mache ich am Wochenende ein "Mittagsschläfchen" auf dem Sofa. Ich liege dabei auf dem Rücken. Oft kommt es dabei vor, dass ich "aufwache", mir bewusst bin, wo ich bin, welchen Wochentag wir haben, etc, aber mein Körper sich wie noch schlafend anfühlt.

Manchmal mache ich in diesem Zustand den Versuch die feinstofflichen Arme aus dem schlafenden Körper heraus zu heben. Es fühlt sich an, als würden sie von Gummibändern im physischen Körper festgehalten, wenn ich aber vorsichtig, nicht zu ruckartig die Kraft verstärke, kommen (scheinbar?) meine feinstofflichen Arme frei.

Ich mache dann einige Versuche, z.B. ich fasse meine Hände an, drücke die Handflächen aneinander, oder fasse mir ins Gesicht, oder halte mir die Nase zu. Das was ich mit diesen Händen ertaste, fühlt sich völlig normal an - ich kann also meine Nase, mein Gesicht usw. ertasten und habe auch das deutliche Gefühl mir die Nase zu zuhalten und "amüsiere" mich dann, dass ich trotzdem noch Luft bekomme. Es fühlt sich an meiner Hand genau so an, als würde ich mir die Nase zudrücken. Aber es ist nicht meine materiell körperliche Nase, sonst bekäme ich ja keine Luft mehr. Ich kann die ganze Zeit logisch denken, und glaube zu wissen, nicht zu schlafen.

Auch kann ich in meinem Gesicht die Berührung meiner Hände fühlen, sehen kann ich jedoch meine Hände nicht! Ab und zu gelingt es mir ein Auge, oder manchmal beide ein wenig zu öffnen und ich sehe mein Wohnzimmer. Oft zittern dann aber meine Augen, oder ich sehe alles verwaschen oder "grieselig". Meinen Kopf kann ich nicht aus dem physischen Körper heben. Nur die Arme und die Beine.

 Lockerung

Bei der Lockerung löst sich der Ätherkörper nur wenige cm bis zu einer Handbreit vom materiellen Körper.

Dieser Zustand erleichtert Kundaliniphänomene, Hellwahrnehmungen und Kommunikation mit anwesenden Geistwesen. Meistens ist bei der Wahrnehmung der Schlafstarre ebenfalls der Ätherkörper gelockert.

 Wahrnehmung von Kugeln

Normalerweise ist unser Subtilkörper ein Ebenbild des jetzigen physischen Körpers, oder bei Jenseitigen ihr früherer irdischer Körper. Doch es gibt Ausnahmen - und zwar dann, wenn die Erscheinung/Aussendung unbewusst ist und dynamische Bewegungsvorgänge die Form des ausgesendeten Feinstoffes bedingen. Eine solche Situation liegt bei den bisweilen gesichteten Kugeln vor.

Über dem Kopf schwebte eine grauweiße Kugel

Gelegentlich berichteten hellsehende Menschen, dass sie subtile Emanationen in Gestalt von Kugeln oder Bällen gesehen haben. Nach den Berichten kann die Größe dieser Erscheinungen sehr variieren und beläuft sich von Erbsengröße bis zu einem Durchmesser von etwa einem Meter. Meistens sind kleinere Kugeln dichterer Astralstoff und dann sehr farbig bis leuchtend, während größere Kugeln meist eher matt sind und wolkiger und weniger kompakt erscheinen.

Die Theosophen verstehen die Kugeln als "Mentalkörper".  Ich glaube jedoch, dass diese Interpretation unrichtig ist. 

Eine Beobachtung aus meinem Bekanntenkreis: "Als ich erst wenige Monate im Ashram (Yogagemeinschaft) war, konnte ich während einer Yogastunde folgendes beobachten: Im Ashram (Yogaraum) herrschte ein angenehmes Zwielicht. Unsere zwei Gurus saßen am selben Platz wie immer. Als ich einmal aufblickte und zu ihnen hinüber sah, erblickte ich sowohl über Guru Ananda als auch über Swami Vayuananda jeweils eine helle Kugel. Ruhig schienen sie über den Köpfen zu schweben, in ungefähr einem Meter Höhe über dem Scheitel. Auch der Durchmesser betrug ungefähr einen Meter. Ich konnte die Kugeln längere Zeit hindurch deutlich erkennen, mindestens 10 bis 20 Minuten. Obwohl ich sie während dieser Zeit unterschiedlich dicht sah, schienen die Kugeln bis auf kleine Positionsveränderungen praktisch unverändert." (So.)

