Tiefentspannung

 Die Körperhaltung und die einleitenden Übungen erfolgen nach dem Schema, wie es in dem Abschnitt über Entspannung aufgezeichnet wurde.

Wenn wir uns so tief entspannen wollen, dass wir zu tieferen Schichten unseres Bewusstseins vordringen können, müssen wir folgende Regeln einhalten:

  • Wir suchen uns eine Körperhaltung, die uns so bequem erscheint, dass wir uns während der Übung nicht mehr bewegen müssen und wir den Körper vergessen können.
  • Wir überlegen uns, zu welchem Zweck wir in tiefere Schichten unseres Bewusstseins vordringen wollen. Unser Wunsch gibt das weitere Geschehen vor.
  • Wir sind bereit uns neuartigen Erfahrungen zu öffnen.
  • Unsere Grundhaltung sollte ein freudiges Erwarten sein. Niemals darf ein innerer Erfolgszwang die Triebfeder sein und der Versuch etwas zu erreichen, etwa um zu den Fortgeschrittenen dazu zu gehören und im Status zu wachsen.

 Beispiele für Tiefenentspannungs- (Trance-)Induktionen:

Auf den Körper ausgerichtete Vorstellungen. (Das ist keine Übungsreihenfolge) 

  • Augen "zufallen lassen" 
  • Vorstellung, dass die Stirnmuskeln glatter und glatter werden 
  • Beobachten des Atems, wie er hinten ganz nahe an die Augen herankommt
  • Den Atem noch tiefer in den Bauch schicken 
  • Den Zwischenraum zwischen den Augen vorstellen • Dem Atem zuhören und sich dabei wohlfühlen 
  • Sich vorstellen, einen schönen Sonnenuntergang zu betrachten 
  • Den Punkt spüren, an dem der Rücken den engsten Kontakt mit dem Sessel/der Liegefläche hat 
  • Den Teil des Körpers spüren, der etwas mehr entspannt ist als der restliche Körper
  • Die Geräusche vorstellen, die ein Bach macht, wenn er über Steine fließt oder über Baumwurzeln 
  • Fühlen, wie sich die Rippen bei jedem Atemzug weiten 
  • Bei jedem Ausatmen spüren, wie der Körper jedes mal ein bisschen tiefer in die Sitz-/Liegefläche sinkt • Sich des Innenraums des Mundes bewusst werden 
  • Sich das Vergnügen vorstellen, in der warmen Badewanne zu entspannen 
  • Den Atem spüren, wie er gleichmäßig kommt und geht, wie Wellen im Ozean, ganz leicht und angenehm 
  • Wärme oder ein angenehmes Kribbeln in einer der Hände oder in beiden spüren 
  • Die Mundwinkel spüren 
  • Sich vorstellen, auf einer weichen weißen Wolke zu schweben 
  • Sich vorstellen, nach oben zu blicken durch die Äste eines großen Baumes 
  • Sich vorstellen, dass sich ein Arm schwerer anfühlt als der andere 
  • Sich dessen bewusst sein, wie wohlig warm der Körper wird 
  • Sich vorstellen, innen in einem großen durchsichtigen Ballon zu schweben 
  • Sich vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn ein weiches Stück Samt sanft über den Handrücken streift 
  • Sich wieder einen Sonnenuntergang vorstellen. Und jetzt den Vorhang vor den inneren Augen zuziehen, so dass der Sonnenuntergang nicht mehr zu sehen ist 
  • Eine schöne Blume vor dem Gesicht vorstellen. Die Farbe sehen. Den Duft riechen 
  • Spüren, wie Wellen der Entspannung aus den Fingern fließen und aus den Zehen ... so als ob Sand aus den Fingern und Zehen fließt 
  • Sich erlauben, sich etwas sehr Angenehmes vorzustellen.

 Vorstellungen, die uns "wegtragen"

Einige der folgenden Vorstellungen fördern die Tiefenentspannung, wenn man sich intensiv unter Beteiligung aller Sinne hinein lebt:

  • auf einer weichen, flaumigen Wolke liegen, von ihr getragen zu werden, auf ihr schweben 
  • in einem Schacht Schritt für Schritt auf einer Wendeltreppe hinunter steigen 
  • Wie ein Vogel die Flügel ausbreiten und nach unten schweben 
  • in eine Höhle gehen, dort in einen unterirdischen See springen und tief tauchen. Je tiefer man taucht, desto klarer und farbiger sollen Bilder auftauchen 
  • einen Lichtpunkt über den Himmel verfolgen, wie er zum Horizont hinunter sinkt, die Farbe wechselt, vibriert, so dass man es im ganzen Körper spürt, 
  • Schreiben von Zahlen in den Sand. Jede Zahl ist mit einem Abschnitt des Körpers verbunden. Mit dem Auslöschen der Zahl durch eine Welle geht dieser Körperteil in Trance 
  • Zahlen (von 10 bis 1) klar und deutlich vorstellen, farbig, leuchtend, glitzernd, dreidimensional. Während sich die Ziffern dann um die eigene Achse zu drehen beginnen, werden sie allmählich blasser und verschwinden rückwärts im Nebel. Die nächst niedrige Ziffer taucht auf 
  • durch einen Wald gehen, den Waldweg genau vorstellen, das Moos am Wegrand spüren, die Waldluft riechen, die Steine auf dem Weg unter den Füßen spüren, auf eine Lichtung kommen , über die Wiese gehen, Gräser und Blumen im Vorbeigehen mit den Fingern Berühren, die Sonne warm spüren, einen Berg hinaufwandern zu einem Gebäude ... 
  • sich zu seinem Lieblingsort (Kraftort) begeben und dort bequem entspannen

 Rückkehr

Ganz langsam und allmählich beginnen, in diesen Raum und diese Zeit zurückzukommen. Gähnen zulassen. Beim gleichmäßig rhythmischen Atmen die Stimme ("ah") beim Ausatmen kommen lassen.

 

© copyright Alfred Ballabene, Wien