Unser "feinstofflicher" Aufbau

© Gauri, Regensburg

H Ü L L E N (Feinstoffliche Körper)

Hüllen, Vehikel sind Bezeichnungen, die wir aus der theosophischen Lehre übernommen haben. Dieser Lehre zufolge besitzt der Mensch mehrere Körper unterschiedlicher Dichtigkeit, die er durch sein Bewußtsein beleben, aber auch ablegen kann (z.B. durch den Tod oder durch Höherentwicklung) und die deshalb mit Bezeichnungen belegt wurden, welche diesen Vorgang nahelegen - sie sind also wie Kleidungsstücke, die man an- und ablegen kann.

Bevor wir uns tiefer in die Geheimnisse unseres Wesens hineinwagen, sollten wir zuerst akzeptieren lernen, dass unser inneres Wesen viel komplizierter ist als allgemein angenommen. Unser Ich als ein einheitliches, unteilbares Zentrum, ein Ich, das ewig weiterlebt, als eine Persönlichkeit wie wir es im Alltag erleben, ist ein Märchen, eine Tradition, welche uns das abendländische Christentum als Denkweise aus dem Altertum weiter vererbte. Während das Naturverständnis im Laufe der letzten Jahrhunderte unseren modernen Erkenntnissen angepaßt wurde, gilt dies für die Religion nicht, sie ist starr und unanpassungsfähig geblieben.

Wenn wir eine Retrospektive unserer Alltagserfahrungen durchführen, so müssen wir erkennen, dass unser Ich oder unsere Persönlichkeit vielen Schwankungen unterliegt, mal freundlich, liebevoll, mal zornig, nachtragend und unverzeihlich und würde man diese Erscheinungsweisen unserer selbst gegenüber stellen, so würden wir es nicht für möglich halten, dass dies ein und die selbe Persönlichkeit sein sollte. Unser Ich tritt also in den verschiedensten Masken in Erscheinung, am deutlichsten in unseren Träumen erkennbar. Auch unser Gehirn ist anatomisch nicht eine Einheit. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass unser "feinstoffliches" Ich unsere Seele oder wie immer wir unsere transzendenten Aspekte benennen wollen, vielfach in Erscheinung treten können - nicht nur in ihrer Ausdrucksform, sondern auch in ihrer Dichtigkeit - wie in ihrem Fall: physischer Körper, Ätherkörper, Astralkörper. Lesen Sie bitte als Ergänzung hierzu noch den vorigen Kapitel.

Um die Situation anschaulicher zu machen, sei es mir gestattet hier einen Teil eines Briefes zu bringen, in dem eine eher seltene Erfahrung gebracht wird, in welcher die Schreiberin über drei verschiedene "Hüllen" berichtet, die sie gleichzeitig gesehen hatte:

    "Ich lag auf dem Rücken im Bett und wußte, daß ich schlafe. Dann bin ich im Traum aufgewacht. Als ich die Augen öffnete, erschreckte ich mich sehr, da mein Ebenbild aus meinem Oberkörper heraus gewachsen war. Das Zweite Ich lag durchsichtig über mir und starrte mich unablässig an. Ich hatte Angst und fragte mich, was das bedeuten solle. Dann stand ich plötzlich in der Ecke meines Schlafzimmers und zwar als große Lichtgestalt. Ich hatte meinen Willen, meinen Charakter und meine Erfahrungen bei mir, obwohl ich mich selbst im Bett liegen sah mit dem zweiten Ich über mir, das meinen leiblichen Körper bedrohte. Ich dachte, daß ich so aussehen muß, wenn ich tot bin.

    Ich wußte, daß ich keine Gewalt oder materielle Handlungsmöglichkeit in meiner dritten Gestalt als Lichtgestalt besitze und fragte mich, wie ich das zweite Ich besiegen könne. Das zweite Ich schaute zu mir herüber, erschreckte und als ich einen Schritt auf es zumachte, verschwand es. Ich wunderte mich über meine Ausstrahlung, die dies bewirkte hatte. Ich stand im Raum und dachte, ich solle die Gelegenheit nutzen, um mir den Raum aus dieser Warte anzuschauen. Ich dachte, meine Mutter könne Recht haben, mit dem Gedanken, daß ich mir Vorhänge anschaffen solle, da es doch sehr hell im Raum ist. Ich sah mich wieder - wie tot - im Bett liegen und dachte, daß ich zu mir zurückkehren muß, damit ich wieder lebe."

Während unser feinstofflicher Aufbau in seiner dichteren Struktur aus der Empirie gut belegt ist, gilt dies für die "Höheren Hüllen" keineswegs. Hier kann man sich nicht des Eindruckes erwehren, dass die meinsten höheren Hüllen intellektuelle Konstruckte sind, um dogmatische Weltbilder abzurunden.

Es ist allerdings unentbehrlich sich mit diesen Ideen auseinander zu setzen, wenn man tieferen Einblick und Verständnis der diversen Lehren gewinnen will - zwingend auch dann, wenn man durch Belesenheit und Weiterbildung sich ein eigenes Weltbild schaffen möchte.

Verschiedene Einteilungen: (aus der Literatur)

    Paulus:
  1. Körper
  2. Seele
  3. Geist

    Kabbalah:
  1. Physischer Körper
  2. Nephesch (plastischer Vermittler)
  3. Ruach (die Seele)
  4. Neschamah (der reine Geist)
    Die fünf Koshas: (Vedanta)
  1. Annamaya-Kosha - grobe Materie (Anna = Nahrung)
  2. Pranamaya-Kosha - Energiekörper, der sich aus den Organen des Handelns zusammensetzt
  3. Manomaya-Kosha - Körper des Manas oder Sinnesbewusstseins
  4. Jnanamaya-Kosha - der Sitz von Buddhi und Intelligenz
  5. Anandamaya-Kosha - ist der göttliche Wesenskern des Menschen, bestehend aus Sat-Chit-Ananda (Sat = reines Sein, Chit = Bewusstheit, Ananda = Glückseligkeit)


    Theosophie:
  1. Sthula Sharira - Grobstofflicher Körper
  2. Linga Sharira - Ätherkörper
  3. Shukshma Sharira - Astralkörper
  4. Karana Sharira - Mentalkörper
  5. Buddhi - Kausalkörper
  6. Atman - Atman
  7. Purusha - Purusha


© copyright Alfred Ballabene, Wien