Zustände, die mit einem aktiven Anahata Chakra verbunden sind

In der Mystik (bei zunehmender All-Liebe) zeigen sich bei einem belebten Anahata Chakra folgende Symptome, mit zunehmender Steigerung in der angeführten Reihenfolge:

  • Wärme im Brustbereich
  • Glühen – die Glut steigt bis zum Kehlkopf empor
  • Hörbares Vibrieren, „Brummeln“, ähnelt dem Summen von Bienen. Eine Umschreibung dieses Brummens ist der Laut OM.

Das Muschelhorn Shivas steht für den kosmischen Schöpfungston OM

 

Das Zeichen OM

 OM ist im Yoga das wichtigste Mantra (Wort mit Kraft). Seine Bedeutung und Anwendung verliert sich in grauer Urzeit. Mythologisch ist es der erste Laut, den Shiva aus dem Zustand der Raum- und Zeitlosigkeit erklingen hat lassen. Damit begann die Schöpfung („erste Schwingung, Bewegung“). Durch immer größere Variationen entstanden die vielen Grundkräfte (tattwas) aus denen sich die Schöpfung aufbaut. In der Ikonologie des Hinduismus und tibetischen Buddhismus steht das Muschelhorn für diesen Laut.

Es gibt zwei mystische Erfahrungen, welche man mit diesem Laut in Verbindung bringen kann:

1) Reisen mit dem Geistkörper: Bevor sich das Bewusstsein in den Geistkörper (Astralkörper) verlagert, erlebt man ein Zwischenstadium, in dem Töne wahrgenommen werden. Siehe: Tonerlebnisse bei außerkörperlichen Erfahrungen (Kurzbezeichnung AKE = außerkörperliche Erlebnisse, OBE = out of body experiences).

2) Mystischer Liebeszustand: In tiefen, mystischen Liebeszuständen wird der Brustkorb heiß und beginnt zu vibrieren. Es wird ähnlich einem Bienensummen empfunden, seltener gehört (ein Zustand, der mit den Vorstadien außerkörperlicher Erfahrungen (AKE, OBE) gleichgesetzt werden kann, wenngleich mit einer bestimmten Frequenz, während die Frequenzen der OBE Vorstadien breiter gestreut sind).

 Störungen im Anahata Bereich:

Ein Stau der Kundalini im Brustbereich und mangelnde Versorgung durch "frische" lichtvolle Energie, kann bei Menschen, die sich auf einem mystischen Weg befinden und in dem Stadium der Entwicklung des Anahata Chakras sind, zu Depressionen führen. Auffällig wird dies, wenn ein Yogi zwischen glühender Liebe und Depression (in einer Tiefphase) hin und her schwingt. Diese Zustände wechseln in kurzen

Intervallen innerhalb weniger Tage. Leider können Mystiker in der Anfangsphase einen gehobenen Liebeszustand meist nicht konstant halten, sondern sind einem Wechsel von Hoch und Tief ausgesetzt. Es ist nicht leicht aus einem Tiefzustand heraus zu kommen. Erwärmungsübungen auf den Brustraum können da helfen. Günstig ist hierbei die Übung "Feueratem".

 Übung Feueratem

Hierbei stellt man sich vor, dass man beim Ausatmen heiße Energie in den Brustraum schickt. Die Ausatmung erfolgt mit leicht gepresstem Gaumen (also einem leichten Hindernis).

 Das Verhalten der Kundalini Shakti bei entwickeltem Anahata Chakra

Ab diesem Niveau kann sich die Kundalini-Shakti als höhere spirituelle Intelligenz manifestiern. Als solche lenkt sie die Kundalini-Kräfte. In Zusammenarbeit mit einer beschützenden Gottheit oder von Helfern werden die Kundalini-Energien gereinigt und gehoben. Der Körper wird geheilt, durchlichtet und in eine höhere Schwingung versetzt. Der Yogi, die Yogini, kann dann mit der Kundalini Shakti kommunizieren.

 Meditation auf das Anahata Chakra

Die Herzensmeditation ähnlicher Art wie in dem Christusbild dargestellt ist in der Mystik vieler Religionen zu finden. Sicherlich sind die Anleitungen zur Meditation von religiösen Vorstellungen geprägt. Zunächst sei betont: es wird unter keinen Umständen auf das physische Organ Herz geübt - dies könnte zu Rhythmusirritationen führen. Wir üben auf die Mitte der Brust auf das mystische Liebeszentrum.

Die Übung: Entspanne Dich, verlagere Dein Bewusstsein auf die Mitte der Brust und stelle Dir vor, dass sich diese mit jedem Atemzug mehr und mehr erwärmt. Besser geht es noch, wenn wir beim Ausatmen ein wenig den Gaumen hochdrücken (den Atem bremsen) und uns vorstellen, dass wir in die Brust hinein atmen (Feueratem). Gleichzeitig verbinden wir uns in Liebe. Es ist nicht nötig für diese Meditation einen Meditationssitz einzunehmen, sondern man kann diese Meditation beim Spazierengehen durchführen oder wo immer man will. Hat sich unser Brustraum erwärmt, so stellen wir uns vor, wie sich die Brust mit jedem Atemzug mehr und mehr mit goldenem oder goldorangefarbenen Licht aufhellt.

© Gauri, Regensburg

 

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