 Erscheinungen

Unter Erscheinungen versteht man die Wahrnehmung jenseitiger Intelligenzen im Umfeld der Umgebung, in der man sich gerade befindet.

Erscheinungen sind allgemein bekannt, da über sie sowohl im Alten Testament als auch im Neuen Testament berichtet wird. Zu jener Zeit, aber auch heute gilt das noch für viele, dachte man, dass es sich hierbei um Materialisationen handeln würde.

Um Erscheinungen wahrzunehmen muss man in einem bestimmten Zustand sein, in den man durch Entspannung oder durch Erregung  gelangt - hypo arousal und hyper arousal führen beide gleichermaßen durch einen Kippvorgang zu diesem veränderten Bewusstseinszustand.

Von Elvira Ballabene: Es war damals mein neunjähriger Geburtstag. Nach der Geburtstagsfeier nahm mich mein Großvater bei der Hand und sagte: „Nach all den Freuden, die du zu deinem Geburtstag empfangen hast, wollen wir nicht vergessen, dass alles Irdische vergänglich ist. Deshalb werden wir den alten Friedhof besuchen.“ So nahm ich denn meine sorgfältig verwahrten, schön gewaschenen Steinchen und wir machten uns auf den Weg. - Es ist ein Brauch aus der Wüste, dass an Stelle von Blumen Steinchen zum Grab gelegt werden. Da ich mit meinem Großvater öfters zum Friedhof ging, hatte ich immer solche Steinchen vorbereitet.

Viele Grabstätten dort kannte ich schon. Am liebsten war mir jedoch die eines 16 jährigen Bocher (Rabbischüler), da ich seine Geschichte kannte und sie sehr traurig war. Dort betete ich immer am inbrünstigsten.

Wir standen schweigend an der Stätte. Das Erlebnis, das ich dann hatte, ist obwohl so viele Jahre inzwischen verstrichen sind, nach wie vor ganz lebendig in mir.

Niemand war am Friedhof, außer Großvater und ich. Da hörte ich ein mächtiges Rauschen und dachte zuerst an einen Platzregen – doch da stand greifbar vor dem runden Stein der Stätte eine strahlende Jünglingsgestalt. Sie sah mich an und sprach ganz deutlich: „Der Tod ist nicht das Ende!“

Wie festgewurzelt stand ich da und streckte der Strahlengestalt meine Hände entgegen. Mein Großvater verstand mich, noch bevor ich das erschütternde Erlebnis mitteilen konnte. Ich konnte niemals erfahren, ob mein Großvater auch die strahlende Gestalt gesehen und die deutlichen Worte vernommen hatte.

Aus späteren Jahren: Meist waren die Erscheinungen sehr kurz. Manche waren nur wenige Sekunden lang und selten war eine Erscheinung darunter, welche die Dauer von Minuten hatte.

Hier einige wenige Beispiele: Zirka um 3 Uhr nachts erfüllte sich der Raum mit einem orangefarbenen Licht und da ich das Rauschen verspürte, welches sehr oft den Erscheinungen vorausgeht, setzte ich mich in meinen Meditationsstuhl. Da manifestierte sich der engelgleiche Guru S. in einem goldfarbenen fließendem Gewand. Aus seinen Händen strömten helle Strahlen, die ich warm, fast körperlich empfinden konnte. Dann entrollte er eine sehr lange Folie von fast wiesengrüner Farbe. Die Buchstaben waren groß und deutlich zu lesen.....

Eine weitere Notiz: Es erschien mir mein verehrter Guru Vayuananda in einem prächtigen hellblauen Gewand und strahlendem Antlitz. Er begrüßte mich wie vor Jahren mit dem indischen Gruß, indem er die Hände faltete und zu mir sprach ...

(Aus: "Anandas Erscheinungen und Jenseitsreisen", von Elvira Ballabene, im Druck)

 Visionen

Unter Visionen versteht man das Erschauen von religiös-symbolischen Bildern und Szenen in einem ekstatischen Zustand. Während Erscheinungen als eine Begegnung mit Intelligenzen im nahen Umfeld wahrgenommen werden, haben Visionen den Charakter einer kosmisch Schau, in der Gott, Himmel oder Hölle sich als inneres Bild auftun, sehr häufig mit dem Empfinden an jenem Ort präsent zu sein (passiv erschauend, ohne in Handlungen einzugreifen). Es ist ein ekstatischer Zustand und in seinem Wesen nach anders als Astralreisen.

