„Vorstellung schafft Wirklichkeit!“

Ausspruch von Vivekananda: „Ein Gedanke ist ein Wesen von Form, Farbe und Gewicht.“

Wenn man sich etwas wünscht oder etwas fürchtet, so denkt man immer wieder daran, verknüpft mit einer Vorstellung – deshalb tendieren Wünsche und Ängste dazu sich zu verwirklichen! Das zu wissen und zu beachten ist für den Yoga sehr wichtig.

Nur ist das Ganze nicht so einfach – in der Regel kann man einen Wunsch oder eine Angst nicht so einfach willkürlich abschalten, denn manche Wünsche (z.B. Lebenswünsche) und Ängste sind tief im Unterbewusstsein verankert. Und das Unterbewusstsein lässt sich nicht so schnell dreinreden – da muss man also kräftig an sich arbeiten, um etwa hinderliche Wünsche und Ängste wegzubekommen. Die hierbei angewendeten Methoden sind vielfältig. Eine dieser Methoden nennt man:

Positive Programmierung

Hierbei gibt man sich z.B. täglich vor dem Schlafengehen den inneren Befehl: „ich werde….“ Besser noch wirkt die Positive Programmierung, wenn man die Suggestionsbefehle zusätzlich noch mit Bildern verstärkt. Diese Bilder können in form eines inneren symbolischen Filmes ablaufen: Beispiel eines Therapeuten: „Ich erzähle depressiven Menschen, dass sie über eine eisige Schneedecke laufen und dass darunter schon die ersten Blüten darauf warten, in Kürze durchzubrechen, wenn das Tauwetter einsetzt“.

 Willensbefehl

Kleine Ängste jedoch schafft man relativ leicht, wie etwa Lampenfieber – die bekommt man eventuell durch einen Willensbefehl weg, der mit Gedankenkontrolle verbunden ist. Hierbei setzt man ein Verbot für bestimmte Gefühle und Gedanken und lässt diese nicht hochkommen. Man kann diese hinderlichen Gedanken und Gefühle jedoch schwer mit gegenteiligen Gedanken und Gefühlen austauschen – aber das ist in der Regel auch gar nicht nötig. Es genügt meistens, wenn man in einer solchen Situation nach reiner Logik handelt. Das gilt für den Alltag, Bei einem Bühnenstück jedoch muss man sich eventuell in einen Zustand der Fröhlichkeit und des Selbstbewusstseins hinein leben. Es schadet jedoch nicht, wenn man auch bei kleinen Situationen der Selbstkontrolle trainiert diese Fähigkeiten in positive Gefühle einzutauchen aufbringt. Im Laufe der Zeit schafft ein Yogi durch Training eine derart starke Autosuggestion, dass diese bereits einer Autohypnose ähnelt.

 Autohypnose

Hypnose ist eine uralte »Technik«. Wir kennen sie aus den Meditationspraktiken der indischen Fakire und Yogis. Diese dort zur Schau getragenen Praktiken gehen mindestens bis ins zweite Jahrtausend vor Christus zurück. Dennoch sind das nicht die ältesten Anwendungen der Autohypnose und Hypnose. Schamanen wendeten derlei Methoden schon seit uralten Zeiten an, seit Zeiten die weit in die Steinzeit zurück reichen.

Auch in Ägypten wurde sehr früh Hypnose praktiziert: der Eber- 1 Papyrus aus der Zeit um 1500 vor Christus gilt als die erste Niederschrift einer Anleitung für eine derartige Behandlung. Selbst die Heilungen durch Jesus und seine Jünger Petrus und Paulus, die Handauflegen mit Augenfixierung verbanden, können als Hypnosetherapie interpretiert werden. Damals sah man spirituelle Kräfte am Werk, die durch ein Medium wirkten, jedoch schließt nach unserer Sichtweise das Eine nicht das Andere aus.

 

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