Vergangenheit/Zukunft (links/rechts)

(gilt für Rechtshänder)

 Bar-, Balgstrich, Malkreuz, Schale, Totenkahn

So abstrakt manche Symbole auch erscheinen mögen, so basieren sie doch auf einem erlebten psychischen Wert. Nur zur Ergänzung, nicht als Schwerpunkt, sind nachfolgend einige solcher abstrakter Symbole erklärt. Die Einführung in ihr Verständnis erfolgt mit dem Ziel uns auch im Alltag die ("symbolwahrnehmenden") Augen zu öffnen und uns zu zeigen, wie die Psyche und ihre Sprache allgegenwärtig sind.

Von Links nach Rechts (mit oben /unten Qualitäten)
(Bar- u. Balgstrich)

/ aufwärtsstrebend = Bar-Strich
\ abwärtsstrebend = Balg-Strich

Bar-Strich und Balg-Strich sind als Strich- und Ritzsymbole seit ältesten Zeiten bekannt. Sie leiten sich aus der Topographie und ferner aus dem Bewegungsablauf der Hand ab. Für Rechtshänder gilt der Bewegungsablauf beim Schreiben von links nach rechts. Somit ist links das Vergangene und rechts das Zukünfitige. Wird die Vertikale mit einbezogen, so ergibt sich ein Bewegungsablauf als Weg, der bergauf oder bergab führt. Dem Himmel, also der aufstrebenden Bewegung wird dabei eine positive anstrebenswerte Qualität beigemessen, der abwärts verlaufenden Bewegung haftet etwas Negatives an. Dieses Empfinden ist in uns tief eingewurzelt, wird unterbewußt wahrgenommen und bewertet, weshalb es sich als versteckte Botschaft für suggestive Reklame bestens eignet.  

 Das Malkreuz

Im Malkreuz finden wir Bar- und Balgstrich vereint.
Es findet sich schon in ältesten Höhlen Ritzzeichnungen.
Hier das Malkreuz als Hexenkreuz, Symbol von Geburt und Tod.

Im Malkreuz finden wir Bar- und Balg-Strich vereint. Das Malkreuz ist ein uraltes vorchristliches Symbol (Hexenkreuz), welches in Kombination des Werdens (Barstrich) und Vergehens (Balgstrich), das immer Wiederkehren von Geburt und Tod, Sommer und Winter, Jugend und Alter, Saat und Ernte symbolisiert. Es ist das Zeiten Gesetz der Weltordnung und bildet als Kreuz oder Malkreuz die Speichen des Sonnenrades. Dort kennzeichnet es die Jahreswenden und die Tag- und Nachtgleichen.

 Schale

Die grundlegenden Symbole "Schale/Totenkahn" äußern sich nicht nur im Traum, sondern wir treffen sie auch im Alltag an, in Gebärden oder als Gebrauchsgegenstände, die wegen ihrer Eigenschaften in die Symbolsprache integriert werden.

Hier ist es die "Schale", ein empfangendes Prinzip - so wie die Schale Flüssigkeit aufnimmt, die wir hineingießen.

In der Gestik finden wir die Schale als ein empfangendes Ausbreiten der Hände. In dieser Form ist es ein beliebtes Symbol in politischen Plakaten: der Parteikandidat wird als Erwachsener (= Autorität) dargestellt, der ein ihm entgegenlaufende Kind begrüßt (= Wähler).

 "Totenkahn"

So, wie eine umgedrehte Schale ihren Inhalt verschüttet, so empfinden wir beim Anblick eines gebeugten Menschen, daß dessen Lebenskraft sich erschöpft hat. Der Blick ist wieder zurück zur Erde gerichtet. Vater Tod trägt auf seinem Herrscherstab oben als Attribut ebenfalls den Totenkahn ( = Sense). Auch der Schlapphut entspricht dieser Symbolik.

In der Gestik findet sich dieses Symbol als ein trauriges Hängenlassen des Kopfes (siehe Bild oben).

 

© copyright Alfred Ballabene, Wien