 Ekstase, Erleuchtung, Samadhi

Das sind drei verschiedene und gängige Begriffe für einen tranceartigen Zustand, in dem meist die Außenwelt nicht mehr wahrgenommen wird und wobei in den tieferen Zuständen dieser Kategorie der Körper in eine Starre fällt. Im Yoga werden diese Zustände in verschiedene Unterarten aufgegliedert.

Berichte über Erleuchtungszustände von Personen unseres Kulturkreises

R.M. Bucke, "Kosmisches Bewusstsein", Celle 1925; zitiert aus Carl Albrecht, "Das mystische Erkennen", Bremen (1958), S. 102
"Es ist das Erlebnis des inneren Lichtes. .. Ohne irgendwelche Vorahnung fühlt man sich plötzlich wie von Flammen erfasst, von einer rosigen brennenden Wolke umgeben, im gewissen Sinne so, als würde ein Feuer aus dem eigenen Inneren emporlodern. .. Dabei besteht eine unaussprechliche Freude, Seligkeit, eine Gewissheit, Triumphgefühl. .. Alle Verstandes- und Gefühlskräfte werden erleuchtet. .. Der Kosmos ist keine tote Materie mehr. Blitzartig enthüllt sich der Sinn, das Ziel der Weltschöpfung."

R.M. Bucke, "Kosmisches Bewusstsein", Celle, 1925 Aus: Carl Albrecht, "Das mystische Erkennen", Bremen, 1958, S.102 "....Da fand ich mich plötzlich ohne irgendein vorhergegangenes Anzeichen in einer feurigen Wolke. Einen Augenblick dachte ich an Feuer, an einen großen Brand irgendwo in der Nähe; dann aber merkte ich, dass das Feuer in mir selbst war. Gleich darauf überkam mich ein Gefühl unaussprechlicher Freude und Wonne. Auch folgte unmittelbar eine intellektuelle Erleuchtung, die ich nicht zu beschreiben vermag. Jedenfalls gewann ich - nicht einfach durch Glauben, vielmehr durch Anschauung - die Überzeugung, dass das Universum nicht tote Materie sei, sondern lauter Bewegung und Leben. Ich wurde mir des ewigen Lebens in mir selber bewusst ...Die Vision dauerte nur wenige Sekunden.

Heinrich Zimmer, "Der Weg zum Selbst", S.76: "....Während dieses Erlebnisses hatte ich ein Gefühl, als ob eine Menge Ameisen mir den Rücken hinauf liefen und ein sanftes, Feuer rings um mich herum mit heller Flamme brenne. Dabei fühlte ich mich selbst ganz körperlos und wie in Lichtglast getaucht. Der Glast dieses Lichtes war wie Abendsonnenschein, in den ein feiner Staubregen fällt. Meinen Augen entstürzten Tränen. Gegen Ende dieses Erlebnisses stieß ich einen Laut aus, eine Art Ruf, und brach die Meditation ab und begann meinen Rosenkranz in der gewohnten Weise zu zählen."

 Verschiedene Arten von Samadhi (Erleuchtung) nach dem indischen Yoga

Bhava Samadhi

Savikalpa Samadhi

Avikalpa Samadhi

Nirvikalpa Samadhi

Sahaja Samadhi

    Bhava Samadhi:
Bhava ist die Bezeichnung für einen ekstatischen Zustand 'kosmischer Liebe'.

Beispiele: "Die Musik zog Indira Devi nach innen, aber in dieser weltfernen Versunkenheit verlor sie doch nicht das Wachbewusstsein gänzlich. Manchmal tanzte sie in diesem Zustand vor Verzückung."
Zitat: S.189 aus: 'Asiatische Mystiker', Hellmuth Hecker, Octopus Verl., Wien 1981

Ramakrishna rezitiert das Mahimna Sutra: "Eines Tages betrat Ramakrishna einen Shiva-Tempel und begann als Lobpreisung Shivas das Mahimna-Sutra zu rezitieren. Als er im Begriff war, das Sutra zu sprechen, fand er sich plötzlich in Ekstase. Ramakrishna war eingetaucht in das Gefühl der Herrlichkeit Shivas, er verlor sein irdisches Bewusstsein, vergaß den Hymnus, die Worte, die Sprache, die Folge der Verse und alles andere um sich. Immer wieder rief er laut aus: 'Oh großer Gott, wie kann ich Deine Herrlichkeit ausdrücken?' Während Ramakrishna so in Ekstase verweilte, lief ein Strom von Tränen über die Wangen, die Brust, seine Kleider, so dass schließlich sogar der Boden nass war. Die Diener und Aufseher des Tempels kamen von allen Seiten gelaufen, als sie dieses Weinen und die mit halb versagender Stimme hervorgebrachten Worte, wie von einem Verrückten, hörten. Wie sie ihn in diesem außergewöhnlichen Zustand fanden, waren sie erstaunt und glaubten, sein Geist sei verwirrt. Einige lachten über ihn, andere wollten den 'Verrückten' aus der Gegenwart Shivas entfernen.
Mathur Babu aber war gerade im Tempel der Kali und kam sofort, als er von der Aufregung um den jungen Priester (Ramakrishna) hörte. Er erkannte den Zustand Ramakrishnas sofort und warnte erbost die Tempeldiener.
Als Ramakrishna bald darauf aus seiner Entrückung zurückkehrte und all die Menschen um sich sah, fragte er angstvoll wie ein Kind: 'Habe ich denn etwas Falsches getan?' Mathur grüßte ihn und sagte: 'Nein, Vater, du hast einen Hymnus rezitiert. Ich stand hier, damit dich nicht jemand gedankenlos störe."
Zitat: Saradananda: 'Ramakrishna the Great Master', S. 431, Madras, Indien, 1970 (4.Auflage)

    Sa-Vikalpa Samadhi:
Das "Aussteigen aus dem fleischlichen Körper" im Zustand der Ekstase.

"Im Jahre 1954 hatte Dilip Kumar Roy in Allahabad einen Freund viel von Ramdas, einem südindischen Heiligen, erzählt, den Dilip ein Jahr vorher kennen lernte. Nachdem er dann schlafen gegangen war, wachte er plötzlich auf und hörte die Stimme von Ramdas: 'Komm, komm - hier herauf!'
Und da geschah es: mein hämmernder Schädel öffnete sich oben und ich sah mich selbst himmelwärts schnellen, das Blau im Flug durchqueren, bis ich auf einmal erkannte, dass ich mich außerhalb meines Körpers befand. Es war wirklich eine Samadhi-Ekstase, die mich zutiefst erregte - ein gesegneter, befreiender Sprung (mukti) aus dem Gefängnis des Fleisches. Doch wie kann ich mit Worten die Verzückung beschreiben, die ich erfahren musste, um sie zu glauben? Als ich in meinen Körper zurückkehrte, schwang die Verzückung noch nach."
Zitat: Hellmuth Hecker, 'Asiatische Mystiker', S.179-180, Octopus Verl. Wien, 1981

Bild aus: "Geheimnis der Goldenen Blüte", von Richard Wilhelm; Zürich, Rascher Verl., 1957

Über Indira Devi: "Die zweite Art, auf die sich das Bewusstsein vertiefte begann mit einem elektrischen Strom, der vom Ende des Rückgrates ausging und zum Herzen, Nacken und Scheitel hinaufkroch oder empor zuckte. Auf einmal öffnete sich dann der Kopf und sie war frei. Frei von der Versklavung des Körpers, auf samtenen Wellen der Ekstase und Harmonie treibend. Sie sah, wie sie sich über den Körper, der unbeweglich blieb, weitete. In diesem Zustand gab es kein Denken. Dennoch dauerte das Gefühl der Dualität fort, das Ich in ihr blieb - jetzt befreit von den Grenzen von Raum und Zeit. Die meisten ihrer Visionen kamen in diesem Zustand. Nach einer Weile spürte sie eine Schwere auf dem Kopf und fand sich auf der Erde wieder."
Zitat: Hellmuth Hecker, 'Asiatische Mystiker' S.189, Octopus Verl. Wien, 1981

    A-Vikalpa Samadhi:
Das Schwinden des Ich

" Am 5. Mai 1972 erlebte Dilip Kumar Roy in Madras, wohin er zum Singen gefahren war, um Mitternacht, dass das Halbdunkel der Nacht plötzlich gänzlich finster wurde. Er hörte Stimmen über seinem Kopf, den Namen von Vishnu, und dann bekam er einen Schlag auf den Kopf:
'Er verursachte eine furchtbare Explosion, in der mein Körper verlosch. Aber es war eine köstliche Auflösung, in der ich spürte, dass mein Ich-Sinn, die Ichhaftigkeit, ahamta, vollständig verschwunden war und ein Bewusstsein reiner Seligkeit hinterlassen hatte, von aller Furcht befreit. "
Zitat: Hellmuth Hecker, 'Asiatische Mystiker' S.180, Octopus Verl. Wien, 1981

    Nir-Vikalpa Samadhi:
Auflösung von Ich und Welt

Über Indira Devi: "Wie gewöhnlich stieg ein elektrischer Schlag vom Ende ihres Rückgrats auf. Ihr Schädel öffnete sich, und sie war frei von der Knechtschaft ihres Körpers. Wie ein Vogel, der aus dem Gefängnis heraus gelassen wird, schwang sich der Geist empor. Es war, als ob sie durch verschiedene Welten triebe und dem Ruf einer Flöte folge. Indira erinnerte sich, Wesen des Lichtes und der Harmonie gesehen und die Ekstase der erdnahen Götter gefühlt zu habe, vor allem aber erinnert sie sich an den Anruf der Flöte. Er war so nah und dennoch konnte sie ihn nicht erreichen. Höher und höher stieg sie empor, bis es nichts mehr gab außer dem Flötenruf, und dieser Ton war zur Form geworden, eine Realität, die sie irgendwie berühren wollte. Kaum tat sie es, verwandelte sich die Form in eine blendende Sonne, die in eine Million Teile zersprang , und dann war nichts, und dennoch alles. Es gab kein Ich mehr, nichts Erfahrbares, keine Form, keine Zweiheit, keinen Gott, keinen Adepten. Sie hatte jegliches Bewusstsein verloren, um Bewusstsein zu werden. Es gab nur Seligkeit und eine unermessliche Wirklichkeit, die regierte, jenseits allen Denkens, aller Beschreibung, aller Vorstellung. Die Zeit blieb stehen - oder es gab vielmehr keine Zeit - dennoch kehrte sie nach einer Weile zurück in den Schatten dieser Realität, dieser Welt."
Zitat: Hellmuth Hecker, 'Asiatische Mystiker' S.190, Octopus Verl. Wien, 1981

    Sahaja Samadhi:
Wahrnehmung der Welt im Zustande des Nirvikalpa Samadhi

(Ramana Mahrishi:) "Was geschah, war, dass meine Wünsche und mein Ego von mir gingen wie und weshalb, das vermag ich nicht zu sagen - und dass ich fortan in der Weite zeitlosen Friedens lebte. Manchmal verharrte ich mit geschlossenen Augen, und wenn ich sie öffnete, sagten die Leute, ich sei aus meiner gesegneten Meditation gekommen. Doch ich kannte den Unterschied zwischen Meditation und Nichtmeditation, ob gesegnet oder nicht, überhaupt nicht. Ich lebte einfach, ein ruhiger Zeuge all dessen, was um mich geschah, fühlte mich jedoch niemals aufgerufen, aktiv einzugreifen. Nie konnte ich den Drang empfinden, etwas zu tun, außer zu sein, einfach zu sein."
Zitat: Hellmuth Hecker, 'Asiatische Mystiker' S.178, Octopus Verl. Wien, 1981

Körpersymptome während der Ekstase

o      Der Körper ist in Starre und erkaltet während des Samadhi. Zurückgekehrt ist keine Erinnerung mehr vorhanden.

o      Ebenfalls Starre, aber zurückgekehrt ist eine Erinnerung vorhanden.

o      Keine Körperstarre, sondern ein Verzückungszustand, oft in Form eines ekstatischen Tanzes oder einer ekstatischen Gotteshuldigung.

o      Körper und Geist sind unter Kontrolle und das Agieren in der Welt ist unbeeinträchtigt. Nach außen gibt sich der überbewusste Zustand durch leuchtende Augen und einem strahlenden Antlitz kund. Sehr starke Ausstrahlung.

Schlagwortartige Aufzählung einiger typischer Symptome der Ekstase aus christlichen Berichten:

Ein empfehlenswerte Ausgabe mit einer Sammlung von Berichten aus Selig und Heiligsprechungsprozessen ist die Ausgabe von August Ackermann, 'Mystik und außerordentliche mystische Vorgänge', Einsiedeln, 1952. Während im Osten Erlebnisse von Mystikern schnell mythologisiert wurden/werden und für wissenschaftliche Nachforschungen dadurch ungeeignet sind, hat uns die katholische Kirche auf seriöse Weise durch Jahrhunderte ein hoch wertvolles Kulturgut erhalten. Es handelt sich hierbei um die Prozesse von Selig- und Heiligsprechungen. Dies sind Prozesse, ähnlich wie bei Gericht, die durch Zeugen und den Einwänden eines "advocatus diaboli" zu einem sicheren und bewahrheiteten Resultat führen sollen. Die akkuraten Niederschriften der Prozesse um Selig- und Heiligsprechungen sind eine Fundgrube, die von Parapsychologen und sonstigen Kreisen, die an solchen Ereignissen interessiert sein sollten, leider übersehen und missachtet wurden/werden.

Auszüge aus: August Ackermann, 'Mystik und außerordentliche mystische Vorgänge', Einsiedeln, 1952:
" Die Ekstase kommt plötzlich. Sie überrascht bei jeder Beschäftigung, an jedem Ort, in jeder Lage. 'Sobald die Ekstase ausbricht wie Pulver aus dem Gewehre'...
Nach der Ekstase fahren sie mit der Predigt (hl. Thomas von Villanova, sel. Nikolaus Factor) oder Lektüre (sel. Aegidius von Santarem und Maria von Maille) dort fort, wo sie beim Ausbruch der Ekstase aufgehört hatten. Die Exstatiker hatten wohl kein Gefühl der Zeit. Sie meinten zuweilen, die Ekstase habe nur einen Augenblick gedauert (Cherubin von Stroncone).
Der Exstatiker ist unbeweglich wie eine Marmorstatue und bleibt in der Lage, in der er sich gerade befindet.
Die Ekstatischen halten krampfhaft die Gegenstände fest, die sie gerade in den Händen halten und nehmen sie bei der aufsteigenden Ekstase (Levitation) in die Luft mit. Niemand kann sie ihnen entreißen. Unzählig sind die Fälle dieser Art, so z.B. gab Passidea einer Dame die Hände und fiel in Ekstase; die Dame konnte die Hände erst zurückziehen, als die Ekstase vorüber war. Man berichtet aus dem Leben der Exstatiker hierüber die köstlichsten diesbezüglichen Vorkommnisse.
Das Gesicht verklärt sich. Das Gesicht mit geschlossenen Augen erhält den Ausdruck des süßen Schlafes oder der tiefen Betrachtung.
Es gibt auch die Form der Entzückung, der Wonne. Die Person ist wach mit zum Himmel gerichteten, weit offenen Augen. Das Gesicht ist glühend und leidenschaftlich in verschiedenen Formen mit dem Ausdruck der Schauung und Erleuchtung, der Freude, des Glückes und der Liebe, des Schmerzes, je nach Schauung.
Gefühllosigkeit oder Unempfindlichkeit oder Abwesenheit aller Sinne bei den Ekstasen wurde mit einer Unmenge von Versuchen festgestellt, wie durch Stechen, Brennen usw. Keine Fliege auf dem Weiß der offenen Augen veranlasst zum Zwinkern der Augen, wie man bei vielen beobachten konnte, so beim hl. Joseph von Copertino, bei Maria von Moerl, Anna Katherina Emmerick u.a.
Die Erkältung des Körpers und die scheinbare Atmungslosigkeit sind weitere Erscheinungen der Ekstase. Der Körper wird kalt wie Eis, 'die Hände und der ganze Körper werden so kalt, dass es scheint, man sei tot'. (Hl. Theresia von Jesus O. Carm. Von Avila). Ein eigentliches Sterben gibt es in der Ekstase nicht und ein Tod in ihr ist nur scheinbar, so viermal bei Agnes von Langeac.
'Höhepunkt nenne ich die Zeit, wo die Seelenfähigkeiten sich verlieren, weil sie ganz in Gott vereinigt sind. Nach meinem Dafürhalten sieht und hört und empfindet man nichts.' (Hl. Theresia von Jesus, 'Leben', 20. Kapitel)
Die Ekstasen treten in jedem Lebensalter auf.
Die Ekstasen treten bei einzelnen mehr oder weniger häufig auf, bei Elisabeth Spalbeck siebenmal täglich, bei Mutter Agnes von Jesus 2-3 Mal täglich ...Franziska von den Fünf Wunden während vielen Jahren beständig, bei Franziska Passidea mehr als die Hälfte des Lebens, so auch ... "

 

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